
Buchholz in der Nordheide/Landkreis Harburg. 44 Bürgerinnen und Bürger aus dem Landkreis Harburg haben drei Tage lang Politik und Geschichte in Berlin erlebt. Auf Einladung der Bundestagsabgeordneten Dr. Cornell Babendererde reiste die Gruppe mit dem Bus von Winsen in die Hauptstadt.
Das vom Bundespresseamt organisierte Programm bot vielfältige Einblicke. Im Futurium, dem Haus der Zukünfte, setzten sich die Gäste mit Fragen rund um Gesellschaft, Technologie und Nachhaltigkeit auseinander. Die interaktive Ausstellung lud zur Beschäftigung mit der Welt von morgen ein.Besonders eindrücklich war der Besuch der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt der Stasi. Zeitzeugen führten durch die Räume und schilderten persönliche Schicksale politischer Verfolgung. Emotional wurde es auch im Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung. Für einige Teilnehmende war der Besuch eng mit der eigenen Familiengeschichte verbunden.
Bei der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk erhielten die Gäste praxisnahe Einblicke in den Bevölkerungsschutz. Das THW leistet technische Hilfe bei Katastrophen und stellt etwa die Strom- und Wasserversorgung wieder her. Rund 88.000 Helferinnen und Helfer sind sowohl im Inland als auch international im Einsatz. Auch die enge Zusammenarbeit mit der Feuerwehr wurde anschaulich vermittelt.Den politischen Höhepunkt bildete der Besuch des Deutschen Bundestages. Von der Zuschauertribüne des Plenarsaals aus verfolgten die Gäste einen Vortrag über Aufgaben, Abläufe und Organisationsstrukturen des Parlaments.
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Diskussion über Bahntrasse
Im persönlichen Austausch mit Babendererde stand die geplante Neubautrasse der Deutschen Bahn zwischen Hamburg und Hannover im Mittelpunkt. Die Abgeordnete bekräftigte ihre klare Haltung gegen den Streckenneubau und verwies auf den Alpha-E-Kompromiss, für den sie sich seit Monaten einsetzt. Dieser biete eine Grundlage, um die bestehende Strecke auszubauen und die Kapazitäten zu erhöhen, ohne die Region durch eine neue Trasse zu belasten.
„Es ist nicht die Aufgabe der Deutschen Bahn, politische Entscheidungen vorwegzunehmen oder den Eindruck zu erwecken, es gebe nur eine einzige Lösung”, sagt Babendererde. Über den Ausbau der Schieneninfrastruktur zwischen Hamburg und Hannover entscheide der Deutsche Bundestag und nicht der Bahnkonzern. Am 20. April findet eine öffentliche Anhörung zu diesem Thema statt. Sie habe sich bereits dafür eingesetzt, dass Vertreter der Region dort Gehör finden. Das Alpha‑E sei die Lösung für die aktuellen Probleme mit der Schieneninfrastruktur, da es diese erheblich schneller beheben könne als eine Neubautrasse.
Auch Fragen zu Bürokratie und Dokumentationspflichten wurden diskutiert. Die Gäste schilderten konkrete Herausforderungen aus ihrem Alltag. Babendererde machte deutlich, dass Bürokratieabbau notwendig sei, aber als Rechtsstaat brauche man auch klare Regeln und nachvollziehbare Verfahren, etwa um Korruption vorzubeugen und den Verbraucherschutz zu gewährleisten. Am Ende gelte: so wenig wie möglich, so viel wie nötig.„Die Informationsfahrt zeigt, wie lebendig Politik wird, wenn Menschen sie vor Ort erleben”, sagt Babendererde abschließend. Wichtig sei, dass die Anliegen aus der Region bei den politischen Entscheidungen in Berlin eingebracht und berücksichtigt werden. (dh)










