
Buchholz in der Nordheide. Der Landkreis Harburg ist mit durchschnittlich 12,31 Euro pro Quadratmeter bei Erst- und Wiedervermietungen der teuerste Landkreis in ganz Niedersachsen. Das geht aus aktuellen Auswertungen des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen hervor. Seit 2010 stiegen die Mieten um fast 76 Prozent, allein in den vergangenen fünf Jahren gab es einen Preissprung von mehr als 28 Prozent. Die Linke Buchholz fordert nun in einer Mitteilung unter anderem, dass die Stadt selbst baut.
Steffen Wetzel (Die Linke) sieht darin ein eklatantes Versagen der bisherigen Wohnungspolitik vor Ort. Der Mietwohnungsmarkt in Buchholz und der gesamten Region steuere ungebremst auf eine soziale Krise zu, kritisiert er im Vorfeld der Kommunalwahl am 13. September 2026.
Annika Hefermann (Die Linke) sagt: „Wer bei solchen Zahlen immer noch behauptet, der freie Markt reguliere das Problem von alleine, verspottet die Menschen in Buchholz.” Dass die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises viel zu langsam baue, um den enormen Druck in Buchholz zu mindern, sei offensichtlich. Wer sich aber im städtischen Handeln darauf zurückziehe, auf den Landkreis zu warten oder privaten Investoren das Feld zu überlassen, stehle sich aus der politischen Verantwortung.
Mittlere Einkommen im Abseits
Wetzel hebt hervor, dass auch der bestehende Buchholzer Drittelmix nicht mehr ausreiche. Er sichere zwar Sozialwohnungen für Menschen mit Wohnberechtigungsschein, lasse aber die breite Mitte der Gesellschaft im Regen stehen.
+++ Melde dich jetzt für unseren WhatsApp-Newsticker an und erhalte die wichtigsten Nachrichten direkt auf dein Handy! – Hier klicken und abonnieren +++
Erzieherinnen, Pflegekräfte, Handwerker und Alleinerziehende verdienten oft knapp zu viel für einen Wohnberechtigungsschein, könnten sich Mieten von mehr als 12 Euro pro Quadratmeter auf dem freien Markt aber schlichtweg nicht mehr leisten, so Wetzel.
Im Vorfeld politischer Entscheidungen fordert Die Linke einen Kurswechsel für Großprojekte wie den Stadteingang West und Buchholz 2025+. Wetzel sagt: „Wir brauchen keine neuen, zähen Bürokratieprozesse. Buchholz besitzt mit der Kommunalen Anstalt öffentlichen Rechts bereits eine funktionierende, öffentlich-rechtliche Struktur.”
Städtische Anstalt soll selbst bauen
Durch eine einfache Satzungsänderung müsse die kommunale Anstalt endlich befähigt werden, selbst als städtische Bauherrin aufzutreten. So bringe man Tempo und echte Gemeinwohlorientierung in den Wohnungsbau, betont Wetzel.
Die Linke fordert konkret, dass städtische Grundstücke nicht mehr an Meistbietende verkauft werden, sondern im Erbbaurecht an die kommunale Anstalt übertragen werden. Damit sollen dauerhaft bezahlbare Wohnungen entstehen. Zudem müsse preisgedämpfter Wohnraum geschaffen werden, damit auch mittlere Einkommensgruppen in Buchholz eine Zukunfts- und Wohnperspektive behalten.
Hana Burkhardt (Die Linke) sagt: „Wohnen ist ein Grundrecht und gehört zur öffentlichen Daseinsvorsorge, genau wie Schulen, Kitas oder das Trinkwasser. Wir als Linke werden nicht lockerlassen, bis die Stadt Buchholz selbst Verantwortung für den Wohnungsbau übernimmt.” (JOTO)









