
Buchholz in der Nordheide. Bahnhofsaufzüge, die immer wieder stillstehen. Fehlende Blindenleitstreifen. Keine barrierefreien öffentlichen Toiletten. Solche Hindernisse erschweren den Alltag vieler Menschen in Buchholz erheblich. Die Ratsfraktion WIR für Buchholz will das ändern und hat einen Ratsantrag eingereicht.
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Mit dem Antrag schlägt die Fraktion vor, Inklusion künftig systematisch in der Stadtentwicklung zu verankern. Gemeinsam mit der Verwaltung, der Politik und dem Inklusionsbeirat sowie möglichst auch mit dem Jugendrat und dem Seniorenbeirat sollen Kriterien entwickelt werden, die bei künftigen Planungen selbstverständlich berücksichtigt werden. Außerdem sollen bestehende Barrieren in Buchholz erfasst und schrittweise abgebaut werden.
Ausgangspunkt des Antrags waren der Aktionstag des Netzwerks „Barrierefrei leben” im Mai sowie ein anschließender Austausch mit dem Inklusionsbeirat. Dabei wurde deutlich, dass es in Buchholz an vielen Stellen Nachholbedarf gibt.
Systematische Herangehensweise gefordert
„Für mich beginnt gute Kommunalpolitik damit, Probleme zu erkennen und sie anschließend Schritt für Schritt zu beheben”, sagt Grit Weiland, Bürgermeisterkandidatin und Ko-Fraktionsvorsitzende von WIR für Buchholz. „Genau das wollen wir mit diesem Antrag erreichen.” Es reiche nicht, einzelne Missstände zu diskutieren. Die Fraktion brauche einen Überblick darüber, wo Barrieren bestehen, welche Abhilfen sinnvoll sind und welcher Standard künftig für städtische Vorhaben gelten soll. „Inklusion darf nicht nur an einem Aktionstag Aufmerksamkeit bekommen”, sagt Weiland. „Sie muss zu einem festen Maßstab unserer Stadtentwicklung werden.”
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Der Co-Fraktionsvorsitzende Christoph Selke ergänzt: „Barrierefreiheit muss immer von Anfang an Teil der Lösung sein. Dafür wünschen wir uns die Stimmen der Betroffenen mit Verwaltung und Politik an einem Tisch.”
Nutzen für alle Bürger
Gudrun Eschment-Reichert, Stadträtin von WIR für Buchholz, betont den Nutzen für alle. „Von einer inklusiven Stadt profitieren nicht nur Menschen mit Behinderungen”, sagt sie. Barrierefreie Wege, Gebäude und Angebote helfen ebenso älteren Menschen, Familien mit Kinderwagen, Kindern und Jugendlichen. „Was für manche unverzichtbar ist, macht den Alltag für uns alle einfacher.”
Der Antrag richtet sich an den neuen Rat. WIR für Buchholz möchte das Thema jedoch bereits jetzt auf den Weg bringen, damit gleich zu Beginn der neuen Wahlperiode mit einer Bestandsaufnahme, der Entwicklung verbindlicher Kriterien und einem Maßnahmenplan begonnen werden kann. Ziel ist ein Buchholz, das für alle Menschen besser funktioniert. (tj)
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