Kein Stress in der Heide: Neue Hinweistafeln sollen Konflikte auf Heidschnuckenweg entschärfen

„Impulse und Erinnerung für mehr Rücksicht“: Dario Mauermann von Naturschutzabteilung des Landkreises Harburg und Christiane Vogt mit den neuen Schildern. Foto: Landkreis Harburg
„Impulse und Erinnerung für mehr Rücksicht“: Dario Mauermann von Naturschutzabteilung des Landkreises Harburg und Christiane Vogt mit den neuen Schildern. Foto: Landkreis Harburg

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Buchholz in der Nordheide/Landkreis Harburg. Wanderer fühlen sich von sausenden Radfahrern bedrängt. Radfahrer klagen über zu wenig Platz. Reiter ärgern sich über fehlende Rücksicht. Auf dem Heidschnuckenweg kommt es an einigen Stellen immer wieder zu Konflikten zwischen verschiedenen Nutzergruppen. Doch das soll sich jetzt ändern.

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„Dabei lassen sich Konflikte oft vermeiden, wenn man auch die Perspektive des anderen beachtet”, sagt Christiane Vogt, Koordinatorin für den Heidschnuckenweg beim Landkreis Harburg. Doch genau das komme oft zu kurz. Daher gibt es ab sofort kleine Erinnerungen: Auf einigen Streckenabschnitten werden lila Hinweistafeln angebracht. 

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„Miteinander – entspannt auf Wegen” steht auf den Tafeln im A4-Format. Sie erinnern daran, dass sich hier verschiedene Gruppen mit unterschiedlichen Interessen den Weg teilen. „Wir wollen die Menschen sensibilisieren, Rücksicht aufeinander zu nehmen”, sagt Vogt. Statt sich über die anderen zu ärgern, sei es eben besser, freundlich zu lächeln und sich daran zu erinnern, dass man gemeinsam die Natur genießen möchte, jeder eben auf seine Weise. 

Die Piktogramme auf den Schildern zeigen dazu typische Begegnungssituationen. Rund 60 Schilder sollen nach und nach entlang des Heidschnuckenweges in den drei Landkreisen Harburg, Heidekreis und Celle angebracht werden, aber bewusst nicht flächendeckend. Die Standorte werden gezielt ausgewählt und die Schilder nur dort auf Holzpfählen angebracht, wo es erfahrungsgemäß häufiger zu Konflikten kommen kann. 

Im Landkreis Harburg sind das beispielsweise zunächst der Bereich Wehlen, wo Reiter ebenso wie Wanderer gemeinsam unterwegs sind, und das Gebiet zwischen Holm-Seppensen und dem Büsenbachtal, wo sich Radfahrende und Wandernde vor allem auf einem Holzsteg den Platz teilen.

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Natur soll im Vordergrund stehen

„Uns ist es wichtig, möglichst wenig Schilder in die Landschaft zu stellen. Die Natur soll am Heidschnuckenweg im Vordergrund stehen – die Tafeln setzen lediglich punktuelle Impulse für mehr Achtsamkeit”, erklärt Vogt. Das Konzept hat die Arbeitsgruppe Heidschnuckenweg dazu eng mit den Unteren Naturschutzbehörden abgestimmt.

Ein rücksichtsvolles Verhalten auf den Wegen komme nicht nur allen Erholungssuchenden zugute, sondern auch der Natur, heißt es von der Arbeitsgruppe: Wer aufmerksam unterwegs sei, halte sich auch an die Regeln, beim Naturerlebnis Tiere nicht zu stören und empfindliche Lebensräume zu schonen.

Die bisher produzierten Schilder tragen das Markierungszeichen des Heidschnuckenwegs. Darüber hinaus hat die Arbeitsgruppe Heidschnuckenweg Druckvorlagen entwickelt, die flexibel angepasst werden können, etwa durch die Integration anderer Markierungszeichen oder auch ganz ohne Kennzeichnung. So ist es möglich, die Tafeln perspektivisch in der gesamten Lüneburger Heide einzusetzen.

Der Heidschnuckenweg gehört zu den schönsten und reizvollsten Wanderwegen Deutschlands und zieht Wanderbegeisterte aus ganz Deutschland an. 2012 eröffnet, führt er auf 223 Kilometern von Hamburg aus durch die drei Landkreise Harburg, Heidekreis und Celle und durch mehr als 30 große und kleine Heideflächen der Nord- und Südheide. Davon zeugen auch das Zertifikat „Qualitätswanderweg Wanderbares Deutschland” des Deutschen Wanderverbands und die Aufnahme in den Verbund „Top Trails – Deutschlands schönste Wanderwege”.

Der Heidschnuckenweg ist in 13 Etappen von unterschiedlicher Länge unterteilt, um die schönsten Flecken der Region zu erkunden. Noch mehr zu entdecken gibt es durch die zwölf Heideschleifen. Die Rundwanderwege umfassen zwischen 1,4 und 20,9 Kilometern. Informationen zum Heidschnuckenweg gibt es unter www.heidschnuckenweg.de. (dh)

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