
Buchholz in der Nordheide/Tostedt/Landkreis Harburg. Wie lassen sich Bus und Radverkehr weiter verbessern? Welche Fördermöglichkeiten gibt es für kommunale Mobilitätsprojekte? Und wie können Kommunen, Polizei, Schulen und Verbände gemeinsam Verkehrssicherheit fördern? Um diese Fragen ging es beim vierten Netzwerktreffen Mobilität des Landkreises Harburg. 40 Vertreterinnen und Vertreter der Städte und Gemeinden sowie der Kreisverwaltung kamen dazu im Winsener Kreishaus zusammen.
Mobilität bleibe eine Daueraufgabe und ende nicht an Gemeindegrenzen, sagte Erster Kreisrat Josef Nießen in seiner Eröffnung. Vielfach stehe man vor Ort vor ähnlichen Herausforderungen und oft komme man schneller zu guten Lösungen, wenn man Erfahrungen austausche und kontinuierlich zu Mobilitätsthemen im Gespräch bleibe. Genau dafür habe man dieses Netzwerk geknüpft, so Nießen. Er freue sich sehr, dass man nun schon zum vierten Mal zusammenkomme, um Mobilität im Landkreis gemeinsam zu gestalten.
Zweimal im Jahr bringt das Netzwerk Mobilität die Kommunen und verschiedene Bereiche der Kreisverwaltung zusammen. Ziel ist es, Informationen auszutauschen, gemeinsame Fragestellungen zu diskutieren und Mobilitätsprojekte über Gemeindegrenzen hinweg voranzubringen. Dementsprechend breit war das Themenspektrum beim jüngsten Treffen.
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Mareile Kleemann von der Stabsstelle Kreisentwicklung, Wirtschaftsförderung und Mobilität stellte das Fördermittelmanagement MCON vor. Der Dienstleister unterstützt den Landkreis bei der Nutzung geeigneter Förderprogramme und steht den Kommunen über den Landkreis ebenfalls zur Prüfung von Fördermöglichkeiten für konkrete Projekte zur Verfügung.
Neuigkeiten gab es aus der Radverkehrskoordination. Rachel Werner vom Betrieb Kreisstraßen und Radverkehr informierte unter anderem über das Thema Rad im Wirtschaftsverkehr, die Auswirkungen der neu angepassten Straßenverkehrsordnung und die Möglichkeiten, Straßenraum rechtssicher neu zu verteilen. Weitere Themen waren die Arbeit der AG Radverkehr, die Fußverkehrskonferenz der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen Niedersachsen/Bremen, eine geplante Inhouse-Schulung im Januar 2027 sowie aktuelle Daten aus Radverkehrszählungen.
Besonders konkret zeigte sich die Weiterentwicklung der Mobilitätsangebote beim öffentlichen Personennahverkehr. Friedhelm Stradtmann von der Abteilung Kreisentwicklung, Wirtschaftsförderung und Mobilität stellte die Verbesserungen vor. Bereits ab Montag, 26. Oktober, verbessert sich der Busverkehr in Seevetal. Durch die Verkehrsfreigabe der Decaturbrücke kann Hörsten mit der Linie 343 wieder an Maschen und Meckelfeld angebunden werden.
Zum Jahresbeginn 2027 folgen weitere Neuerungen. In Jesteburg entsteht ein Ortsverkehr, der unter anderem die Waldklinik und das Museum Kunststätte Bossard besser erschließt.
Neue Linien verbinden die Region
Auch in den Samtgemeinden Tostedt und Hollenstedt wird das Busangebot weiterentwickelt. Klarere Takte und direktere Linienführungen sollen die Nutzung erleichtern. Neu hinzu kommen unter anderem die Linie 4850 zwischen Hollenstedt und Tostedt sowie die Linie 4840 von Sprötze über Kakenstorf nach Tostedt. Ergänzt wird das Mobilitätsangebot in der Region durch den Bedarfsverkehr hvv hop Elbe-Heide.
Gleichzeitig richtet der Landkreis den Blick bereits auf die kommenden Jahre. Die Vorbereitungen für die Ausschreibung des Verkehrsvertrags im öffentlichen Personennahverkehr ab August 2029 und für den neuen Nahverkehrsplan, der zum Jahresbeginn 2029 in Kraft treten soll, laufen. Auch über den aktuellen Stand des Bike-Sharing-Projekts der Metropolregion Hamburg informierten die Verantwortlichen beim Netzwerktreffen.
Ein wichtiger Bestandteil des Treffens war der direkte Erfahrungsaustausch mit den Kommunen. Schulwegsicherheit, Tempo 30, Lenkung des Radverkehrs oder der barrierefreie Ausbau von Bushaltestellen gehören zu den Themen, die Städte und Gemeinden derzeit beschäftigen. Dabei ging es auch darum, wo Unterstützungsbedarf besteht und welche Erfahrungen und Lösungsansätze sich auf andere Kommunen übertragen lassen.
Einen besonderen Schwerpunkt bildeten diesmal E‑Scooter. Bereits beim vergangenen Netzwerktreffen hatten die kommunalen Vertreterinnen und Vertreter insbesondere das Fahren auf Gehwegen und problematisches Verhalten von Nutzerinnen und Nutzern thematisiert.
Arbeitsgruppe sucht nach Lösungen
Unter der Überschrift E‑Scooter, Fluch oder Segen, griff Gastreferent Dirk Poppinga von der Polizeiinspektion Harburg das Thema in einem eigenen Vortrag auf.
Dabei soll es aber nicht bei einem gemeinsamen Erfahrungsaustausch bleiben. Geplant ist die Gründung einer Arbeitsgruppe, in der Kommunen, Landkreis, Polizei, Verkehrswacht und ADFC gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern sowie Elternvertretern nach Lösungsansätzen suchen. Im Mittelpunkt steht dabei insbesondere die Frage, wie Jugendliche erreicht, einbezogen und für einen sicheren und rücksichtsvollen Umgang mit E‑Scootern sensibilisiert werden können. (dh)









