Buchholz in der Nordheide. Pfefferspray im Gesicht, eine Schreckschusspistole im Gürtel, bespuckte Helferinnen: Die Polizei hat nach dem 50. Buchholzer Stadtfest eine ausführliche Bilanz gezogen. Über eine Massenschlägerei in der Nacht zu Samstag hatte buchholz-aktuell.de bereits berichtet: Schlägerei mit 20 Beteiligten: Mehrere Verletzte in Buchholzer Innenstadt
Von den zahlreichen weiteren Vorfällen war zu diesem Zeitpunkt noch keine Rede. Erst im Anschluss veröffentlichte die Polizei von sich aus eine umfangreiche Pressemitteilung. Darin schildert sie unter anderem einen Pfefferspray-Angriff, zwei Frauen, die Zivilcourage zeigten und dafür bespuckt wurden, sowie einen Mann, der mit einer Schreckschusspistole und 1,3 Promille unterwegs war.
Zur bereits bekannten Schlägerei an der Poststraße liefert die Pressemitteilung nun ergänzende Details. Demnach flogen neben Flaschen auch Stühle. Beim Eintreffen der Beamten flohen die Beteiligten zunächst, ein 20-Jähriger wurde festgehalten. Als sich der Mann einer Personalienfeststellung entziehen wollte, solidarisierten sich Umstehende mit ihm. Es kam zu erneuten, tumultartigen Szenen mit bis zu 20 aktiv Beteiligten.
Schlägerei mit mehreren Verletzten
Die Polizei forderte daraufhin Verstärkung aus dem gesamten Landkreis an. Erst mit Reizgas und der Androhung des Schlagstockeinsatzes beruhigte sich die Lage. Fünf Personen wurden nach Polizeiangaben leicht verletzt. Gegen den 20-Jährigen wird unter anderem wegen Körperverletzung und tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte ermittelt. Als Auslöser nennt die Polizei einen Streit nach einer vermeintlichen Beleidigung.
Bislang unbekannt war ein Vorfall vom Freitagabend. Kurz nach 20 Uhr gerieten an der Lindenstraße gegenüber dem Kabenhof zwei Männer in Streit. Einer von ihnen zog plötzlich ein Pfefferspray und sprühte dem 21-Jährigen ins Gesicht. Anschließend flüchtete er unerkannt.
Zwei Frauen schreiten ein und werden bespuckt
Kurz vor 21 Uhr kam es an der Poststraße nahe Peets Hoff zu einer weiteren körperlichen Auseinandersetzung zwischen zwei Männern. Zwei Frauen im Alter von 17 und 18 Jahren griffen schlichtend ein. Zum Dank bespuckte einer der Männer die beiden Helferinnen und bedrohte sie. Die Frauen konnten rechtzeitig fliehen und die Polizei informieren.
Ihr Einschreiten hatte die Auseinandersetzung verhindert. Den 28-jährigen Mann erkannten die Beamten später bei der Fahndung. Er erhielt einen Platzverweis für das Stadtfest. Gegen ihn wird unter anderem wegen Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung ermittelt.
Schreckschusswaffe gefunden
Etwas später gerieten an derselben Stelle zwei Personengruppen im Alter von 18 bis 25 Jahren aneinander. Die Polizei trennte die Männer, bevor es zu Schlägen kam. Bei der Durchsuchung war einer der acht Männer bewaffnet.
Der 19-Jährige führte eine Schreckschusspistole mit sich. Er konnte zwar einen kleinen Waffenschein vorzeigen, doch das Tragen solcher Waffen ist auf öffentlichen Veranstaltungen auch mit dieser Berechtigung strafbar. Hinzu kamen 1,3 Promille. Die Polizei beschlagnahmte die Waffe und leitete ein Strafverfahren ein. Die Eignung für den Waffenschein prüft nun die zuständige Waffenbehörde. Alle acht Personen erhielten einen Platzverweis.
Belästigung am Empore-Teich
Am Samstag soll ein betrunkener Mann nachts am Empore-Teich mehrere Menschen belästigt haben. Gegen ihn liegt eine Strafanzeige wegen sexueller Belästigung vor. Der Platzverweis blieb wirkungslos. Der Sicherheitsdienst sah den Mann später erneut, woraufhin ihn die Polizei in Gewahrsam nahm.
Schlägerei auch am Samstag
Abseits des Stadtfestes kam es am Samstag gegen 22.40 Uhr an der Bremer Straße in der Nähe des Kinos zu einer weiteren Schlägerei. Dabei wurde ein 19-Jähriger leicht verletzt. Mehrere Beteiligte flüchteten vor dem Eintreffen der Polizei unerkannt.
Auch mehrere Stände und umliegende Geschäfte wurden während des Stadtfestes an den Fenstern beschädigt. Trotz all dieser Fälle verlief das gut besuchte Jubiläumsfest aus polizeilicher Sicht insgesamt friedlich. Zeugen bittet die Polizei Buchholz, sich telefonisch unter der Rufnummer 04181–2850 zu melden. (JOTO)










