
Buchholz in der Nordheide/Landkreis Harburg. Wer noch keine Ausbildung für dieses Jahr gefunden hat, hat weiterhin gute Chancen. Insgesamt bieten die Betriebe im Landkreis Harburg derzeit noch 446 Ausbildungsplätze an. Das Baugewerbe stellt davon allein 51 Lehrstellen, der Garten- und Landschaftsbau sucht neun Auszubildende. Sechs Jugendliche haben noch die Möglichkeit, eine Ausbildung als Maler oder Lackierer zu beginnen. Dachdeckerbetriebe im Landkreis haben fünf freie Plätze zu vergeben.
Darauf hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hingewiesen. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf aktuelle Zahlen der Arbeitsagentur. Achim Bartels, Vorsitzender der IG BAU Hamburg, appelliert an junge Menschen ohne Berufsabschluss, sich noch den Ausbildungs-Kick zu geben.
„Wichtig ist, sich einen Ruck zu geben und jetzt einen Ausbildungsbetrieb zu suchen”, sagt Bartels. Mit einer Ausbildung in der Tasche seien die Jobs, die man ein Berufsleben lang mache, in der Regel sicherer und vor allem auch deutlich besser bezahlt.
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Die Zahlen unterstreichen die Dringlichkeit. Nach Angaben der Arbeitsagentur haben 72 Prozent der Arbeitslosen unter 25 Jahren im Landkreis Harburg keinen Berufsabschluss. In ganz Niedersachsen haben laut Statistischem Bundesamt rund 259.000 junge Erwachsene im Alter von 20 bis 34 Jahren weder eine abgeschlossene Berufsausbildung noch einen Ausbildungsplatz.
Gerade jetzt im August und September starten die Ausbildungen. „Aber selbst im Oktober stellen Ausbildungsbetriebe noch ein”, sagt Bartels. Die IG BAU Hamburg rät Interessierten deshalb, sich noch einmal auf dem Ausbildungsmarkt umzusehen.
Beratung nutzen und informieren
Als gute Adresse zur Orientierung empfiehlt die Gewerkschaft die Jugendberufsagentur unter www.servicestelle-jba.de. Auch bei der Arbeitsagentur seien gute Tipps zu bekommen, vor Ort oder digital unter www.arbeitsagentur.de/bildung. Das direkte Beratungsgespräch lohne sich immer, so die IG BAU.
Darüber hinaus sollten junge Menschen auch selbst aktiv werden. „Mutig auf die Betriebe zugehen”, rät Bartels. Wer direkt nachfrage, hole oft auch etwas für sich heraus, ein Praktikum oder vielleicht auch einen Ausbildungsplatz.
Auf Qualität und Fairness achten
Wichtig sei dabei, Firmen auszusuchen, die fair ausbilden und bezahlen. Gemeint seien Unternehmen, bei denen es auch einen Tarifvertrag gebe. Wer einen Ausbildungsplatz suche, für den zähle vor allem der Beruf. Aber auch die Ausbildungsqualität und die Perspektiven, die der Betrieb nach der Ausbildung biete, seien wichtig. (dh)
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