Buchholz in der Nordheide. Der traditionsreiche Feldvogel, das Rebhuhn siegt als Symbol für den Schutz der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft. „Wir freuen uns über die Rekordwahlbeteiligung und ganz besonders darüber, dass das Rebhuhn zum Vogel des Jahres gewählt wurde – das ist ein klares Signal für den Artenschutz“, sagt Jana Jensen, Leiterin der NABU-Regionalgeschäftsstelle Elbe-Weser.
Bei der sechsten öffentlichen Wahl des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) und seines bayerischen Partners, dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV), gingen insgesamt 184.044 Stimmen ein. Mit 44,5 Prozent der Stimmen machte das Rebhuhn eindeutig das Rennen und löst damit den Hausrotschwanz aus dem Jahr 2025 als Vogel des Jahres ab. Die Amsel erhielt 26,8 Prozent der Wählerstimmen, die Waldohreule kam auf 12,7 Prozent, dicht gefolgt von der Schleiereule mit 11,7 Prozent. Der Zwergtaucher musste sich mit 4,5 Prozent der Stimmen zufriedengeben.
Früher war das Rebhuhn während eines Spaziergangs ein vertrauter Anblick. Seit den 1960er-Jahren ist der Bestand um mehr als 90 Prozent gesunken. In Niedersachsen werden die aktuellen Zahlen des Brutbestandes auf rund 30.000 Paare geschätzt. Auf der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands wird das Rebhuhn seit 2020 als „stark gefährdet“ eingestuft, so die Angaben des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten (DDA) – https://www.dda-web.de/.
Vertreter vieler Arten – und immer noch bedroht
„Das Rebhuhn steht exemplarisch für die kritische Situation vieler Arten, die in unserer intensiv genutzten Agrarlandschaft kaum noch Lebensräume finden. Sein drastischer Rückgang zeigt, dass wir dringend eine naturverträglichere Landwirtschaft brauchen – mit Hecken, Brachen und Blühstreifen statt ausgeräumter Flächen“, erklärt Jana Jensen.
Die Hauptursachen für den Rückgang sind der zunehmende Einsatz von Pestiziden, die Vereinheitlichung der Ackerflächen, die Intensivierung der Landwirtschaft sowie der Verlust strukturreicher Lebensräume durch den Rückgang von Hecken, Feldrainen und Brachen. Bereits im Jahr 1991 war das Rebhuhn Vogel des Jahres – nach wie vor sollte diese Situation für die Menschen alarmierend sein.
Wissenswertes über das Rebhuhn
Das Rebhuhn (Perdix perdix) ist ein mittelgroßer Hühnervogel, braun-grau gefiedert mit rötlich gefärbtem Brustbereich. Bei einer Körperlänge von etwa 28 bis 32 Zentimetern bringt das Rebhuhn ein Gewicht von 300 bis 400 Gramm auf die Waage. Der Hühnervogel bevorzugt offene Kulturlandschaften, Felder, Wiesen und Hecken. Im Winter bilden Rebhühner kleine Gruppen in ihrer ganzjährigen Heimat.
Rebhühner ernähren sich von Samen, Getreide, Insekten und Würmern. Jungtiere greifen besonders gerne auf Insekten zurück und sind auf tierische Kost angewiesen. Das Rebhuhn ist tagaktiv und sehr scheu. Sichtet man es im Flug, ist dieser meist flach und kurz. Befindet sich das Rebhuhn im Fluchtmodus, geschieht dies bevorzugt durch Rennen und Verstecken. Männliche Rebhühner fallen mit ihrem rauen Revierruf „kirräck“ in den frühen Morgen- und späten Abendstunden auf.
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Die Brutzeit des Bodenbrüters liegt im Zeitraum von April bis Juli und dauert etwa 23 bis 25 Tage. Das weibliche Rebhuhn legt zehn bis zwanzig Eier in eine einfache, geschützte Nestmulde in dichtem Gebüsch oder Gestrüpp. Beide Eltern kümmern sich nach dem Schlüpfen um die Aufzucht der nestflüchtigen Küken.
Der NABU plant für das kommende Jahr zahlreiche Aktionen, um die Öffentlichkeit für den Schutz des Rebhuhns und seiner Lebensräume zu sensibilisieren. Weitere spannende Informationen sind unter https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/vogel-des-jahres/2026/index.html erhältlich. (af)
Hinweis 27.12.2025, 15.45 Uhr: In einer vorigen Version des Artikels zeigten wir ein falsches Foto. Das haben wir korrigiert.











