Buchholz in der Nordheide/Landkreis Harburg. Die Außenstelle des Weißen Rings im Landkreis Harburg hat im vergangenen Jahr 170 Menschen nach Straftaten begleitet. Das sind acht Fälle mehr als 2024. Die Zahlen zeigen, dass der Bedarf an professioneller Unterstützung hoch bleibt.
Die jüngste betreute Person war sieben Jahre alt, die älteste 94. Das Durchschnittsalter lag bei 42 Jahren. Am stärksten vertreten war die Altersgruppe zwischen 18 und 49 Jahren. Gewaltdelikte prägten das Gesamtbild. 63 Fälle von Körperverletzung und 39 Sexualstraftaten machten rund 60 Prozent aller Unterstützungsleistungen aus. Viele der Körperverletzungen standen im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt. Unter den Betroffenen von Sexualdelikten befanden sich fünf Minderjährige.
Von den betreuten Personen waren 129 Frauen und 41 Männer. Vor allem bei sexualisierter Gewalt und bei Übergriffen im persönlichen Umfeld suchten überwiegend Frauen Unterstützung. Auch Nachstellung, Bedrohung und Nötigung spielten eine wichtige Rolle, häufig im Zusammenhang mit Trennungen. Die Außenstelle betreute zudem elf Angehörige von Opfern tödlicher Gewalt. Die Hilfe umfasste stabilisierende Gespräche, die Vermittlung therapeutischer Unterstützung und die Organisation juristischer Begleitung.
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Mehr als 32.000 Euro für direkte Hilfe
Die Außenstelle stellte mehr als 32.000 Euro für direkte Unterstützung bereit. Die Mittel wurden unter anderem für anwaltliche Erstgespräche, psychotraumatologische Hilfen und finanzielle Soforthilfen in akuten Notlagen eingesetzt. „Unser Anliegen ist es, Betroffene schnell, individuell und ohne bürokratische Hürden zu unterstützen – sowohl emotional als auch ganz praktisch. Straftaten hinterlassen oft tiefe Spuren. In dieser schwierigen Zeit lassen wir die Menschen nicht allein”, sagt Vera Theelen, Leiterin der Außenstelle im Landkreis Harburg.
In Kooperation mit dem TSV Buchholz 08 bot die Außenstelle Kurse zur Selbstbehauptung und Zivilcourage an. Ziel ist es, das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu stärken.Aktuell engagieren sich 17 Ehrenamtliche in der Außenstelle. Fünf Frauen und ein Mann befinden sich derzeit in der Einarbeitungsphase. Vier der Interessierten sind unter 30 Jahre alt. Junge Ehrenamtliche bringen neue Perspektiven ein und ermöglichen es, auch jüngeren Betroffenen Ansprechpartner auf Augenhöhe zu bieten. (dh)













