Trinkgeld Tipps: 3.590 Gastro-Beschäftigte im Landkreis Harburg

Bei Kartenzahlung sollten Gäste nachfragen, ob das Trinkgeld wirklich beim Personal ankommt, rät die Gewerkschaft NGG. Foto: NGG | Tobias Seifert
Bei Kartenzahlung sollten Gäste nachfragen, ob das Trinkgeld wirklich beim Personal ankommt, rät die Gewerkschaft NGG. Foto: NGG | Tobias Seifert

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Buchholz in der Nordheide. Zum Welt-Trinkgeld-Tag appelliert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten an die Gäste im Kreis Harburg, beim Trinkgeld nicht zu knausrig zu sein. Immerhin sind rund 3.590 Beschäftigte in Cafés, Gaststätten, Restaurants und Hotels darauf angewiesen, dass der Satz „Der Rest ist für Sie” auch wirklich etwas bedeutet.

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„Denn Trinkgeld kommt immer gut an. Vor allem, wenn es bei dem Rest nicht nur um 20 oder 50 Cent geht”, sagt Steffen Lübbert von der NGG. Feste Tarife für den Tip gebe es zwar nicht, aber eine Faustregel schon: Zehn Prozent vom Rechnungsbetrag seien üblich, 15 Prozent dürften es aber auch sein. „Denn Trinkgeld ist für alle Kellnerinnen und Köche im Kreis Harburg wichtig. Immerhin verdienen sie nicht wirklich üppig, gerade weil die wenigsten Arbeitgeber ihren Beschäftigten Tariflöhne zahlen”, sagt der Geschäftsführer der NGG Lüneburg. 

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Wichtig sei der Gewerkschaft, dass es das Trinkgeld zusätzlich zum Lohn gebe. „Als Bonus für prompten und freundlichen Service und für professionell und lecker gemachtes Essen. Trinkgeld ist Wertschätzung”, sagt Lübbert. Die NGG zeigt deshalb allen Gastronomen die Rote Karte, die das Trinkgeld mit dem Lohn verrechnen wollen. „Das ist absolut tabu. Denn Lohn ist Lohn. Und Tip ist Tip”, macht Lübbert deutlich. Gängige Praxis sei, dass das Trinkgeld im Team gerecht geteilt werde. „Auch Küchenhilfen und Minijobber, die im Betrieb aushelfen, sollten nicht leer ausgehen”, sagt er.

Bei Kartenzahlung besser nachfragen

Lübbert rät Gästen, beim Trinkgeld auch nachzufragen, vor allem bei Kartenzahlung. „Gerade dann sollte man sich beim Personal erkundigen, ob das eingezogene Trinkgeld auch tatsächlich beim Service und in der Küche ankommt, sonst gibt man es besser in bar”, sagt der NGG-Geschäftsführer.

Kartenlesegeräte, die das Trinkgeld schon auf dem Display vorschlagen, sieht er kritisch. „Es gibt die Auswahl zwischen 5, 10, 15 und manchmal sogar 20 Prozent. Davon sind viele Gäste genervt oder sogar überfordert. Sie drücken dann oft die Kein-Trinkgeld-Taste”, sagt Lübbert. Das wiederum habe weder eine gute Küche noch ein guter Service verdient.

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Besonders häufig würden Gäste von Fast-Food-Restaurants in den Trinkgeld-Sparmodus schalten. „Rund um Burger, Pizza, Pommes, Hotdog, Chicken Wings, Döner, Currywurst und so weiter fällt extrem wenig Trinkgeld fürs Personal ab. Dabei werden gerade die Beschäftigten dort oft alles andere als gut bezahlt”, sagt Lübbert. Der Geschäftsführer macht allerdings deutlich: „Trinkgeld hat null Einfluss auf die Rente. Daher lieber Lohn rauf: Am Tariflohn führt schon deshalb kein Weg vorbei.” (tj)

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