Bebauungsplan für Waldfläche in Holm-Seppensen vorerst gescheitert

Auf 7,8 Hektar Waldfläche wie hier neben dem Hackelersberg wollte die CDU ein Wohngebiet mit Einzel- und Doppelhäusern entwickeln. Foto: JOTO
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Buchholz in der Nordheide/Holm-Seppensen. Ein neues Wohngebiet auf 7,8 Hektar Waldfläche am Meyerschen Weg in Holm-Seppensen: Mit diesem Vorschlag ist die CDU-Fraktion im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt, Klimaschutz und Mobilität am Mittwoch zunächst nicht durchgekommen. Der Antrag für einen Bebauungsplan in Holm-Seppensen wurde zurückgestellt.

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Stefan Menk, Bernhard Unger und Jan Bauer (alle CDU) wollten zwischen Hackelersberg und Lindenweg Wohnbauflächen schaffen. Geplant waren vorwiegend Einzel- und Doppelhäuser. Die hohe Wohnraumnachfrage in Holm-Seppensen sollte damit bedient werden. Unger selbst ist Ortsbürgermeister des Stadtteils. 

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Die Buchholzer Verwaltung sah das Vorhaben kritisch. In ihrer Stellungnahme wies sie darauf hin, dass die Flächen im Flächennutzungsplan als Wald ausgewiesen sind. Eine Waldumwandlung wäre erforderlich. Auch naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen müssten ergriffen werden.

Heftige Debatte im Ausschuss

In der Ausschusssitzung stieß der Vorschlag auf massiven Widerstand. Martin Natorp (SPD) sagte, man sollte nicht so massiv in Waldfläche eingreifen. Das halte die SPD nicht für zielführend. Christian Vargel (Grüne) sah das ähnlich und wollte den Antrag nicht einmal als Prüfauftrag durchgehen lassen.

Grit Weiland (Buchholzer Liste) rechnete vor, dass etwa zehn bis elf Fußballfelder Wald aufgegeben werden müssten. Die Stadt habe eine Klimaschutzanpassungsmanagerin und arbeite hier auf an der anderen Seite gegen an, sagte Weiland. Auch Gudrun Eschment-Reichert (fraktionslos) zeigte sich irritiert und verwies auf frühere CDU-Aussagen, im Süden keine neuen Bebauungspläne wegen des Verkehrs aufzustellen. Außerdem verwiesen viele Ausschussmitgleider auf die geplanten Ausbaugebiete wie an der Bremer Straße – buchholz-aktuell.de berichtete.

Menk verteidigte den Antrag. Man wolle einen Prüfauftrag für eine ortsnahe Lösung. „Es ist eine ortsangepasste Idee mit dünnerer Bebauung und Bäume möglich”, sagte er. Unger argumentierte, dass dringend Eigentumswohnungen gebraucht würden. Als Thomas Kettner (CDU) der Opposition vorwarf, den Prüfauftrag aus ideologischen Gründen abzulehnen, widersprach Steffie Menge (SPD) deutlich: Das sei keine Ideologie, sondern die Position der SPD.

Umweltverbände hatten massive Einwände

Die Buchholzer Umweltverbände hatten bereits vor der Sitzung in einer gemeinsamen Mitteilung massive Einwände erhoben. BUND, BuchholzZero, Greenpeace, NABU und NaturFreunde wandten sich vehement gegen den Antrag. Die Zerstörung einer etwa 15 Fußballfelder großen Waldfläche sei angesichts von Klimakrise und Artensterben nicht zu verantworten. 

Herbert Maliers von Greenpeace sagte in der Sitzung, der Antrag passe nicht in die Zeit. Waldvernichtung könne man öffentlich nicht verkaufen. Am Ende stand die Zurückstellung des Antrags. Er kann also in der nächsten Sitzung wieder beraten werden und zuvor auch vom Ortsrat. (JOTO)

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