Mentoring-Programm stärkt Frauen für die Kommunalpolitik

Eine erfolgreiche Bilanz von „Frau.Macht.Demokratie“ ziehen die Teilnehmerinnen bei ihrer Abschlussfahrt zum Landtag in Hannover. Foto: Landkreis Harburg
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Buchholz in der Nordheide/Landkreis Harburg. 25 Frauen aus dem Landkreis Harburg haben ein Jahr lang Kommunalpolitik kennengelernt. Zum Abschluss des Mentoring-Programms „Frau.Macht.Demokratie” besuchte die Gruppe den Landtag in Hannover. Einige der Teilnehmerinnen wollen bei der Kommunalwahl im September kandidieren.

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Frauen sind in der Politik nach wie vor unterrepräsentiert. Nur etwa jedes dritte kommunale Mandat wird von einer Frau ausgefüllt. Das Mentoring-Programm sollte dazu beitragen, mehr Frauen für politische Ämter zu gewinnen. Erfahrene Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker begleiteten die Neueinsteigerinnen ein Jahr lang, gaben ihnen Einblick in ihre Arbeit und ebneten Wege. 

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„Ich wünsche allen Mentees, dass sie den Mut, die Erfahrungen und die neuen Netzwerke aus diesem Mentoringjahr mitnehmen und ihren eigenen Weg in Politik und Gesellschaft selbstbewusst weitergehen”, sagt Andrea Schrag, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Harburg. Demokratie lebe von Menschen, die sich einbringen, und genau dazu habe dieses Programm einen wichtigen Beitrag geleistet.

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Größter Standort nach Hannover

Das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung hatte das Mentoring-Programm initiiert. Im Januar 2025 startete der Landkreis Harburg mit 25 politikinteressierten Frauen und insgesamt 23 Tandems in das Mentoringjahr. Damit war der Landkreis Harburg, abgesehen von der Region Hannover, der Standort mit den meisten Mentees.

Die Begeisterung war so groß, dass das Netzwerk auch nach dem offiziellen Ende weiter bestand. Die Teilnehmerinnen trafen sich weiter und nahmen an Workshops teil. Die Themen: „Motivation, Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit” sowie „Klar auftreten, wirksam argumentieren und eigene Themen voranbringen”. Die gemeinsame Abschlussfahrt nach Hannover rundete das Programm ab.

„Das Programm zeigte deutlich: Frauen wollen mitreden und mitbestimmen”, sagt Schrag und zieht eine positive Bilanz. Das Programm habe gezeigt, dass Frauen Verantwortung übernehmen und die Zukunft der Demokratie mitgestalten möchten. Frauen engagierten sich zwar vielfältig, aber in der Politik gebe es großen Nachholbedarf. Ein höherer Frauenanteil in den Parteien und Parlamenten könne die Debatten und Entscheidungskultur positiv voranbringen.

Einige der Teilnehmerinnen wollen den Schritt in die Politik wagen und kandidieren. Andere engagieren sich auf andere Weise politisch oder gesellschaftlich. Für manche passt eine Kandidatur derzeit noch nicht zur persönlichen Lebenssituation. Der Einblick in die kommunalpolitische Arbeit und die neu geknüpften Kontakte seien jedoch für alle ein großer Gewinn gewesen.

„Es ist etwas entstanden, was ich im Vorhinein nie für möglich gehalten hätte”, sagt eine Teilnehmerin. Eine andere Frau hat sich vorgenommen: „Ich bin traurig, dass es jetzt vorbei ist. Beim nächsten Mal bin ich auf jeden Fall als Mentorin dabei.”

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Auch Mentorinnen begeistert

Auch die Mentorinnen und Mentoren ziehen eine positive Bilanz. „Mentorin zu sein bedeutet immer viel Arbeit. Ich bin schon mehrere Jahre dabei, und jede Mentee ist anders. Genau das macht es jedes Mal wieder spannend und zu einer neuen Herausforderung”, berichtet eine Mentorin.

Schrag freut sich über das große Engagement: „Mein Dank gilt allen, die das Mentoringprogramm mit ihrem persönlichen Einsatz unterstützt haben.” Sie dankt den Mentorinnen und Mentoren ebenso wie den Gleichstellungsbeauftragten, den Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartnern sowie den vielen Menschen aus Politik und Verwaltung. Dieses gemeinsame Engagement habe das Programm weit über die eigentliche Mentoringphase hinaus bereichert.

Dass Niedersachsens Sozialminister Dr. Andreas Philippi bereits einen weiteren Durchgang des Mentoringprogramms angekündigt hat, sei ein wichtiges Signal. „Demokratie lebt von unterschiedlichen Perspektiven. Deshalb ist es wichtig, auch künftig gute Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sich mehr Frauen selbstverständlich politisch einbringen und Verantwortung übernehmen können”, sagt Schrag. (dh)

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