Landkreis Harburg: Fast jedes fünfte Kind mit Sprachdefiziten

Beim Trägertreffen der Kindertagesstätten betonten (von links) Juliane Thoms, Sophie Stenzel und Janine Stebner-Pietruska die Bedeutung der Sprachförderung. Foto: Landkreis Harburg
Beim Trägertreffen der Kindertagesstätten betonten (von links) Juliane Thoms, Sophie Stenzel und Janine Stebner-Pietruska die Bedeutung der Sprachförderung. Foto: Landkreis Harburg

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Buchholz in der Nordheide/Landkreis Harburg. Fast jedes fünfte Kind weist bei der Schuleingangsuntersuchung sprachliche Entwicklungsrückstände auf. Diese alarmierenden Zahlen präsentierte das Gesundheitsamt bei einem Trägertreffen der Kindertagesstätten im Landkreis Harburg. Die Abteilung für Besondere Leistungen für Kinder und Jugendliche hatte die Träger eingeladen, um über Sprachbildung und Sprachförderung zu sprechen.

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Kinder, die sich nicht richtig ausdrücken können, verlieren in der Schule schnell den Anschluss. Sprache ist der Schlüssel zur weiteren Bildung. Umso wichtiger ist die frühe Sprachförderung in der Kindertagesstätte. Genau dort setzt der Landkreis mit seinem Regionalen Sprachkonzept an. 

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Die Fachberatung Sprache des Landkreises blickte bei dem Treffen auf das vergangene Kindergartenjahr zurück und stellte das umfangreiche Qualifizierungsangebot vor. Außerdem gab es einen Ausblick auf geplante Maßnahmen und Beratungsangebote. Das Gesundheitsamt präsentierte die aktuellen Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen zum Bereich Sprache.

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Große Resonanz bei Fortbildungen

Rund 350 pädagogische Fachkräfte nahmen im vergangenen Kindergartenjahr an verschiedenen Fortbildungs- und Qualifizierungsangeboten teil. Die rege Teilnahme und positive Resonanz zeigt, welch hohen Stellenwert das Thema Sprachbildung in den Kindertagesstätten hat. Die pädagogischen Fachkräfte arbeiten engagiert daran, Kinder in ihrer sprachlichen Entwicklung zu unterstützen.

Juliane Thoms, Präventionsbeauftragte des Gesundheitsamtes, verdeutlichte mit den Ergebnissen der Schuleingangsuntersuchungen, wie wichtig dieser Einsatz ist. Fast jedes fünfte Kind weist sprachliche Entwicklungsrückstände auf. Erstmals erfasste das Gesundheitsamt auch, wie viele Familien für ihr Kind auf der Warteliste für einen Logopädieplatz stehen.

Knapp 160 Familien gaben an, auf einen entsprechenden Therapieplatz zu warten. Diese Zahl verdeutlicht das Ausmaß des Problems. Die Wartelisten für Logopädie sind lang, viele Kinder können nicht zeitnah versorgt werden.

Eltern stärker einbeziehen

„Die Ergebnisse zeigen, dass weiterhin großer Handlungsbedarf besteht”, sagt Janine Stebner-Pietruska, Leiterin der Abteilung Besondere Leistungen für Kinder und Jugendliche. Die Einrichtungen allein könnten das nicht leisten und so alle Sprachdefizite auffangen. Das sei Aufgabe aller, die sich um die Kinder kümmern.

„Als Landkreis setzen wir deshalb verstärkt auch auf Maßnahmen, die Eltern als wichtige Partner in der Sprachbildung und Sprachförderung einbeziehen”, sagt Stebner-Pietruska. Damit ist ein wichtiger Rahmen für die weitere Arbeit gesetzt. Die Einrichtungen können Sprachprobleme nur gemeinsam mit den Familien angehen.

Die Beteiligten waren sich einig, Sprachbildung und Sprachförderung auch künftig kontinuierlich im Blick zu behalten. Die Zusammenarbeit soll weiter gestärkt werden. Der regelmäßige Austausch, praxisnahe Qualifizierungsangebote und eine gemeinsame fachliche Ausrichtung sollen dazu beitragen, Sprachbildung nachhaltig im pädagogischen Alltag zu verankern. (dh)

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