
Buchholz in der Nordheide/Landkreis Harburg. Mehr als 750 Mobile Retterinnen und Retter sind inzwischen im Landkreis Harburg im Einsatz. Die Ehrenamtlichen leisten lebensrettende Hilfe, wenn jede Minute zählt. In deutlich über der Hälfte aller Fälle treffen sie noch vor dem Rettungswagen am Einsatzort ein und beginnen sofort mit der Wiederbelebung. Das Projekt startete Mitte 2023. Seitdem ist die Zahl der freiwilligen Helferinnen und Helfer stetig gewachsen. Im vergangenen Jahr erlitten schätzungsweise 136.000 Menschen in Deutschland einen plötzlichen Herz-Kreislaufstillstand außerhalb eines Krankenhauses. Nach nur drei bis fünf Minuten ohne Blutfluss beginnen Gehirnzellen unwiederbringlich zu sterben. Die Mobilen Retter werden gemeinsam mit dem Rettungswagen alarmiert, wenn sie sich in der Nähe befinden.
Landrat Rainer Rempe nutzte bei einem gemeinsamen Abend im Katastrophenschutzzentrum in Winsen die Gelegenheit, den Mobilen Retterinnen und Rettern persönlich zu danken. „Dass Sie sich für dieses wichtige Ehrenamt zur Verfügung stellen und Menschen in lebensbedrohlichen Situationen zur Seite stehen, ist alles andere als selbstverständlich”, sagte Rempe.
Die Helferinnen und Helfer leisteten das in ihrer Freizeit, neben zeitintensiven Jobs, privaten Verpflichtungen und anderen Ehrenämtern. „Das Schlimmste, was man im Ernstfall machen kann, ist nichts zu tun”, betonte der Landrat. Sein Dank ging auch an die beteiligten Organisationen wie DRK, JUH, die Freiwilligen Feuerwehren, die Kreisrettungsdienstgesellschaft, DLRG, THW und die kreiseigenen Krankenhäuser in Winsen und Buchholz.
Nächstes Ziel sind 1.000 Helfer
Kai-Martin Pöllmann, Leiter der Abteilung Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz, schloss sich den Worten des Landrats an. „Wir danken den Mobilen Retterinnen und Rettern für ihre Bereitschaft, rund um die Uhr erreichbar zu sein und für ihren Mut, Menschen in den vielleicht schwersten Minuten ihres Lebens beizustehen”, sagte Pöllmann. Als nächstes Ziel nannte er die Marke von 1.000 Mobilen Rettern.
Dr. Annette Lorey-Tews, Fachärztin für Anästhesiologie und Rettungsmedizin sowie Ärztliche Leitung Notarztdienst Landkreis Harburg, machte deutlich, welchen Unterschied die Hilfe im Ernstfall macht. „Die Qualität der Ersten Hilfe bei einer Reanimation hat sich durch den Einsatz der Mobilen Retterinnen und Retter spürbar gesteigert”, sagte Lorey-Tews. Die Ehrenamtlichen seien häufig noch vor dem Rettungswagen vor Ort und auch während des Rettungsdiensteinsatzes eine wichtige Unterstützung.
Seit Anfang November ist der Landkreis Harburg in eine regionsübergreifende Alarmierung eingebunden. Mobile Retterinnen und Retter aus anderen teilnehmenden Landkreisen werden nun auch bei Notfällen im hiesigen Kreisgebiet alarmiert und umgekehrt. Das hat Vorteile für Berufstätige, die in benachbarte Kreise pendeln und dort nun ebenfalls Hilfe leisten können. Wer sich ehrenamtlich als Mobiler Retter oder Retterin engagieren möchte, bringt im Idealfall medizinische Vorkenntnisse mit. Grundsätzlich können aber alle Erwachsenen Mobile Retter werden. Interessierte werden mit einer Ersthelferausbildung und Reanimationstrainings auf den Einsatz vorbereitet. Ansprechpartner ist Florian Fietz, stellvertretender Leiter der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle der Kreisverwaltung, per E‑Mail unter mobileretter@lkharburg.de. Mehr Informationen gibt es unter www.portal.mobile-retter.org/regionen/landkreis-harburg. (dh)










