
Buchholz in der Nordeide/Landkreis Harburg. Für die beiden Brüder war es keine Frage: Die Impfung gegen Humane Papillomviren nehmen sie wahr. „Das ist eine Chance für mehr Sicherheit”, sagt der 14-jährige Maximilian. Der 17-jährige Bastian nickt. „Das ist ein wichtiger Schutz gegen Krebs”, ergänzt er. So wie die beiden dachten zahlreiche Jugendliche am Dienstag, 2. Juni, beim ersten von zwei Impfterminen, die der Landkreis Harburg anbietet.
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Juliane Thoms, Präventionsbeauftragte des Gesundheitsamtes, ist zufrieden. „Wir hatten eine gute Resonanz und auch mehrere Jugendliche, die spontan gekommen sind, und alle sind mit einem Lächeln rausgegangen”, sagt sie. Auffällig: „Wir hatten wesentlich mehr Jungen, die gekommen sind, obwohl die meisten Menschen zu Unrecht denken, dass sich vor allem Mädchen impfen lassen müssen. Aber die Impfung ist für alle wichtig”, sagt Thoms.
Im Rahmen des HPV-Aktionsmonats unter dem Motto „Impfung & Ipanema” gibt es am Dienstag, 23. Juni, von 14 bis 17 Uhr im Gesundheitsamt am Schloßplatz 6 in Winsen eine zweite Möglichkeit für den Pieks gegen Krebs. Jugendliche im Alter von neun bis 17 Jahren können sich in lockerem Rahmen impfen lassen, als Treffpunkt mit alkoholfreien Cocktails. „Wir haben dafür schon einige Anmeldungen, es gibt aber noch freie Impfmöglichkeiten”, sagt Thoms.
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Weniger als die Hälfte vollständig geschützt
Infektionen mit Humanen Papillomviren gehören weltweit zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Oft bleiben sie unbemerkt, bestimmte Virustypen erhöhen jedoch das Risiko für einige Krebsarten. Nicht einmal jeder zweite Jugendliche im Landkreis Harburg ist vollständig gegen HPV geimpft. „Wir wollen mit den Aktionstagen die Impfquote erhöhen und sensibilisieren”, sagt Amtsärztin Astrid Schwemin.
Humane Papillomviren sind so verbreitet, dass sich die meisten Frauen und Männer im Laufe ihres Lebens anstecken. Übertragen werden die Viren hauptsächlich beim Geschlechtsverkehr. Oft heilt die Infektion unbemerkt und ohne Behandlung aus. Allerdings gibt es auch Infektionen, die zu Krebserkrankungen wie Gebärmutterhalskrebs oder zu Genitalwarzen führen. In Deutschland erkranken jährlich etwa 7.450 Frauen und rund 3.000 Männer an Krebs durch HPV. Die Impfung als zuverlässiger Schutz ist für Mädchen und Jungen im Alter von neun bis 14 Jahren empfohlen.
„Es gilt: Je früher desto besser. Der Schutz ist am höchsten, wenn die Impfung vor dem ersten möglichen Kontakt mit dem Virus erfolgt. Sie ist aber auch später noch möglich”, sagt Thoms. Kinder und Jugendliche müssen von einem Elternteil begleitet werden. Jugendliche bis 14 Jahren benötigen nach sechs Monaten eine zweite Impfung zum vollständigen Schutz, ab 15 Jahren sind drei Impfungen erforderlich. Die Folge- und Auffrischungsimpfungen können anschließend in der betreuenden Praxis vorgenommen werden.
Anmeldungen für den Termin am 23. Juni sind telefonisch unter der Rufnummer 04171–693372 möglich. (dh)
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