
Buchholz in der Nordheide. Zahlreiche Laichballen des geschützten Grasfrosches sind in den Feenteichen im Büsenbachtal zerstört worden. Der Grund: Offenbar haben Hundehalter ihre Vierbeiner zum Baden in die flachen Uferbereiche springen lassen, obwohl dort Leinenpflicht herrscht. Die Folgen für die Amphibien sind verheerend.
„Die Folgen sind fatal”, sagt Armin Hirt von der Abteilung Umwelt des Landkreises. Die Feenteiche gelten als wichtiges Refugium für viele Amphibienarten. Sie sind die Säuglingsstation und Kinderstube der Frösche. Doch nicht alle Besucher des beliebten Naherholungsziels halten sich an die Regeln zum Schutz von Flora und Fauna.
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Besonders die Flachwasserbereiche sind für Frösche überlebenswichtig. Direkt nach dem Winter legen viele Arten ihre Laichballen in das ufernahe, besonnte Wasser. Dieses erwärmt sich besonders schnell und bietet ideale Bedingungen für die Entwicklung der Kaulquappen. Auch der Grasfrosch, der 2018 zum Lurch des Jahres gekürt wurde, nutzt diese Zonen. Seine Laichballen können aus 700 bis 4.500 Eiern bestehen.

„Leider haben Naturliebhaber immer wieder beobachtet, dass genau hier Besucher ihre Hunde zum Baden in die Teiche springen ließen”, sagt Hirt. Die Hunde zertreten dabei den Laich und reißen ihn aus dem Ballenzusammenhang. Die Eier verdriften und sinken ins kalte Wasser ab. Zusätzlich wirbeln die Tiere Schlamm auf, der den Laich verunreinigt. In der Folge verpilzt der beschädigte Laich häufig. Die meisten Kaulquappen können sich nicht mehr entwickeln und sterben ab. Das hat weitreichende Konsequenzen für das gesamte Ökosystem: Auch Kreuzottern und Ringelnattern sind auf junge Frösche als Nahrung zwingend angewiesen.
Landkreis erwägt Sperrung von Teilen des Talgrundes
Der Landkreis weist eindringlich auf die Vorgaben wie Wegegebot und Leinenpflicht zum Schutz der Natur hin. „Wir wollen die Menschen sensibilisieren, respektvoll mit der Natur umzugehen, Rücksicht zu nehmen und das mit viel Mühe und Liebe zum Detail entwickelte Biotop zu schützen”, sagt Hirt. Man möchte, dass die Menschen die Natur erleben können. „Wir würden es sehr bedauern, wenn wir das einschränken müssen”, mahnt er. Doch genau das könnte die Konsequenz sein. „Für das kommende Jahr muss überlegt werden, Teile des Talgrundes vom Büsenbach bis zum Schlüpfen der Kaulquappen komplett zu sperren”, sagt Hirt.
Eigentlich wolle man die vielen Besucher nicht am unmittelbaren Naturerlebnis hindern. Der jüngste Vorfall ist kein Einzelfall. Die Rangerinnen und Ranger haben im Büsenbachtal immer wieder mit freilaufenden Hunden zu tun. „Unkenntnis und Rücksichtslosigkeit gegenüber der Natur nehmen leider weiter zu”, sagt Hirt.
Die Feenteiche am Fuße des Pferdekopfes sind ein Refugium für Mensch und Natur. Im Sommer prägt das Quaken der Frösche die Idylle ebenso wie das Zwitschern der Vögel oder das Zirpen der Heuschrecken. Der Landkreis Harburg hat die frühere Fischteichanlage erfolgreich zu einem naturnahen Biotop umgestaltet. Rohrkolben und Schwertlilien wachsen heute am Teichrand. Die früheren Fischteiche haben sich zu einem Lebensraum für Amphibien, Libellen und Reptilien wie der Ringelnatter und der Zauneidechse entwickelt. Von der Umgestaltung profitiert aber nicht nur die Tier- und Pflanzenwelt. Entstanden ist ein wunderschönes Naherholungsgebiet, das Wanderer und Spaziergänger anzieht. An den Feenteichen sind mehrere Bänke aufgestellt, damit Besucher die Teiche unmittelbar erleben können. Auch der Heidschnuckenweg führt durch die Flächen. (dh)










