
Buchholz in der Nordheide. Am Montag brachte Linus B. gemeinsam mit Schulleiter Herrn Wolff ein Schild der DKMS am Albert-Einstein Gymnasium an. Eine Auszeichnung für mehrere Typisierungsaktionen. Doch hinter diesem Moment steckt eine besondere Geschichte: Der Abiturient hat vermutlich bereits ein Leben gerettet.
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Alles begann im Winter 2024 bei einer Typisierungsaktion der DKMS am AEG. Linus ließ sich registrieren, ohne große Erwartungen. Vier Monate später dann die Überraschung per Mail: Er kommt als Spender infrage. Die Aufregung war groß, denn so etwas passiert nur selten. Nach weiteren Tests stand fest: Er ist das perfekte Match für einen erkrankten Menschen. Die nächsten Schritte folgten schnell.
Intensive Untersuchungen, viele Gespräche und schließlich die Entscheidung: Linus soll Knochenmark spenden, obwohl meist Stammzellen über das Blut entnommen werden. Nach kurzem Überlegen war für ihn klar: Er macht es. Die Chance, einem Menschen zu helfen, vielleicht sogar einem Kind, überwog alles.
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Fünf Verschiebungen ändern nichts an der Entscheidung
Doch dann ergaben sich Herausforderungen. Der Termin wurde insgesamt fünfmal verschoben, vermutlich wegen des Gesundheitszustands des Patienten. Der Kontakt zur DKMS war jederzeit gegeben. Die Organisation kümmerte sich um alle Termine, die An- und Abreise zu den Untersuchungen und übernahm die Kosten für den Spender und seine Begleitung. Die Spende läuft anonym ab, sodass Linus die Gründe für die Verzögerungen nicht kennt.
Im Dezember 2025 schließlich die Änderung: Statt Knochenmarkspende sollte nun doch die häufigere Stammzellspende über das Blut erfolgen. Im Januar war es so weit. Nach erneuten Untersuchungen ging alles schnell. Im Collection Center der DKMS saß Linus mit weiteren Spendern zusammen. Ein starkes Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein. Mehr als zwei Stunden lief die Spende per Apherese: Blut raus, Stammzellen gefiltert, Blut zurück. Die Tage davor waren nicht ganz ohne. Fünf Tage lang bekam er ein Medikament gespritzt, das die Stammzellen ins Blut bringt. Müdigkeit und Gliederschmerzen gehörten dazu, verschwanden aber schnell wieder.
Vier Tage später kam der Anruf mit ersten Informationen über den Empfänger: ein junger Mensch. „Das war ein unglaublich bewegender Moment”, sagt Linus. Direkter Kontakt zwischen Spender und Empfänger ist nicht erlaubt, nur anonyme Briefe wären möglich. Vielleicht wird Linus diese Chance noch nutzen. Bis heute wartet er auf ein Update und hofft, dass es dem Patienten gut geht.
Das Albert-Einstein Gymnasium hat bereits mehrere Typisierungsaktionen veranstaltet und bekam hierfür die Auszeichnung von der DKMS. Die nächste Typisierungsaktion findet voraussichtlich erst nächstes Jahr statt. Auf der Homepage der DKMS kann man sich über weitere Möglichkeiten zu spenden informieren. Möglich ist es auch, sich das Spenderset nach Hause schicken zu lassen. Linus’ Botschaft ist klar: Registriert euch. Es ist einfach und kann Leben retten. „Es ist ein Riesenglück, dass ich helfen konnte”, sagt er. (dh)










