
Buchholz in der Nordheide/Landkreis Harburg. Das Harburger Modell für flächendeckende Ladeinfrastruktur kommt voran. Nach einem europaweiten Vergabeverfahren erhielten drei Unternehmen den Zuschlag für den Bau und Betrieb von knapp 200 öffentlich zugänglichen Ladestationen mit über 600 Ladepunkten. Vattenfall, Qwello und Wirelane werden die Stationen im gesamten Kreisgebiet errichten.
Politische Werbung
Politische Werbung
Die ersten Ladesäulen in Seevetal, Hanstedt und Jesteburg sollen bereits in diesem Jahr errichtet werden. Landrat Rainer Rempe zeigt sich zufrieden mit dem Fortschritt. „Ich freue mich sehr, dass wir mit der Vergabe einen großen und wichtigen Schritt hin zu einer zukunftssicheren öffentlichen Ladeinfrastruktur machen”, sagt er. Mit dem Harburger Modell werde Elektromobilität für die Menschen im Landkreis Harburg alltagstauglich und attraktiv.
Das Gemeinschaftsprojekt hatten die Kreisverwaltung gemeinsam mit neun ihrer zwölf Kommunen auf den Weg gebracht. Ziel ist eine flächendeckende und öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge, die den prognostizierten Bedarf bis 2030 abdeckt. Der Landkreis Harburg erstreckt sich über 1248 Quadratkilometer und hat über 265 000 Einwohner. Im Jahr 2024 hatten der Landkreis und die Kommunen gemeinsam mit der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr eine detaillierte Bedarfs- und Standortanalyse vorgenommen. Daraus entstand eine Prioritätenliste mit einem Fahrplan für die Umsetzungsreihenfolge. Seit 2025 unterstützt das Berliner Beratungsunternehmen für nachhaltige Mobilität M3E bei der Ausschreibung und der Baukoordination.
+++ Melde dich jetzt für unseren WhatsApp-Newsticker an und erhalte die wichtigsten Nachrichten direkt auf dein Handy! – Hier klicken und abonnieren +++
Drei Lose für drei Ausbaugebiete
Die Wirelane GmbH aus München übernimmt den Ausbau in der Gemeinde Stelle sowie den Samtgemeinden Elbmarsch und Salzhausen. Dort sind bis zu 62 Standorte mit rund 140 Ladepunkten geplant. Die Vattenfall Smarter Living GmbH aus Berlin wird 75 öffentliche Ladestationen mit über 250 Ladepunkten in der Gemeinde Seevetal sowie den Samtgemeinden Jesteburg und Hanstedt errichten. Der Bau soll bereits in diesem Jahr starten und in 2027 abgeschlossen werden.
In den Gemeinden Rosengarten, Neu Wulmstorf und Hollenstedt baut die Qwello Deutschland GmbH aus Frankfurt am Main die öffentliche Ladeinfrastruktur aus. Hier sollen an 65 Standorten rund 230 Ladepunkte entstehen. Die drei Ausbaugebiete verteilen sich über den gesamten Landkreis und umfassen sowohl Schnell- als auch Normalladetechnik.
Das flächendeckende Ladesäulennetz zwischen Elbe und Heide wollen die Investoren, die Kreisverwaltung und ihre Kommunen bis 2030 realisieren. Der Landkreis Harburg möchte bis 2040 klimaneutral werden. Dazu hat er sich mit seinen Städten und Gemeinden in der Klimaschutz-Charta auf eine enge Zusammenarbeit verständigt. Das Harburger Modell ist ein wichtiger Baustein dieses Ziels.
Die Städte Buchholz in der Nordheide und Winsen verfügen durch die kommunalen Stadtwerke bereits über ein breites Angebot an Ladeinfrastruktur. Auch die Samtgemeinde Tostedt geht bei der Umsetzung eigene Wege, obwohl für deren Gemeindegebiet dutzende Standorte im Ladeinfrastrukturkonzept identifiziert wurden.
Bislang gibt es im gesamten Landkreis 142 öffentlich zugängliche Standorte mit insgesamt 464 Ladepunkten. Die Nennleistung der bestehenden Ladeinfrastruktur beläuft sich auf 29.269 Kilowatt. Mehr Informationen zum Harburger Modell und der Verteilung der einzelnen Standorte gibt es unter www.energiewegweiser.de/harburgermodell. (dh)










