Mitten in Buchholz: Hier könnte ein Rechenzentrum entstehen

Das Kaufhaus mit Herz Buchholz an der Bremer Straße. Foto: JOTO
Noch steht hier das Kaufhaus mit Herz Buchholz an der Bremer Straße. Foto: JOTO

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Buchholz in der Nordheide. Ein Rechenzentrum mit 35 Metern Kantenlänge und 20 Metern Höhe könnte an der Bremer Straße mitten in Buchholz entstehen. Dort wo heute das „Kaufhaus mit Herz” seinen Platz hat. Sechs Entwicklungsfirmen aus ganz Deutschland haben diese Idee der Stadt vorgeschlagen. Das geht aus Dokumenten hervor, die die Stadt jetzt veröffentlicht hat.

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Seit Jahrzehnten liegt die Fläche zwischen der Bremer Straße und den Bahngleisen brach. Autofahrer nutzen die Schotterfläche nördlich des Bahnhofs als riesigen, kostenlosen Parkplatz. Schon lange gibt es dort nie umgesetzte Pläne für eine Südtangente und einen neuen ZOB. Am Rande neben einem verlassenen Baumarkt hat das Kaufhaus mit Herz seinen Platz gefunden. 

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Nun könnte auf diesem Grundstück vom Kaufhaus an der Bremer Straße 36c ein Rechenzentrum entstehen: ein großer Gebäudekomplex voller Computerserver, der rund um die Uhr Daten verarbeitet, viel Strom braucht und dabei viel Wärme erzeugt. Die Investoren haben bereits ein erstes Konzept entwickelt. Offiziell heißt das Projekt: „Next-Generation AL Datacenter (Tier 3+) KI und High-Performance-Computing (HPC) N1”

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Die Investoren versprechen der Stadt in ihrem Konzept einiges. Das Rechenzentrum soll mit neun Megawatt IT-Leistung arbeiten. Die dabei entstehende Abwärme soll über ein Wärmenetz Schulen, Kindertagesstätten, das Rathaus, Sporthallen und Wohnhäuser heizen. Das klingt nach einem Gewinn für die ganze Stadt. Insbesondere weil die Stadt selbst um ein eigens Wärmnetz ringt. Außerdem würde das Rechenzentrum „keine Lärm- oder Abgasbelastung” verursachen.

Hat Buchholz genug Strom?

Doch schon jetzt gibt es erste Zweifel: Die Stadtwerke warnen seit Langem vor Kapazitätsengpässen im vorgelagerten Stromnetz. Es ist also fraglich, um ein stromintensives Rechenzentrum genügend Leistung bekommen würde.

Auch beim Wärmekonzept bremst die Verwaltung: Die vorliegenden Ideen des Investors zur Abwärmenutzung seien „nicht valide”, weil weder die technische Machbarkeit noch die Wirtschaftlichkeit eines Wärmenetzes bislang belastbar geprüft wurden.

Der Schotterparkplatz am Bahnhof Buchholz wird von Pendlern genutzt und soll im Zuge der Südtangente verschwinden. Foto: JOTO

Hinzu kommt ein baulicher Grund. Mit 35 Metern Kantenlänge und 20 Metern Höhe auf dem ca. 7.400 Quadtratmeter großem Grundstück sprengt das geplante Gebäude die Maße, die bisher im „Bahnhofsumfeld Nordwest” vorgesehen sind. Dort soll nach derzeitiger Einschätzung ein gewöhnliches Gewerbegebiet entstehen, in dem ein Rechenzentrum dieser Größe gar nicht gebaut werden dürfte. 

Die zuständige Abteilung „Stadt- und Grünplanung” hat das Projekt deshalb aus diesem Verfahren herausgenommen und will es getrennt behandeln. Dazu müsste der Bebauungsplan angepasst werden.

Investoren drängen auf schnelle Entscheidung

Die Investoren machen in einem Schreiben ans Rathaus bereits Druck: „Jedes Zögern bei der B‑Plan-Abstimmung würde bedeuten, dass die Stadt die Wärmewende in den Folgejahren mit Millionen an eigenen Steuergeldern selbst finanzieren muss. Stimmen Sie dem noch vorzulegenden B‑Plan zu und machen Sie den Weg frei für das modernste, grünste und wirtschaftlichste Energieprojekt, das Buchholz je gesehen hat.”

Die Politik soll sich jetzt mit den Ideen beschäftigen. Die erste öffentliche Anhörung gibt es dazu am Donnerstag, 17. September um 18.30 Uhr im Rathaus. Die Investoren sollen eine Machbarkeitsstudie zur Wärmenutzung bezahlen. Wie die Idee, beim Stadtrat ankommt ist bislang unklar. Bis zu einer möglichen Umsetzung dürfte es noch Jahre dauern. Die Investoren selbst peilen eine Fertigstellung bis 2030 an. (JOTO)

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