IG BAU fordert Flexi-Rente für körperlich harte Berufe

Die IG BAU Hamburg fordert eine Flexi-Rente für Beschäftigte in körperlich belastenden Berufen wie dem Baugewerbe. Foto: IG BAU | Alireza Khalili
Die IG BAU Hamburg fordert eine Flexi-Rente für Beschäftigte in körperlich belastenden Berufen wie dem Baugewerbe. Foto: IG BAU | Alireza Khalili

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Buchholz in der Nordheide/Landkreis Harburg. Von den rund 3.770 Bauarbeitern im Kreis sind nach aktuellen Angaben der Arbeitsagentur gerade einmal rund 170 Beschäftigte älter als 63 Jahre. Eine Zahl, die für Achim Bartels von der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt alles sagt. Der Vorsitzende der IG BAU Hamburg sieht eine kritische Altersgrenze: Für die meisten sei schon Schluss, bevor sie 60 sind. Sie packten die Arbeit auf dem Bau gesundheitlich dann einfach nicht mehr, sagt Bartels.

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Ob Maurer, Dachdecker, Kanal- oder Straßenbauer: Sie machten harte körperliche Arbeit, und das bei Wind und Wetter, bei Hitze und Frost, sagt der Gewerkschafter. Es schaffe kaum einer, auf dem Bau bis 67 zu arbeiten. Wenn es demnächst dann noch länger gehen solle: keine Chance, sagt Bartels. Der Gewerkschafter kritisiert damit die Pläne der Rentenkommission, die die Bundesregierung umsetzen will. 

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Was dabei fehle, sei die Flexi-Rente, also die Chance auf vernünftige Übergänge vom Arbeitsleben in den Ruhestand für alle Branchen, in denen Beschäftigte durch ihren Job gesundheitlich einfach früher am Ende sind, sagt Bartels. Eine faire Rente müsse unbedingt dem Härtegrad der Arbeit, die geleistet wird, angepasst werden. Die IG BAU fordert für die Betroffenen einen Expresszugang in den regulären Ruhestand. Das gelte für die Baubranche, aber auch für die Land- und Forstwirtschaft, die Gebäudereinigung sowie den Garten- und Landschaftsbau. An die heimischen Bundestagsabgeordneten im Kreis Harburg und der Region appelliert die IG BAU Hamburg, Renten-Rückgrat zu zeigen und die Pläne der Bundesregierung dringend zu korrigieren. Andernfalls würden viele Berufe, in denen hart gearbeitet werde, mehr und mehr an Attraktivität verlieren.

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Baby-Boomer vor dem Ruhestand

Ein weiterer Kritikpunkt der Gewerkschaft: das Abschaffen der Rente mit 63. Das wäre gerade für viele Baby-Boomer ein Schlag ins Gesicht, sagt Bartels. Es mache ihnen nämlich einen dicken Strich durch ihre Lebensplanung. Betroffen davon seien viele: Im Kreis Harburg gibt es 44.900 Baby-Boomer, die in den kommenden zehn Jahren in Rente gehen werden. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf Berechnungen des Pestel-Instituts.

Der Chef der IG BAU Hamburg warnt davor, die geburtenstarken Jahrgänge zu enttäuschen: Immerhin hätten viele Boomer ihre Beitragsjahre für die Rente voll. Sie haben 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt und damit eine enorm lange Zeit ihres Lebens gearbeitet, sagt Bartels. Ihnen jetzt, gewissermaßen kurz vor knapp, die Rente mit 63 vor der Nase wegzuschnappen, das gehe nicht. Das koste politisches Vertrauen und Vertrauen in den Staat, ist der Gewerkschafter überzeugt.

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Haltelinie beim Rentenniveau gefordert

Im Fokus der Kritik der IG BAU Hamburg steht auch das Rentenniveau. Dabei gehe es um einen weiteren wichtigen Punkt von den 33 Vorschlägen, die die Rentenkommission vorgelegt hat: Es fehle eine garantierte Haltelinie beim Rentenniveau. Hierauf baue vor allem die kommende Rentner-Generation. Der Staat dürfe den Baby-Boomern ab 2031 kein Absenken des Rentenniveaus unter 48 Prozent zumuten, sagt Bartels. Auch hier müsse die Rentenpolitik Verantwortung zeigen: Rente ist politische Vertrauenssache, sagt der IG-BAU-Bezirkschef.

Die Bundesregierung müsse dringend klarstellen, dass es keinen Einbruch beim Rentenniveau gebe, auch nicht beim Übergang zur kapitalgedeckten Zusatzrente. Grundsätzlich müsse das Rentenniveau dann schnell wieder auf mindestens 53 Prozent kommen, sagt Bartels. Auch hierfür sollen sich die heimischen Bundestagsabgeordneten in ihren Fraktionen in Berlin jetzt stark machen, fordert die IG BAU Hamburg. (dh)

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