
Buchholz in der Nordheide/Tostedt. Zehn Jahre Planung liegen hinter der DLRG Ortsgruppe Tostedt. Am Sonntag, 12. April, war es endlich so weit: Bei sonnigem Frühlingswetter weihten die Wasserretter ihre neue Fahrzeughalle ein und stellten zeitgleich den neuen Gerätewagen Wasser in Dienst.
Zur Feier kamen Vertreter aus der Politik, Spender, Vertreter anderer Hilfsorganisationen und zahlreiche Mitglieder der Ortsgruppe zusammen. Margret Holste, erste Vorsitzende der Ortsgruppe, begrüßte die Gäste und ließ den langen Weg bis zur Einweihung Revue passieren. „Schon 2016 war uns klar, dass wir eine Halle brauchen”, sagt Holste. Bis heute habe es gedauert, mit vielen Gesprächen, vielen Verzögerungen und Momenten, bei denen man einfach nur sagen könne: Das kannst du dir nicht ausdenken. Umso schöner sei es, dass man heute hier stehe, so die Vorsitzende.
In diese zehn Jahre fällt auch eine beachtliche Entwicklung der Ortsgruppe. Von 110 Mitgliedern Anfang 2016 ist sie bis heute auf mehr als 270 Mitglieder gewachsen. Das symbolische Band durchschnitten Rolf Aldag, stellvertretender Samtgemeindebürgermeister, und Nadja Weippert, Bürgermeisterin der Gemeinde Tostedt.
Ein Moment, auf den die Tostedter Wasserretter lange gewartet haben. Bis zur Fertigstellung standen die Einsatzfahrzeuge unter einem Carport und in einer Scheune. Im Ernstfall kostete dies unnötig viel Zeit. Im Alltag ging es an die Substanz des Materials. Der Grundsatzbeschluss des Samtgemeinderates, eine Halle für die DLRG zu bauen, fiel bereits 2016 im Zuge der Sanierung des Freibades. Weippert griff die lange Dauer in ihrem Grußwort auf: „Zehn Jahre für ein solches Projekt, das kann heute eigentlich kein Mensch mehr verstehen”, sagt die Bürgermeisterin. Da müsse Politik besser und schneller werden.
Aldag nutzte sein Grußwort, um auf die besondere Finanzierungssituation der DLRG hinzuweisen. Die DLRG sei voll im Katastrophenschutz eingebunden und arbeite eng mit den Feuerwehren zusammen, sagt der stellvertretende Samtgemeindebürgermeister. Trotzdem bestehe für sie keine definierte staatliche Zuständigkeit, was die Finanzierung angehe. Bei Beschaffungen seien die Wasserretter vollständig auf Spenden und sich selbst angewiesen.
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Neues Allradfahrzeug zieht Rettungsboot
Das zweite Highlight des Tages kam anschließend direkt aus der neuen Halle gefahren: der neue Gerätewagen Wasser. Finanziert aus Eigenmitteln und Spenden, ist das Fahrzeug ein echter Fortschritt für die Ortsgruppe. Das Allradfahrzeug mit acht Sitzplätzen wurde speziell für den Einsatz in der Wasserrettung konzipiert. Es bringt Einsatzkräfte und Ausrüstung sicher an den Einsatzort und zieht auch das Rettungsboot „Uwe”.
Möglich wurde die Anschaffung durch eine ganze Reihe von Unterstützern. Zu den großen Förderern zählen der Lions Club Tostedt, die Sparkasse Harburg-Buxtehude, das DRK Fundus Kaufhaus und die Haspa. Für die Tostedter Wasserretter endet damit ein langes Kapitel und beginnt ein neues, in dem Halle und Fahrzeug endlich zusammenpassen. Ausruhen können sie sich trotzdem nicht: Das bestehende Vereinsheim ist in die Jahre gekommen. Ein Neubau wird perspektivisch unumgänglich sein.
Die DLRG Tostedt besteht seit 1953 und hat inzwischen mehr als 270 Mitglieder. Da sich die Ortsgruppe ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen, Sanitätsdiensten, Erste-Hilfe-Kursen und Spenden finanziert, freuen sich die Tostedter Wasserretter über jede finanzielle Unterstützung: IBAN DE52 2075 0000 0006 0114 07. (dh)










