
Buchholz in der Nordheide/Winsen (Luhe). Mehr als eine Million Euro kamen in wenigen Minuten zusammen. Mit einer Schwarmfinanzierung ermöglichten Bürgerinnen und Bürger den Bau des Solarparks Grevelau an der Autobahn 39. Die Anlage produziert seit 2025 zehn Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Von den Gesamtkosten von rund 4,5 Millionen Euro steuerten private Investoren über eine Million bei.
„Die intensive Bürgerbeteiligung hat dazu beigetragen, dass die Akzeptanz für das Projekt sehr groß war”, sagt Roland Mayer, Prokurist der Stadtwerke Winsen. Auch deshalb habe man die Schwarmfinanzierung für den Solarpark gewählt. Das Pilotprojekt funktionierte so gut, dass die Stadtwerke Winsen auch künftig auf die Bürgerbeteiligung bei größeren Infrastrukturmaßnahmen setzen wollen.
Gerade würden zwei Windparks geplant, die privat kofinanziert werden sollen, berichtet Mayer. Die Stadtwerke Winsen präsentierten das erfolgreiche Modell bei der jüngsten öffentlichen Sitzung des Klimabeirats in Buchholz. Dort ging es um die Frage, wie sich Klimaschutzmaßnahmen auch in Zeiten knapper Kassen finanzieren lassen.
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Kommunale Anleihen als Alternative
Neben der Bürgerbeteiligung stellte Jan Beitlich von der good response GmbH eine weitere Möglichkeit vor. Er berichtete über nachhaltige Finanzierungsinstrumente in Form von kommunalen Anleihen, etwa sogenannten Green Bonds oder Sustainability-Linked Bonds. Dabei wird das Geld von privaten Investoren eingesammelt.
Das Kapital wird entweder projektbezogen eingesetzt oder allgemein dem Haushalt zur Verfügung gestellt. Dieses Instrument eigne sich vor allem bei größeren Investitionen ab etwa 100 Millionen Euro, verdeutlicht Beitlich. Die Summe könne auch mehrere Einzelvorhaben umfassen.Als positive Beispiele für eine derartige Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen nannte er Hannover mit energetischer Gebäudesanierung, Offenbach mit Klimaanpassung und Münster unter anderem mit der Anschaffung von E‑Bussen. Die Instrumente seien bewährt und funktionierten in der Praxis.Der Bedarf sei riesig, sagt Beitlich. Bis 2045 müsse die öffentliche Hand etwa 500 Milliarden Euro in Energie‑, Verkehrs- und Gebäudeinfrastruktur investieren. Die vorgestellten Finanzierungsmodelle könnten helfen, diese Herausforderung zu bewältigen. (dh)












