Buchholz in der Nordheide/Landkreis Harburg. Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen: Millionen Frauen in Deutschland erleben die Wechseljahre, doch gesprochen wird darüber kaum. Anlässlich des Frauengesundheitstags wollen Andrea Schrag, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Harburg, und Vanessa Räuschel vom Betrieblichen Gesundheitsmanagement des Landkreises das ändern. Ihr Ziel: Das Thema sichtbarer machen und einen offeneren gesellschaftlichen Umgang fördern.
Die Wechseljahre schleichen sich oft langsam ins Leben und sorgen für Veränderungen, die Gesundheit, Alltag und Berufsleben beeinflussen können. Hitzewallungen, Schlafmangel und Stimmungsschwankungen gehören zu den häufigsten Symptomen. Viele Frauen fühlen sich mit ihren Beschwerden aber nicht ausreichend informiert oder ernst genommen, sagen Schrag und Räuschel. Doch Wechseljahre sind kein Nischenthema und kein individuelles Frauenproblem, sondern betreffen die gesamte Gesellschaft und längst auch die Arbeitswelt, betonen die beiden Initiatorinnen. Darüber offen zu sprechen, ist längst überfällig.
Dass Aufklärung dringend notwendig ist, zeigen aktuelle Studien: Mehr als die Hälfte der befragten Frauen empfindet die Wechseljahre am Arbeitsplatz als Tabuthema. Die Folgen sind spürbar. Studien belegen, dass Frauen ihre Arbeitszeit reduzieren, beruflich kürzertreten oder sogar früher aus dem Berufsleben ausscheiden, weil sie sich mit ihren Beschwerden allein gelassen fühlen. Eine von zehn Frauen kündigt sogar ihren Job. Fachleute weisen darauf hin, dass Unternehmen und Verwaltungen langfristig davon profitieren, wenn Frauengesundheit stärker berücksichtigt wird.
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Erste Symptome oft ab Anfang 40
Viele Frauen funktionieren weiter, obwohl sie körperlich und psychisch stark belastet sind, häufig still und ohne Unterstützung, sagt Schrag. Genau deshalb müssen wir anfangen, offener über die Wechseljahre zu sprechen. Der Tag der Frauengesundheit ist ein guter Anlass dafür. Bereits ab Anfang 40 erleben viele Frauen erste hormonelle Veränderungen. Dennoch fehlt es häufig an Wissen, Verständnis und offener Kommunikation. Die Herausforderungen betreffen nicht nur die Frauen selbst, sondern auch Partner, Kinder, Kolleginnen und Kollegen.
Die Wechseljahre sind keine Randerscheinung, sondern Teil der Lebensrealität vieler Frauen, auch mitten im Berufsleben, betont Räuschel. Deshalb ist es wichtig, das Thema aus der Tabuzone zu holen und mehr Verständnis für diese Lebensphase zu schaffen. Die gemeinsame Initiative zum Frauengesundheitstag soll dazu beitragen, Vorurteile abzubauen, Wissen zugänglich zu machen und langfristig eine offenere Gesprächskultur rund um Frauengesundheit zu fördern. Über Pubertät sprechen wir inzwischen selbstverständlich, über die Wechseljahre dagegen kaum, dabei betrifft dieses Thema früher oder später jede Frau. (dh)
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