Kein Geld: Kunsteisbahn in Buchholz droht zu scheitern

Solch ein Eisbahn könnte in Buchholz aufgebaut werden. Foto: Buchholzer Liste
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Buchholz in der Nordheide. Die geplante Kunsteisbahn für die Buchholzer Innenstadt steht auf der Kippe. Der Finanzausschuss lehnte das Projekt „Eiszauber Buchholz” mit fünf zu vier Stimmen ab. Die finale Entscheidung fällt jedoch im Stadtrat und die Mitinitiatorin Grit Weiland (Buchholzer Liste) gibt nicht auf. „Wir werden nicht locker lassen”, sagt sie nach der Sitzung. Eine Überraschung ist noch möglich.

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Weiland zeigte sich enttäuscht über das Votum. „Das ist ein verheerendes Signal an die Stadt, an die Ehrenamtlichen und an die Sponsoren”, sagt sie. Das Projekt sei von ihr zusammen mit Nicole Bracht-Bendt (FDP) und vielen anderen seit einem halben Jahr vorbereitet worden. 

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Nun wolle man Gespräche führen und möglicherweise weiteres Einsparungspotenzial aufzeigen, um im Stadtrat doch noch eine Mehrheit zu gewinnen. „Wir appellieren an alle und hoffen, vielleicht noch andere überzeugen zu können”, so Weiland.

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Das Konzept sah eine 200 Quadratmeter große Kunststoffeisbahn vor, die vom 24. Januar bis 8. Februar 2026 auf dem Peets Hoff stehen sollte. Mit mindestens 30 Ehrenamtlichen, die über die Freiwilligenagentur fee vermittelt wurden, wäre die Bahn 16 Tage lang betrieben worden. 

Konzept mit 30 Ehrenamtlichen

Vormittags sollten Kitas und Schulklassen das Angebot nutzen können, nachmittags und abends war die Bahn für Familien und Jugendliche geplant. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 30.000 Euro, wovon 20.000 Euro bereits mit Sperrvermerk im Haushalt eingestellt waren. Die Differenz hatten bereits Sponsoren aufgefangen, sodass es im Ausschuss nur um die 20.000 Euro von der Stadt ging.

Weiland hatte im Ausschuss eindringlich für das Projekt geworben. „Es geht um ein winterliches Highlight in Buchholz in der sauren Gurken Zeit in der Buchholzer Innenstadt”, sagt sie. Das Angebot richte sich vorrangig an Kinder und Jugendliche, stehe aber allen offen. 

Die Initiatorinnen Nicole Bracht-Bendt (FDP) und Grit Weiland (Buchholzer Liste) hatten sich in Hannover eine vergleichbare Eisbahn angeschaut. Foto: Buchholzer Liste
Die Initiatorinnen Nicole Bracht-Bendt (FDP) und Grit Weiland (Buchholzer Liste) hatten sich in Hannover eine vergleichbare Eisbahn angeschaut. Foto: Buchholzer Liste

„Wir möchten ein Zeichen senden, dass auch in angespannter Haushaltslage etwas geht, wenn alle mit anpacken: Ehrenamt, Sponsoren, Politik”, so Weiland. Eine Onlinebefragung zur Innenstadt habe ergeben, dass Projekte für Kinder und Jugendliche fehlen.

Breite Unterstützung reichte nicht

Wilhelm Pape (FDP) bezeichnete den fraktionsübergreifenden Antrag von Liste, FDP, Grünen und der fraktionslosen Ratsfrau Gudrun Eschment-Reichert als „ganz besonders”. Die 20.000 Euro seien bereits eingepreist, lokale Geschäftsleute hätten erfreulich reagiert. „Wir sollten als Finanzausschuss in der Lage sein, diese Lücke zu schließen, sonst haben wir unser Sitzungsgeld nicht verdient”, sagt Pape. 

Die Finanzierungslücke von 10.000 Euro sollte durch Sponsoring und Einnahmen geschlossen werden. Die Sparkasse Harburg-Buxtehude hatte 2.000 Euro zugesagt, die Stadtwerke Buchholz 500 Euro, weitere lokale Unternehmen insgesamt 1.500 Euro. Zusätzlich sollten durch ehrenamtliche Arbeit Personalkosten von rund 4.000 Euro eingespart werden. 

Frerk Meyer (Grüne) ergänzte, die Grünen hätten eine solche Eisbahn bereits 2017 vorgeschlagen. Die Kosten seien vom ursprünglich geplanten Betrag von 45.000 Euro auf 30.000 Euro reduziert worden. „Das ist sehr gut angelegtes Geld, könnte ein Highlight werden und ein Zeichen setzen, dass wir nicht nur die Gehwege hochklappen”, so Meyer.

Die CDU lehnte das Projekt trotz grundsätzlicher Sympathie ab. „Die Idee ist wunderbar, aber wir haben das Geld nicht übrig”, sagte Sigrid Spieker (CDU). Sie bezweifelte zudem die Umsetzbarkeit mit rein ehrenamtlichem Personal. „Ihr braucht über 90 Zeitfenster. Ihr werdet das nicht alles hinkriegen mit ehrenamtlicher Arbeit, ich habe so etwas häufig genug gemacht”, warnt Spieker. 

Max Müller (CDU) hinterfragte die Prioritätensetzung. Bei nur 16 Betriebstagen müsse man überlegen, ob die 20.000 Euro nicht besser anderswo eingesetzt werden könnten. Im Schlimmsten Fall müsse man bei der Haushaltslage bei anderen Vereinen kürzen. Frank Piwecki (SPD) sah mehrere Probleme. „Es ist kein Eiszauber, es ist Kunststoff”, stellt er klar. Die Bahnen bestünden aus synthetischem Material, seien schwer recycelbar und der Transport sei ökologisch widersprüchlich.

Verwaltung sieht Konsolidierungszwang

Die Verwaltung zeigte sich gespalten. „Jede Veranstaltung in umsatzschwacher Zeit ist sinnvoll”, sagt Buchholz erster Stadtrat Dirk Hirsch. Probleme bereite ihm aber die Finanzierung. „Wir müssen viel konsolidieren, alle Freiwilligkeiten müssen wir kritisch prüfen”, so Hirsch. 

Der Haushalt klaffe auseinander, bisher seien erst Mittel umgeschichtet worden. „Wir haben noch nicht einen Euro geschafft in der Haushaltskonsolidierung”, betont er. Bei einer Zustimmung müsse überlegt werden, wo gekürzt werden könne.

Beim Thema Kunststoffabrieb verwies Weiland auf einen Test, bei dem nach 300 Nutzern nur 1 bis 1,5 Liter Material anfielen. Meyer relativierte die Umweltbedenken: „Im Gegensatz zu einer echten Eisbahn brauchen wir keinen Strom. Beim Mikroplastik gibt es genug Quellen, die mehr erzeugen, das sind Krümel.” 

Das Innenstadtmanagement Herz von Buchholz hatte das Projekt in einem Empfehlungsschreiben ausdrücklich unterstützt. Die endgültige Entscheidung über den Eiszauber Buchholz fällt nun im Stadtrat. (JOTO)

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