Schrumpft Buchholz bis 2045? WfB hinterfragt über 3.300 geplante Wohnungen

Baugebiet am Bahnhofsquartier in Buchholz. Foto: JOTO
Hier soll gebaut werden: Das Baugebiet am Bahnhofsquartier in Buchholz. Foto: JOTO

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Buchholz in der Nordheide. Wächst die Einwohneranzahl in Buchholz wirklich noch? Die neu gegründete Ratsfraktion WIR für Buchholz (WfB) zweifelt daran und hat eine formelle Anfrage an die Stadtverwaltung gestellt. Anlass sind neue Bevölkerungsvorausberechnungen des Landesamtes für Statistik Niedersachsen.

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Das Landesamt für Statistik rechnet mit mehreren Szenarien: Im ersten Fall, der eine relativ starke Zuwanderung annimmt, läge die Einwohnerzahl von Buchholz im Jahr 2045 bei 41.469. Zum Vergleich: Ende 2024 lebten 41.737 Menschen in der Stadt. 

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Das wäre ein Rückgang um weniger als ein Prozent, also faktisch Stagnation. Im zweiten Szenario, das von geringerer Zuwanderung ausgeht, würde die Einwohnerzahl auf 39.984 sinken. Das entspräche einem Minus von mehr als vier Prozent. 

Der entscheidende Hebel in beiden Szenarien ist die Zuwanderung. Niedersachsenweit zeigen Bevölkerungsberechnungen seit Jahren, dass Geburten und Sterbefälle allein ein Defizit erzeugen. Wachstum entsteht also nur durch Zuzug von außen. 

Buchholz wächst nicht mehr

Wie stark dieser Zuzug ausfällt, ist ungewiss. Deshalb rechnet das Landesamt mit verschiedenen Annahmen. Die geringste und größte Wachstumsvarianten zeichnen jedoch dasselbe Grundbild: Buchholz wächst langfristig nicht mehr.

Was die Zahlen noch verraten: Buchholz wird älter

Die Vorausberechnung zeigt nicht nur, wie viele Menschen künftig in Buchholz leben könnten, sondern auch, wie alt sie sein werden. Aktuell sind etwa 29 Prozent der Buchholzerinnen und Buchholzer jünger als 30 Jahre, das entspricht rund 12.000 Menschen. Der Anteil der über 65-Jährigen liegt heute bei 24 Prozent, also rund 10.000 Personen. 

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Im ungünstigeren Szenario dreht sich dieses Verhältnis bis 2045 fast um: Der Anteil der über 65-Jährigen stiege auf knapp 30 Prozent, rund 12.000 Menschen. Der Anteil der unter 30-Jährigen sänke auf gut 26 Prozent, rund 10.500 Personen. In absoluten Zahlen bedeutet das fast 2.000 mehr ältere Menschen und rund 1.500 weniger junge.

Christoph Selke, Grit Weiland und Gudrun Eschment-Reichert haben die neue Ratsfraktion "WIR für Buchholz" gegründet. Foto: Jürgen Dee
Christoph Selke, Grit Weiland und Gudrun Eschment-Reichert haben die neue Ratsfraktion „WIR für Buchholz” gegründet. Foto: Jürgen Dee

Vor diesem Hintergrund stellt die WfB die Wohnbaupläne der Stadt infrage. Allein bei den größeren Projekten stehen laut Fraktion derzeit mehr als 3.300 neue Wohneinheiten im Raum, darunter das geplante Baugebiet an der Bremer Straße mit bis zu 580 Wohnungen. Der Wohnungsbestand würde damit um rund 15 Prozent wachsen, obwohl die Bevölkerung bestenfalls gleichbleibt.

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Co-Fraktionsvorsitzende Grit Weiland sagt: „Wir müssen uns ehrlich fragen, ob die bisherigen Pläne zur Entwicklung der Stadt noch zu den aktuellen Prognosen passen.” Und weiter: „Stadtentwicklungsprojekte wirken über Jahrzehnte. Wir dürfen heute nicht den Leerstand von morgen planen.”

WfB-Ratsfrau Gudrun Eschment-Reichert differenziert: Der demografische Wandel und die steigende Zahl kleiner Haushalte würden zwar weiterhin Wohnraumbedarf erzeugen, sagt sie. Dieser verschiebe sich aber zunehmend hin zu kleineren, innenstadtnahen Wohnungen. Die Antwort der Stadtverwaltung auf die formelle Anfrage der Fraktion steht bislang aus. (JOTO)

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