Schüler machen Zeitung: Ein sichtbarer Wandel im Frauenfußball?

Die Frauenfußballmannschaft Portland Thorns FC aus der amerikanischen NWSL (National Women’s Soccer League). Foto: ein
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Buchholz in der Nordheide. Bekanntlich gilt Fußball bis heute als Männersportart. Doch woher stammt diese Annahme, und inwiefern gab es in den vergangenen Jahren einen sichtbaren Wandel in der Sichtbarkeit des Frauenfußballs? Rückblickend lässt sich feststellen, dass diese Annahme nicht ohne Grund entstanden ist. Im Jahr 1955 wurde Frauenfußball in Deutschland durch den DFB (Deutscher Fußball- Bund) verboten. 

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Die Begründung war, dass der Sport die Fruchtbarkeit und Gesundheit von Frauen beeinträchtigen würde und zudem ungeeignet sei. Dieses Verbot wurde allerdings 1970 wieder aufgehoben. Zu diesem Zeitpunkt stand jedoch der Männerfußball in den Medien und innerhalb der Gesellschaft im Vordergrund, während der Frauenfußball von vielen als „schlechter“ wahrgenommen wurde. Somit wurden ausschließlich Spiele des Männerfußballs in den Medien übertragen, wohingegen Spiele des Frauenfußballs nur selten gezeigt wurden und die finanzielle Unterstützung deutlich geringer war. 

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Die meisten Frauenvereine trainierten unter schlechteren Bedingungen, wie provisorische Plätze oder eingeschränkten Regelungen. Zunächst durften Frauen nur 30 Minuten pro Halbzeit spielen, statt 45 Minuten um sich nicht zu überanstrengen. 1982 wurde dann die erste offizielle deutsche Frauen-Nationalmannschaft gegründet. Es dauerte trotz der Aufhebung mehrere Jahrzehnte, bis sich der Frauenfußball in Deutschland etablieren konnte und in der Gesellschaft anerkannt wurde. 

In den vergangenen Jahren konnte jedoch ein deutlicher Wandel beobachtet werden. Besonders bei großen Turnieren wie der Europa-und Weltmeisterschaft stiegen die Zuschauerzahlen stark an und auch die Aufmerksamkeit in den Medien hat sich verändert. Spiele werden zunehmend im Fernsehen übertragen und auch Sponsoren zeigen großes Interesse. Beispielsweise Google Pixel als offizieller Namenssponsor für die Frauen-Bundesliga. Auch die Erfolge der deutschen Frauen-Nationalmannschaft trugen dazu bei, den Frauenfußball weiter in die Öffentlichkeit zu tragen. 2003 und 2009 sind die deutschen Frauen Weltmeister geworden und gewannen bislang achtmal die Europameisterschaft und dies sogar sechs Jahre in Folge. 

Über das Projekt "Schüler machen Zeitung"

Das Projekt „Schüler machen Zeitung“ ist eine neue Rubrik auf buchholz-aktuell.de, die in Kooperation mit dem Gymnasium Am Kattenberge (GAK) gestartet wurde. Schüler von der 5. bis zur 13. Klasse übernehmen hier journalistische Aufgaben: Sie berichten regelmäßig über Themen aus ihrem Alltag – von Problemen wie fehlendem Busverkehr bis hin zu Hobbys.

Die Artikel erscheinen regelmäßig auf buchholz-aktuell.de und sind in der gleichnamigen Kategorie zu finden. In Redaktionskonferenzen lernen die Nachwuchsreporter journalistische Grundlagen und erhalten Einblicke in Medienarbeit.

Diese Erfolge förderten nicht nur die Anerkennung, sondern auch die langfristige Entwicklung in Deutschland. Zudem dienen erfolgreiche Spielerinnen als Vorbilder für jüngere Generationen und ermutigen junge Mädchen dazu ihre Träume zu verwirklichen. Trotz dieser positiven Entwicklungen sind Diskriminierung und stereotypische Vorstellungen weiterhin ein großer Bestandteil des Sports. Frauenfußball wird häufig stets mit dem Männerfußball verglichen, dabei wird oft qualitativ unterschieden. Anstatt die Erfolge in den Vordergrund zu stellen, werden jedoch nicht selten Gehaltsunterschiede, Zuschauerzahlen und körperliche Differenzen thematisiert. 

Große Unterschiede

Es gibt dabei auch große Unterschiede bei dem Thema Gehalt, wodurch sich natürlich die Frage stellt, ob es an der Qualität oder am Geschlecht liegt, dass Männer grundlegend mehr verdienen. Es ist bewiesen, dass es spielerische und dynamische Unterschiede gibt, jedoch kann sich daran nicht die Qualität messen. 

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Abgesehen von der ungleichen Bezahlung ist auch die Infrastruktur schlechter ausgebaut. Die medizinische Betreuung ist beispielsweise oft geringer, was zu einer höheren Verletzungsrate führt. Laut einer Studie erleiden Frauen etwa viermal so häufig einen Kreuzbandriss wie Männer, was sich nicht zuletzt hauptsächlich auf die Anatomie des Körpers zurückführen lässt. Allerdings trägt die mangelnde medizinische Betreuung auch zur Risikoerhöhung bei. 

Der „unfreiwillige Kuss”

Ein weiterer Punkt ist Sexismus im Frauenfußball. Ein Parade Beispiel ist der Prozess gegen Luis Rubiales dem ehemaligen Präsidenten des spanischen Fußballverbandes, welchem sexuelle Nötigung vorgeworfen wurde, nachdem er der Fußballerin Jennifer Hermoso nach dem Finale der Weltmeisterschaft 2023 einen unfreiwilligen Kuss gab. Dies zeigt die Notwendigkeit für eine Veränderung innerhalb des Frauenfußballs und wie dieser in der Gesellschaft wahrgenommen wird. 

Vor diesem Hintergrund erlangt die Frauen-Europameisterschaft, die 2029 in Deutschland ausgetragen wird, eine essenzielle Bedeutung. Deutschland als fußballbegeisterte Nation hat hiermit die Möglichkeit, die Sichtbarkeit des Frauenfußballs weiter in der Gesellschaft zu verankern. Die Austragung kann also dazu beitragen, dass Fußball zukünftig als selbstverständlicher Männer-und Frauensport angesehen wird. Die EM 2029 bietet also die Chance, den Wandel weiter anzutreiben und den Frauenfußball nachhaltig zu stärken und um für kommenden Generationen gleichwertig mit dem Männerfußball zu gestalten.

Dieser Artikel wurde verfasst von:
Laura Hinrichs, 18 Jahre, Klasse 13

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