Sonnenfinsternis heute Abend: Brunsberg bietet beste Sicht

Nur mit speziellen Sonnenfinsternisbrillen nach der Norm DIN EN ISO 12312-2:2015 lässt sich das Naturschauspiel gefahrlos beobachten. Foto: Symbolbild
Nur mit speziellen Sonnenfinsternisbrillen nach der Norm DIN EN ISO 12312-2:2015 lässt sich das Naturschauspiel gefahrlos beobachten. Foto: Symbolbild

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Buchholz in der Nordheide. Wer am Mittwochabend in Buchholz den Blick zum Himmel richtet, kann ein seltenes Naturschauspiel erleben. Der Mond schiebt sich vor die Sonne und verdeckt zum Höhepunkt rund 86 Prozent der Sonnenscheibe. Die partielle Sonnenfinsternis beginnt gegen 19.14 Uhr, ihr Maximum erreicht sie um 20.08 Uhr. Entscheidend für eine gute Sicht sind ein möglichst freier Horizont in Richtung Westen bis Nordwesten und eine geeignete Sonnenfinsternisbrille.

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Den besten Beobachtungsplatz bietet der Brunsberg bei Sprötze. Die 129 Meter hohe Erhebung besitzt eine freistehende Bergkuppe mit weitem Blick über die Heide und Waldlandschaft. Die Lüneburger Heide GmbH empfiehlt den Brunsberg ausdrücklich auch für Sonnenuntergänge. Vom Bahnhof Sprötze sind es zu Fuß rund zwei Kilometer bis zum Gipfel, die Gehzeit beträgt etwa 25 Minuten. Die Empfehlung lautet deshalb: Am Bahnhof parken und den restlichen Weg zu Fuß gehen. Weil der Brunsberg Naturschutzgebiet ist, gilt auch bei diesem außergewöhnlichen Himmelsereignis: auf den Wegen bleiben, Hunde anleinen und keinen Müll zurücklassen. 

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Die Sonne steht zum Höhepunkt der Finsternis nur etwa fünf bis sechs Grad über dem Horizont. Eine freie Wiese ist deshalb nicht automatisch ein guter Platz. Steht 100 oder 200 Meter weiter eine hohe Baumreihe in Richtung Nordwesten, kann die Sonne bereits vollständig dahinter verschwinden. 

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Gegen 20.54 Uhr geht die Sonne bei einem Azimut von rund 297 Grad im Nordwesten unter. Für Beobachter in der Nordheide verschwindet die teilweise bedeckte Sonne deshalb vor dem astronomischen Ende der Finsternis hinter dem Horizont. Beim Wetter bleibt etwas Spannung: Für Buchholz wird am frühen Abend zunächst stärkere Bewölkung erwartet. Gegen 20 Uhr werden jedoch wieder Auflockerungen prognostiziert. Die Chance besteht also, dass sich gerade rund um den Höhepunkt der Finsternis größere Wolkenlücken zeigen.

Ohne spezielle Brille drohen bleibende Schäden

Der direkte Blick ohne geeigneten Schutz ist gefährlich. Das gilt ausdrücklich auch am Abend und auch dann, wenn der Mond bereits den größten Teil der Sonnenscheibe verdeckt. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt spezielle Sonnenfinsternisbrillen nach der Norm DIN EN ISO 12312–2:2015. Die Brille muss unbeschädigt sein, Kratzer oder Risse in der Filterfolie sind ein Ausschlussgrund. 

Normale Sonnenbrillen reichen nicht. Ebenso ungeeignet sind CDs, Röntgenbilder oder geschwärzte Glasscheiben. Bei ungeschütztem Blick können bleibende Schäden an der Netzhaut entstehen. Besondere Vorsicht gilt bei Ferngläsern und Teleskopen. Sie bündeln das Sonnenlicht zusätzlich. Für optische Geräte werden geeignete Sonnenfilter benötigt, die vor dem Objektiv angebracht werden. Wer keine Sonnenfinsternisbrille besitzt, kann auf eine Lochkamera ausweichen. Dabei wird das Bild der Sonne auf eine Fläche projiziert, ohne direkt hineinzuschauen.

Idealerweise sollten Beobachter bereits gegen 19 Uhr losfahren und spätestens gegen 19.30 Uhr am Standort sein. Dann bleibt genug Zeit, die freie Sicht nach West-Nordwest zu prüfen und sich einen guten Platz zu suchen. Das Maximum wird gegen 20.08 Uhr erreicht, danach sinkt die teilweise verfinsterte Sonne schnell dem Horizont entgegen.

Danach folgen die Perseiden

Mit dem Sonnenuntergang ist der Himmelsabend noch nicht vorbei. In der Nacht vom 12. auf den 13. August erreichen die Perseiden ihren diesjährigen Höhepunkt. Das Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt erwartet unter guten Bedingungen etwa 20 sichtbare Sternschnuppen pro Stunde. Die Nordheide könnte heute also gleich zwei Himmelsereignisse hintereinander bieten: zunächst eine schmale Sonnensichel über der abendlichen Heidelandschaft und wenige Stunden später die ersten Sternschnuppen am dunklen Nachthimmel. (tj)

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