Klimawandel: Experte zeigte Lösungen für den Sport auf

Prof. Dr. Sven Schneider zeigte dem Klimaforum Buchholz Möglichkeiten zur Klimaanpassung im Sport auf. Foto: Stadt Buchholz
Prof. Dr. Sven Schneider zeigte dem Klimaforum Buchholz Möglichkeiten zur Klimaanpassung im Sport auf. Foto: Stadt Buchholz
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Buchholz in der Nordheide. Sportler, Trainer und Verbandsfunktionäre müssen sich auf die Folgen des Klimawandels einstellen. Wie das gelingen kann, zeigte Prof. Dr. Sven Schneider bei seinem Vortrag vor dem Klimaforum Buchholz. 

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Der Sozialepidemiologe von der Universität Heidelberg war online ins Sportzentrum von Blau-Weiss Buchholz zugeschaltet. Schneider, der seit 35 Jahren als Leichtathletik-Trainer arbeitet und den Deutschen Olympischen Sportbund in Sachen Klimaanpassung berät, nannte zunächst die Vorteile steigender Temperaturen. Dazu gehören längere Saisonzeiten, geringere Heizkosten für Sportvereine und Leistungssteigerungen bei bestimmten Disziplinen. Doch die Risiken überwiegen deutlich. 

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Fünf Gefahrenbereiche durch Klimawandel

Der Wissenschaftler führte fünf Risikobereiche auf. Bei Gesundheitsrisiken droht Sportlern durch Hitzewellen zunehmend eine Überhitzung. Die Akklimatisation des Körpers brauche etwa 14 Tage, die meisten Hitzewellen dauerten allerdings nicht so lange. Hinzu kommen Hitzeausschläge oder Hefepilz-Infektionen. 

Bei Unfall- und Verletzungsrisiken verwies Schneider darauf, dass die Niederschlagsmenge in Deutschland seit dem 19. Jahrhundert um elf Prozent gestiegen ist. Das erhöhe die Gefahr von Astbrüchen oder Lawinen. UV-bedingte Risiken nehmen ebenfalls zu. Im Vergleich zu den 1950er Jahren ist die Sonnenscheindauer in Deutschland um 215 Stunden pro Jahr gestiegen. Das sorgt für mehr Belastung durch UV-Strahlen, die gerade für Kinder gefährlich sind. 

Bei Infektions- und Intoxikationsrisiken nannte der Experte die Ausbreitung von Zecken wie der Hyalomma-Riesenzecke oder von Mücken wie der Asiatischen Tigermücke. Hier sei ein engmaschiges Monitoring ratsam. Mentale Risiken entstehen durch erhöhten Stress und unkalkulierbare Rahmenbedingungen für Wettkampf-Organisatoren.

Als Maßnahmen empfahl Schneider die Verlagerung der sportlichen Tätigkeiten auf die Morgen- und Abendstunden, vermehrtes Trinken vor Training oder Wettkampf und intensives Kühlen. Der Wissenschaftler zeigte anhand praktischer Beispiele, wie Sport trotz zunehmender Hitze attraktiv bleibt. Dazu gehören Freilufthallen für die Leichtathletik, Blitzschutzhütten an Golfplätzen, künstliche Verschattungsmöglichkeiten oder technische Mückenfallen. 

Zudem solle auf längere Pausen, kostenloses Wasser auch für Zuschauer, Kopfbedeckungen für Wertungsrichter oder Sonnencreme gedacht werden. „Das sind häufig keine besonderen Dinge. Es muss halt einen geben, der daran denkt”, sagt Schneider. 

Auch organisatorische Maßnahmen wie die Anpassung von Regelwerken mit längeren Pausen oder zusätzlichen Wechseln könnten helfen. Personenbezogene Maßnahmen wie Eistonnen für Sportler, Diffusoren für die Teilnehmer, Sonnencremespender oder die gezielte Weiterbildung von Trainern in Sachen Klimaanpassung tragen dazu bei, das Gesundheitsrisiko im Sport zu vermindern. (dh)

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