
Buchholz in der Nordheide/Landkreis Harburg. Rund 25.100 Menschen im Kreis Harburg arbeiten in Teilzeit, 79 Prozent davon sind Frauen. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten hingewiesen. Die NGG Lüneburg beruft sich dabei auf Zahlen der Arbeitsagentur.
Bei Vollzeitjobs liegt der Frauenanteil im Kreis lediglich bei 30 Prozent.„Einen Teilzeitjob zu machen ist keine Lust-und-Laune-Entscheidung. Denn wer nicht Vollzeit arbeitet, hat heute schon weniger Geld auf dem Konto und später weniger Rente”, sagt Steffen Lübbert von der NGG Lüneburg. Teilzeitarbeit sei für viele Beschäftigte im Kreis die Voraussetzung, um den Beruf überhaupt mit der Familie und mit der Pflege von Angehörigen vereinbaren zu können.
Der Geschäftsführer der NGG Lüneburg kritisiert Pläne des Wirtschaftsflügels der CDU. Dieser will Menschen, die in Teilzeit arbeiten und gleichzeitig Wohngeld oder Kinderzuschlag beziehen, einen Vollzeitjob verordnen. „Das lässt jedes soziale Gespür vermissen”, sagt Lübbert. Er appelliert an die CDU im Kreis Harburg und an die Delegierten aus der Region, den Antrag zur Reform der Teilzeit auf dem Parteitag der CDU in Stuttgart abzulehnen. Der Parteitag findet am Freitag, 20. Februar, und Samstag, 21. Februar, statt.
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Kitaplätze und Pflege als Hürden
Es bringe nichts, den Menschen die Daumenschrauben anzuziehen, um sie zum Vollzeitpensum zu zwingen, sagt Lübbert. Solange es nicht mehr Kitaplätze gebe, werde es nicht funktionieren, mehr Menschen in Vollzeit zu bringen. Auch wer einen Angehörigen pflege, könne zu Hause nicht alles stehen und liegen lassen, um mehr Stunden im Job zu machen. Allein im Jahr 2023 leisteten Angehörige bundesweit unbezahlte Pflegearbeit im Wert von 206 Milliarden Euro. Die Gewerkschaft beruft sich hierbei auf eine Studie der Hochschule Zittau/Görlitz.
Wer allerdings in der Lage sei, Vollzeit zu arbeiten, solle sich nicht mit einem Teilzeitjob abspeisen lassen, sagt Lübbert. Die NGG Lüneburg warnt Arbeitgeber im Kreis davor, ihre Beschäftigten in Teilzeit zu drängen. „Entscheidend ist, welches Arbeitspensum man persönlich machen kann und will. Darauf sollten die Beschäftigten pochen”, sagt der NGG-Geschäftsführer. (dh)










