
Buchholz in der Nordheide. Die nächste überraschende Wendung im Buchholzer Wahlkampf: Grit Weiland und Christoph Selke, die bisherigen Co-Fraktionsvorsitzenden der Buchholzer Liste, haben gemeinsam mit der fraktionslosen Gudrun Eschment-Reichert die neue Ratsfraktion „WIR für Buchholz” (WfB) gegründet. Das teilte Grit Weiland am Sonntag mit.
Die Trennung kommt durchaus überraschend, denn Weiland trat bei der letzten Kommunalwahl noch als Bürgermeister-Kandidatin für die Buchholzer Liste an und landete mit 24,8 Prozent nur knapp hinter der SPD. In dieser Woche wurde bekannt das die Liste ohne eigenen Kandidaten bei der kommenden Wahl antritt.
Sie hat für die aktuelle Wahl ebenfalls durchaus überraschend Michael Riedel von Volt als gemeinsamen Kandidaten mit den Grünen aufgestellt – buchholz-aktuell.de berichtete.
In den internen Vorgesprächen zwischen SPD, Linke, Grüne, Volt und der Buchholzer Liste hatten sich in den letzten Monaten sowohl Weiland als auch Riedel als Spitzenkandidat für das Bürgermeisteramt beworben. Nachdem die SPD und Linke sich aus den Verhandlungen zurückzogen, wurde Riedel als Kandidat aufgestellt.
Trennung war notwendig
Grit Weiland berichtet, dass „intensive Gespräche über die bisherige und künftige Zusammenarbeit seien der Entscheidung der Neugründung voraus gegangen”. Unterschiedliche Vorstellungen über Strukturen und Herangehensweisen hätten die Trennung letztlich notwendig gemacht.
„Wenn sich beiderseitige Erwartungen dauerhaft unterscheiden, wird gemeinsames Vorankommen zunehmend schwieriger”, sagen die ehemaligen Fraktionsvorsitzenden in ihrer Begründung.
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Gleichzeitig betonen Selke und Weiland ihre Wertschätzung für die gemeinsame Zeit sowie für viele konstruktive Begegnungen und Erfolge innerhalb ihrer bisherigen Fraktion.
Selke und Eschment-Reichert waren beide in der SPD
Christoph Selke und Gudrun Eschment-Reichert kennen sich bereits aus ihrer Zeit bei der SPD in Buchholz. Eschment-Reichert trat während der aktuellen Amtsperiode aus der SPD aus. Selke bereits einige Jahre zuvor.
Die drei Ratsmitglieder wollen den Schritt nicht als Bruch verstehen, sondern als Neuaufstellung. Sie danken der Buchholzer Liste für die Zusammenarbeit und bleiben auch künftig an einem respektvollen und sachorientierten Miteinander im Rat interessiert, sagen sie.
Veränderungen im Stadtrat seit der Wahl 2021 zu 2026
CDU: 12 -> 11 (Austritt 2025 von Bernhard Unger)
SPD: 7 -> 5 (Austritt 2022 von Gudrun Eschment-Reichert, Austritt 2025 von Martin Gerdau)
FDP: 4 -> 4
GRÜNE: 7 -> 7
Buchholzer Liste: 4 -> 2 (Austritt 2026 von Grit Weiland und Christoph Selke)
AfD: 2 -> 2
Wir für Buchholz: 0 -> 3 (Neugründung 2026)
Fraktionslose: 2 -> 4 (Gudrun Eschment-Reichert 2022 Eintritt und 2026 Austritt, Martin Gerdau seit 2025, Bernhard Unger seit 2025)
Zugleich würden sie auf „eine konstruktive Zusammenarbeit mit allen demokratiefreundlichen Fraktionen im Stadtrat setzen”, um gemeinsam tragfähige Lösungen für Buchholz zu entwickeln.
Die neue Fraktion „Wir für Buchholz” wolle sich bis zum Ende der Ratsperiode für die Anliegen der Buchholzerinnen und Buchholzer einsetzen. Sie fordere vom Bürgermeister unter anderem mehr Engagement zur Erhaltung des Buchholz Bus, eine Beschleunigung der Schaffung von Wohnraum auf der Rütgersfläche sowie eine vorausschauende Stadtentwicklung.
Bei genügend Unterstützung soll es weiter gehen
Bei ausreichender Unterstützung wolle man diesen Weg auch über die aktuelle Ratsperiode hinaus fortsetzen. Diese endet im September mit der Kommunalwahl. Martin Dieckmann, Sprecher des Vorstands der Buchholzer Liste, bestätigte gegenüber buchholz-aktuell.de den Austritt von Weiland und Selke. (JOTO)
Hinweis: Wir haben den Artikel mit weiteren Informationen zu den Zielen von WIR für Buchholz und um weitere Hintergründe ergänzt.













