Streetworker statt Alkoholverbotszone, aber der Streit ist nicht vorbei

Tagesaufenthalt und Streetwork: Buchholz setzt auf zwei Maßnahmen für die belasteten Bereiche der Innenstadt. Foto: JOTO
Tagesaufenthalt und Streetwork: Buchholz setzt auf zwei Maßnahmen für die belasteten Bereiche der Innenstadt. Foto: JOTO
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Buchholz in der Nordheide. Rund um Poststraße, Lindenstraße und den Kabenhof trinken Gruppen teils bis in die Nacht Alkohol. Streetworker und ein Tagesaufenthalt statt einer Alkoholverbotszone sollen das nun ändern. Im letzten politischen Gremium wurde das vor wenigen Tagen einstimmig beschlossen. Damit ist der Weg frei für das, was der Stadtrat im September 2025 auf Betreiben der FDP beschlossen hatte.

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Das nahm die CDU-Fraktion nun zum Anlass, in einer Mitteilung ihre Haltung zu bekräftigen: Sie trägt die Entscheidung mit, fordert aber weiter eine Alkoholverbotszone. 

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Fraktionsvorsitzender Stefan Menk (CDU) erklärt den scheinbaren Widerspruch so: „Die Mehrheit im Rat hat sich bewusst gegen eine Alkoholverbotszone ausgesprochen und für einen anderen Weg entschieden. Diese demokratische Entscheidung akzeptieren wir als Demokraten selbstverständlich.

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An der eigenen Überzeugung ändere das aber nichts. Die Alkoholverbotszone sei „das wirksamste Instrument, um die Situation schnell zu verbessern”, sagt Menk.

Max Müller, Bürgermeisterkandidat Dirk Hirsch und Stefan Menk wollen eine Alkoholverbotszone. Foto: CDU Buchholz
Max Müller, Bürgermeisterkandidat Dirk Hirsch und Stefan Menk wollen eine Alkoholverbotszone. Foto: CDU Buchholz

Fraktionsgeschäftsführer Max Müller (CDU) ergänzt, die erarbeiteten Maßnahmen könnten „nur eine zusätzliche, flankierende Lösung sein”. Führten sie zu keiner spürbaren Verbesserung, werde sich die Fraktion mit Nachdruck für das Alkoholverbot einsetzen.

Was passiert jetzt in der Innenstadt?

Der Herbergsverein Winsen (Luhe) soll nun die Straßensozialarbeit für Erwachsene aufbauen und einen Tagesaufenthalt in der Innenstadt einrichten, der in den Wintermonaten auch als Wärmeraum dienen soll. Das Projekt startet im Juni 2026 und läuft zunächst bis Mitte 2028.

Die Geschichte der Alkoholverbotszone:

Buchholz Finanzdezernent Dirk Hirsch, der für die CDU als parteiloser Bürgermeisterkandidat antritt, machte im Finanzausschuss deutlich: „Die Sozialarbeit dafür wird nicht gefördert.” 

120.000 Euro kostet die Sozialarbeit pro Jahr

Die Stadt zahlt also 120.000 Euro pro Jahr aus eigener Tasche. Für den Tagesaufenthalt können das Land Niedersachsen mit 90 Prozent und der Landkreis Harburg mit zehn Prozent einspringen. Geeignete Räumlichkeiten sind allerdings noch nicht gefunden. Die Suche nach Vermietern gestaltet sich schwierig.

Alkoholverbotszone frühestens im Juni auf der Tagesordnung

Bernhard Unger, der aus der CDU ausgetreten ist und ebenfalls als Bürgermeisterkandidat antritt, hatte dagegen beantragt, die Alkoholverbotszone schon jetzt wieder auf die Tagesordnung zu setzen. 

Alle Mitglieder des Verwaltungsausschusses, also auch die CDU, stimmte dagegen: Die eigenen Regeln des Rates gelte es zu respektieren und die sehen in der Regel eine sechsmonatige Pause zwischen gleich lautenden Anträgen vor. Das Thema kann frühestens in der Ratssitzung am 22. Juni 2026 erneut aufgerufen werden.

Ordnungsdienst noch im Aufbau

Der kommunale Ordnungsdienst, auf den die CDU ebenfalls setzt, befindet sich noch im Aufbau. Nach zwei Jahren soll evaluiert werden, ob Streetwork und Tagesaufenthalt die Situation tatsächlich verbessert haben. (JOTO)

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