Ministerpräsident Olaf Lies: Lokaljournalismus ist unverzichtbar

Niedersachsens Ministerpräsident im Gespräch mit Johannes "Jojo" Tapken. Foto: JOTO
Niedersachsens Ministerpräsident im Gespräch mit Johannes "Jojo" Tapken. Foto: JOTO

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Buchholz in der Nordheide/Landkreis Harburg. „Ohne Lokaljournalismus gibt es keine funktionierende Demokratie.” Diese deutlichen Worte fand Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) im exklusiven Gespräch mit Johannes „Jojo” Tapken und Tobias Johanning von buchholz-aktuell.de. Darin erklärt Lies, warum lokale Berichterstattung unersetzlich ist und wie sie finanziert werden könnte.

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Lies sieht den Lokaljournalismus als einen zentralen Baustein der Demokratie. „Über Berlin und Hannover wird viel berichtet, doch die aktuelle Information vor Ort ist die Lebenswirklichkeit der Menschen”, sagt der Ministerpräsident. Die entscheidende Frage sei, ob es gelinge, Qualitätsjournalismus aus den Blasen der digitalen Medien herauszuhalten. „An Social Media ist nichts sozial”, betont Lies. Stattdessen brauche es eine Quelle mit einer ganz anderen Form der Qualität, weil Inhalte recherchiert und nachgefragt werden, statt nur gehörte Meinungen zu übernehmen. 

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Qualitätsjournalismus dürfe kein Ehrenamt sein, macht Lies deutlich. Es solle gerade nicht sein, dass jemand nach Lust und Laune mal etwas mache. Qualität habe ihre Struktur und ihren Preis. Der Ministerpräsident betont, dass es nicht darum gehe, nur aus Idealismus zu berichten, sondern professionelle Standards zu erfüllen. Diese Professionalität unterscheide seriöse lokale Medien von den schnellen, oft ungeprüften Informationen in sozialen Netzwerken.

Digitale Abgabe soll Finanzierung sichern

„Um Lokaljournalismus zu stärken, muss man sich die Frage stellen, wie diejenigen, die nur Profit ziehen, an der Finanzierung von Qualitätsjournalismus beteiligt werden können”, erklärt Lies. Als Stichwort nannte er eine digitale Abgabe auf europäischer Ebene in Brüssel. Mit einer solchen Abgabe könnten diejenigen gestärkt werden, die unter großem wirtschaftlichem Druck vor Ort Lokaljournalismus machen. Ohne eine systemische Finanzierung gehe es nicht, räumt der Ministerpräsident ein.

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Lies selbst bezieht seine Nachrichten auf verschiedenen Wegen. Zu Hause in Wilhelmshaven habe er noch eine gedruckte Zeitung, berichtet er. Allerdings komme diese meistens nicht. Deshalb lese er die Lokalzeitung auch digital auf dem Tablet, um immer zu wissen, was vor Ort los sei. Beruflich lebe er im Wesentlichen mit Pressespiegeln, weil er nicht überall suchen könne, was wichtig sei. Doch Lokalzeitung sei etwas anderes, betont der Ministerpräsident.

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„Der besondere Wert lokaler Berichterstattung liegt darin, dass man Dinge liest, die man gar nicht lesen wollte”, erklärt Lies. Man erfahre, was wichtig sei, um das eigene Umfeld zu verstehen. (tj/JOTO)

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