
Buchholz in der Nordheide/Tostedt. Das Forum für Zivilcourage lädt am Dienstag, 27. Januar, zu einem Stolperstein-Rundgang in Tostedt ein. An diesem Tag wird bundesweit der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr in der Poststraße in Höhe der Hausnummern 62/64.
Der etwa einstündige Rundgang führt die Teilnehmer von der Poststraße über die Bahnhofstraße zum Rathaus. An den einzelnen Stationen wird an die Schicksale der Opfer erinnert. Das Forum organisiert diese Rundgänge bereits seit einigen Jahren regelmäßig. In der Regel nehmen zwischen 50 und 100 Personen teil.
In der Poststraße wird an die Familie Rosen gedacht. Dort erinnert auch ein Stolperstein an den Kaufmann Friedrich Meyer, der wegen seiner Homosexualität verfolgt wurde und 1941 im KZ Sachsenhausen starb.
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An der Bahnhofstraße ist ein Stolperstein für Rosette Dörnbrack verlegt, eine Tostedterin jüdischer Herkunft. Ihre drei Schwestern wurden 1941 ins Ghetto Minsk deportiert und dort ermordet. Der Tostedter Arzt Dr. Pieper bewahrte Dörnbrack 1945 vor der Deportation.
Schicksale der Verfolgten
Am Rathaus wird an Boleslaw Marzec und Anna Riepshoff gedacht. Der polnische Zwangsarbeiter und die 18-jährige deutsche Landarbeiterin wurden denunziert, weil sie eine Beziehung hatten. Marzec wurde im Dezember 1940 in Todtglüsingen erhängt, Riepshoff kam ins KZ Ravensbrück und überlebte.
Nähere Informationen zu den einzelnen Stolpersteinen bietet die Internetseite der Töster Bürgerstiftung mit einer interaktiven Karte: Stolpersteine in der Samtgemeinde Tostedt
Ab 18 Uhr findet am Rathaus eine Gedenkfeier statt. Der Posaunenchor der Johannesgemeinde wird auftreten. Samtgemeindebürgermeister Peter Dörsam wird eine kurze Rede halten. Auch Vertreter des Jugendrates werden einen kurzen Redebeitrag vortragen.
Pläne für Schüler-Patenschaften
Bereits am Vormittag findet ein weiterer Rundgang statt, der von Schülern der drei weiterführenden Tostedter Schulen organisiert wird. Erwartet werden etwa 70 Schüler aus den zehnten Klassen.
Es gibt Pläne, an den drei Schulen dauerhafte Schüler-Patenschaften für die Pflege der Stolpersteine einzuführen. Diese sind allerdings von den Schulen noch nicht beschlossen worden. Die Patenschaften sollen auch die Zusammenarbeit zwischen den Schulen fördern. (JOTO)










