Buchholz in der Nordheide/Berlin. Der Veggie-Burger darf ein Veggie-Burger bleiben. Nach monatelangem Streit um die Bezeichnung von Fleischersatzprodukten haben sich das EU-Parlament und die EU-Staaten auf deutlich abgeschwächte Regelungen geeinigt.
Svenja Stadler SPD-Bundestagsabgeordnete aus dem Landkreis Harburg und Berichterstatterin ihrer Fraktion für den Bereich Ernährung, begrüßt die Einigung. „Das ist ein wichtiges Signal für den deutschen Markt”, sagt Stadler. Deutschland sei der größte Markt Europas für pflanzliche Alternativprodukte. Die Branche solle nicht durch Verbote behindert und gebremst werden. Das wirtschaftliche Potenzial in diesem Bereich sei enorm hoch. Laut Prognosen könnte die Branche bis 2045 eine Wertschöpfung von bis zu 65 Milliarden Euro erreichen und 250.000 Arbeitsplätze schaffen.
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Verbraucher können unterscheiden
Der ursprüngliche Verbotsplan sei nicht nur gegen die Wirtschaft gerichtet gewesen, kritisiert Stadler. Er sei offenbar auch davon ausgegangen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher nicht in der Lage seien, vorhandene Produktinformationen selbstständig und korrekt wahrzunehmen. „Das Gegenteil ist der Fall”, sagt die Abgeordnete. Studien aus Deutschland und anderen europäischen Staaten zeigten eindeutig, dass Verbraucherinnen und Verbraucher gut zwischen tierischen und pflanzlichen Produkten unterscheiden können.
Die Debatte um ein Bezeichnungsverbot sei laut Stadler sachfremd und unnötig und offenbare zudem ein fragwürdiges Menschenbild. Die neue Einigung sieht ein deutlich abgeschwächtes Verbot vor. Lediglich Bezeichnungen, die eindeutig tierischen Produkten entsprechen, sollen nicht zulässig sein. Veggie-Burger und Schnitzel sowie Tofu-Wurst bleiben also erlaubt. Eine vegane Gänsekeule dagegen darf künftig nicht mehr so heißen. (dh)















