Klimaanpassung in Buchholz: Ausschuss will mehr Zeit

Buchholzer Innenstadt. Foto: Hamann
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Buchholz in der Nordheide. Rund 200 Seiten Fachtext, online gestellt einen Tag vor der Sitzung: Der Ausschuss für Bauen, Ordnung, Feuerschutz und Kommunalbetrieb sollte am Mittwoch, 2. September, dem Klimaanpassungskonzept für die Stadt zustimmen. Doch die Politik wollte sich nicht drängen lassen. Am Ende stand keine Empfehlung, sondern eine Vertagung.

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Erarbeitet haben das Konzept das im Sommer 2025 eingerichtete Klimaanpassungsmanagement der Stadt und das im Herbst 2025 beauftragte Fachbüro energielenker projects GmbH. Es umfasst acht Arbeitspakete, darunter eine Betroffenheitsanalyse, eine Hotspot-Analyse, einen Maßnahmenkatalog und eine Verstetigungsstrategie. 

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Der Entwurf benennt konkrete Schwachstellen im Stadtgebiet: Beim Starkregen am 26. Mai 2024 fielen stellenweise bis zu 51,6 Millimeter Niederschlag pro Quadratmeter, Straßen standen unter Wasser, im Krankenhaus liefen Flure und Fahrstuhlschächte voll. Als Hitze-Hotspots gelten unter anderem die Innenstadt, der Bereich Peets Hoff sowie ein Streifen entlang der Bremer Straße bis zum Krankenhaus.

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Klimaanpassungsmanagerin Sharon Myers, die den Sachstand vorstellte, sagte, der Entwurf zum Klimaanpassungskonzept sei fertig. Mit der Umsetzung kurz- und mittelfristiger Maßnahmen soll zeitnah begonnen werden. Als Erstes will die Stadt ein klimaangepasstes Feuerwehrgerätehaus in Holm-Seppensen mit Dachbegrünung und naturnaher Versickerung angehen, außerdem ein Starkregenkonzept, die Rückhaltung von Regenwasser vor Ort, die Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen und Öffentlichkeitsarbeit.

Wo das Geld herkommen soll

Finanziert werden soll das über Folgeförderanträge des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz. Das laufende Vorhaben ANK-DAS A.1 endet im Mai 2027, die Anschlussvorhaben laufen jeweils drei Jahre. Über den Baustein A.2 lassen sich die befristete Stelle des Klimaanpassungsmanagements sowie Beteiligung und Öffentlichkeitsarbeit mit 80 Prozent fördern, maximal 275.000 Euro. Der Baustein A.3 deckt 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben für eine ausgewählte Maßnahme ab, höchstens 200.000 Euro. Die städtischen Mittel sollen bei den Beratungen zum Doppelhaushalt 2027/2028 eingeworben werden.

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Genau an der Kurzfristigkeit entzündete sich die Kritik. Sophie Arps (CDU) sagte, sie tue niemandem einen Gefallen, wenn sie über so umfangreiche Maßnahmen pi mal Daumen abstimme. Gudrun Eschment-Reichert (WfB) verwies darauf, dass die 200 Seiten erst am Vortag online gestellt worden seien. Sonja Hesse (GRÜNE) sagte, ein Tag reiche nicht, um so viel Text zu lesen, zu verstehen und überhaupt den Diskussionsbedarf herauszufinden. 

Sie merkte zudem an, die zweite Maßnahme der Prioritätenliste wäre aus ihrer Sicht eigentlich Nummer eins. Frank Piwecki (SPD) vermisste Angaben zur Wirkung der einzelnen Maßnahmen und zur Frage, worüber der Rat und worüber die Verwaltung entscheidet. Zum großen Kommunikationsanteil sagte er: „Ich kann das nicht mehr hören.” Die Leute wüssten das längst.

Vier Wochen bis zum Rat

Myers hielt dagegen, in die Priorisierung sei eingeflossen, was schnell und gut umsetzbar sei. Öffentlichkeit unterscheide zwischen Klimaschutz und Klimaanpassung bislang nicht, deshalb müsse Kommunikation die Maßnahmen begleiten. Eschment-Reichert beantragte daraufhin, das Thema in eine extra Bauausschuss-Sitzung zu schieben. Der Antrag fand eine Mehrheit: Sechs Mitglieder stimmten dafür, zwei enthielten sich, eine Stimme fiel dagegen. (JOTO)

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