
Buchholz in der Nordheide. Ein kleiner Straßenhund mit großen, traurigen Augen kauert hinter einem Tisch vor dem Straßencafé. Auf der Strandpromenade streicht eine junge, etwas verwahrloste Katze schnurrend um die Beine der Urlaubsgäste. Viele Menschen berühren solche Begegnungen während der Ferienzeit. Oft entsteht der Wunsch, das Tier einfach mit nach Hause zu nehmen. Der Veterinärdienst des Landkreises Harburg ruft dazu auf, sich verantwortlich zu verhalten und Tiere nicht spontan zu kaufen oder mitzunehmen.
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„Viele Menschen möchten einem Tier ein besseres Leben ermöglichen. Das ist ein nachvollziehbarer und ehrenwerter Gedanke”, sagt Thorsten Völker, Leiter der Abteilung Migration, Ordnung und Verbraucherschutz des Landkreises Harburg. „Dieses Mitgefühl sollte jedoch mit Verantwortung einhergehen. Wer sich vor einer geplanten Mitnahme an uns wendet und informiert, schützt nicht nur das betroffene Tier, sondern auch die Gesundheit von Menschen und anderen Tieren”, sagt Völker. Oft genüge ein rechtzeitiges Beratungsgespräch, um Enttäuschungen, Erkrankungen oder tierschutzrechtliche Probleme zu vermeiden.
Wer ein Tier aus dem Ausland mit nach Deutschland bringen möchte, muss je nach Tierart und Herkunftsland unterschiedliche Einreisebestimmungen beachten. Hunde oder Katzen müssen abhängig vom Herkunftsland eindeutig gekennzeichnet sein, über einen gültigen Tollwutschutz verfügen und mit den erforderlichen Gesundheitsdokumenten reisen. Für viele Tierarten gelten weitere veterinärrechtliche Vorschriften. Wer ein Tier ohne die erforderlichen Impfungen, Untersuchungen oder Bescheinigungen nach Deutschland bringt, riskiert erhebliche Konsequenzen. Im schlimmsten Fall darf das Tier nicht einreisen, muss in Quarantäne oder sogar wieder in das Herkunftsland zurückgebracht werden.
Gefahr durch Tierseuchen und illegalen Handel
Zudem besteht die Gefahr, Tierseuchen wie die Tollwut einzuschleppen, die in vielen beliebten Urlaubsländern noch immer vorkommen. Nicht jedes Tier, das Urlauber am Straßenrand oder auf Märkten sehen, stammt tatsächlich aus einer Notsituation. Hinter vermeintlichen Fund- oder Straßentieren steckt mitunter organisierter illegaler Tierhandel. Besonders junge Hunde und Katzen werden häufig ohne ausreichenden Impfschutz zu früh von der Mutter getrennt und mit gefälschten Papieren angeboten.
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Wer ein Tier spontan übernimmt oder kauft, unterstützt unter Umständen ungewollt kriminelle Strukturen und setzt sich sowie das Tier erheblichen gesundheitlichen und rechtlichen Risiken aus. Wer ein Tier aus dem Ausland nach Deutschland mitbringen oder aus dem Urlaub adoptieren möchte, sollte sich darum dringend bereits vorher beraten lassen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Veterinäramts in Winsen können unter der Rufnummer 04171 693–466 oder per E‑Mail an veterinaerdienst@lkharburg.de genau sagen, welche Einreisevorschriften gelten und was bereits im Urlaubsland erledigt werden muss.
Wer einem Tier dauerhaft ein gutes neues Zuhause schenken will, hat dafür auch vor der eigenen Haustür gute Gelegenheiten. In den Tierheimen in der Region warten zahlreiche Hunde, Katzen und andere Haustiere darauf, an tierliebe Menschen vermittelt zu werden. Das geht ganz ohne lange Transportwege, gesundheitliche und rechtliche Risiken. (tj)
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