
Buchholz in der Nordheide. Sitzen, atmen, heben, Kinder tragen oder Sport machen – alltägliche Bewegungen, die plötzlich Probleme bereiten können. Wenn die Bauchwand an Stabilität verliert und Brüche entstehen, schränkt das die Lebensqualität erheblich ein. Die Bauchwand trägt maßgeblich zur Stabilität des Rumpfes, zum Schutz der inneren Organe und zur Beweglichkeit des Menschen bei. Bauchwandbrüche sind zudem aus kosmetischer Sicht aufgrund stark sichtbarer Schwellungen und Vorwölbungen oftmals sehr belastend für Betroffene.
„Neben der sicht- und deutlich tastbaren Schwellungen im Bereich des Bauchnabels, können Schmerzen und Druckgefühle im Bereich des Nabels oder im Rücken sowie Verdauungsprobleme weitere Indizien für Brüche in der Bauchwand, sogenannte Hernien, sein”, sagt Oliver König, leitender Oberarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie und Hernienexperte. Die häufigsten Brüche in der Körpermitte sind laut König Leistenbrüche, Nabelbrüche oder Narbenbrüche.
Beim GesundheitsGespräch am Donnerstag, 18. Juni, um 18 Uhr zum Thema „Bauchwandbruch, Leistenbruch und Schwäche der Bauchwand nach einer Schwangerschaft – was tun?” im Krankenhaus Buchholz schildert König, wie genau Hernien entstehen und wie sie behandelt werden. Im Anschluss an den Fachvortrag steht der Referent für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung. Die Veranstaltung ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
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Männer und Frauen gleichermaßen betroffen
Von Bauchwandbrüchen sind sowohl Frauen als auch Männer betroffen. Insbesondere Leistenbrüche treten bei Männern aufgrund anatomischer Gegebenheiten im Bereich der Leistengegend sehr häufig auf. Ursachen sind meistens natürliche Schwachstellen der Bauchwand, die sich durch körperliche Belastung oder im Alterungsprozess bemerkbar machen können.
Eine Schwangerschaft und Geburt stellen für die Bauchwand eine hohe Belastung dar. Die Muskulatur sowie das Bindegewebe wird hormonbedingt über einen langen Zeitraum gedehnt und stark beansprucht. Dadurch verliert die Körpermitte an Widerstandsfähigkeit und Festigkeit, der Druck im Bauch steigt, um Platz für den Nachwuchs zu machen. Bauchwandhernien oder Schwächen in der Mittellinie, sogenannte Rektusdiastasen, können dadurch begünstigt werden. Folgen sind eine Schwäche der Bauchwand mit Funktionsverlust und nicht selten auch starke Rückenschmerzen.
Sollte eine Operation notwendig sein, wird diese frühestens etwa ein Jahr nach der Geburt durchgeführt, da sich das Gewebe dann wieder gefestigt hat. Im Krankenhaus Buchholz werden jedes Jahr mehr als 600 Bauchwandbrüche operiert. Die Diagnostik erfolgt in der Regel im Rahmen der Herniensprechstunde, in der auch Behandlungsangebote sowie die Nachsorge besprochen werden.
„In sehr vielen Fällen können die Hernien ambulant operiert werden, größere Bauchwandbrüche bleiben häufig nur eine Nacht stationär”, sagt König. Mehr als 90 Prozent der Eingriffe führt das Team minimalinvasiv durch. Anschließend ist je nach Eingriff eine Zeit lang körperliche Schonung anzuraten.
Das Krankenhaus Buchholz nimmt zusätzlich an der bundesweiten Herniamed-Studie teil. In deren Rahmen werden zur Qualitätssicherung alle Patienten regelmäßig befragt und nachuntersucht. Anmeldungen zur Herniensprechstunde können über das Sekretariat der Allgemein- und Viszeralchirurgie erfolgen. (dh)
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