
Buchholz in der Nordheide/Jesteburg. Schwarz glänzen die Steine über dem Ofenloch noch heute. Der Ruß der Jahrzehnte hat sich tief in sie eingebrannt, als hätten sie all die Feuer für immer bewahrt. Doch das Feuer in dem alten Steinbackofen auf dem Brookhoff in Lüllau ist seit Jahrzehnten erloschen. Das allerdings soll sich bald wieder ändern. Denn das historische Backhaus erstrahlt nach aufwendiger Sanierung in neuem Glanz.
„Das Backhaus gehört einfach dazu”, sagt Besitzer Achim Peters. Den müsse man einfach erhalten. Klein und beinahe unscheinbar steht das alte Backhaus direkt an der Dorfstraße, gleich an der Hofeinfahrt. Gleich dahinter murmelt leise ein kleiner Quellbach. Die gesamte Hofanlage mit Bauernhaus, Dorfkrug, Wassermühle, Schafstall, Speicher und Hofeichen ist ein denkmalgeschütztes Ensemble und vermittelt einen Eindruck, wie ein großer Heidehof früher aussah. Ende des 19. Jahrhunderts war das Backsteingebäude errichtet worden. Damit gehört es zu den jüngeren Backhäusern im Landkreis Harburg.
Die Backfläche besteht aus Schamottsteinen, das Gewölbe aus feuerfesten Ziegeln. Der Ofen wurde direkt im Backraum befeuert, ohne separate Brennkammer. Durch diese direkte Befeuerung entstand eine enorme Anfangshitze, ideal für kräftiges, dunkles Brot, das lange haltbar war.
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Seltenes Denkmal wird wiederbelebt
Über Jahrzehnte wurde der Ofen etwa alle vier Wochen angeheizt. „Bis zu 100 Brote wurden dann gebacken”, erzählt Peters. Eine aufwendige Angelegenheit: Vier bis fünf Stunden lang wurde aufgeheizt, bis die Temperatur in der Backkammer 230 bis 240 Grad betrug. Um zu prüfen, ob es heiß genug war, wurde ein Laib mit einer Ähre Gerste hineingeschoben.
Peters kennt das Backhaus seit seiner Kindheit, doch die Backzeit war damals bereits beendet. Seit er sich erinnern kann, diente der Backsteinbau als Schuppen. „Da stand alles Mögliche drin. Mein Opa hatte sogar mal die Idee, Garagen draus zu machen”, erzählt er. Im Laufe der Zeit verfiel der Bau. Das Dach war undicht, die Wände wiesen tiefe Risse auf. Bei der Sanierung musste das Gebälk teilweise ebenso erneuert werden wie der Schornstein, für den die alten Steine wiederverwendet wurden.
Nun erstrahlt das Backhaus wieder wie vor fast 150 Jahren. Peters will dort unter anderem Backtage veranstalten, um die alte Tradition neu aufleben zu lassen. Dann wird vielleicht erneut Rauch aus dem Schornstein steigen und der Duft von frischem Brot sich zwischen den alten Eichen ausbreiten.
Das Backhaus in Lüllau ist eins von rund 1.000 Denkmalen im Landkreis Harburg. „Die alten Backhäuser, die als solche erlebbar sind, sind aber eine Seltenheit”, sagt Caroline Kleinert, die Denkmalschutzbeauftragte bei der Kreisverwaltung. Etwa 20 alte Backhäuser sind landkreisweit als Kulturdenkmale registriert, überwiegend Fachwerkgebäude. „Bei kleineren ohne sinnvolle Nutzung droht leider oft der Verfall”, so Kleinert. Umso mehr freut sie sich über die Sanierung in Lüllau. „Dieses Backhaus ist schon besonders, weil es als Massivbau errichtet wurde.”
Rund 60.000 Euro haben die Arbeiten gekostet, die die Denkmalpflege eng begleitet hat. Es gab rund 42.000 Euro an öffentlicher Förderung als EU-Mittel aus dem Leader-Programm sowie 5.500 Euro vom Landkreis und 5.000 Euro von der Gemeinde Jesteburg. Kleinert betont die Bedeutung solcher Denkmale: „Das sind Gebäude, die nicht nur eine große Geschichte und baukulturelle Bedeutung haben, sondern auch einen Blick in die Vergangenheit bieten und das Selbstverständnis und die Identifikation mit der Region prägen.” (dh)













