
Buchholz in der Nordheide/Landkreis Harburg. Grippe, Rückenprobleme oder psychische Beschwerden bis hin zum Burnout: Der Krankenstand in Deutschland steigt deutlich und belastet Unternehmen zunehmend. Beschäftigte sind im Schnitt drei Wochen im Jahr krankgemeldet. Ursachen und Handlungsmöglichkeiten für kleine und mittlere Unternehmen waren Thema bei der Veranstaltung „Wirtschaftsförderung vor Ort” in Winsen.
Die Stabsstelle Kreisentwicklung / Wirtschaftsförderung / Mobilität des Landkreises Harburg und die Stadt Winsen hatten mit der praxisnahen Veranstaltung „Herausforderung hoher Krankenstand” einen Nerv getroffen. Rund 50 Teilnehmer erhielten Impulse zu möglichen Gründen und Maßnahmen bei diesem komplexen Thema. Die Resonanz und Diskussion zeigten deutlich: Für viele Unternehmen sind steigende Krankheitsquoten eine Herausforderung mit spürbaren Folgen für Produktivität und Unternehmenskultur.
Wiebke Krohn, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin und Arbeitgeberberaterin für Personalentwicklung und soziale Innovation beim Arbeitgeberverband Lüneburg Nordostniedersachsen, gab einen kompakten Überblick über zentrale Einflussfaktoren und typische Warnsignale im Unternehmensalltag. Die Ursachen sind vielfältig: Sie reichen von hoher Arbeitsbelastung über Führungsthemen, Stress und psychische Belastungen bis hin zu Mobbing und Sucht. „Wissenskultur und Gesunderhaltung der Mitarbeitenden wird mittelfristig zu einem der wichtigsten Wettbewerbsfaktoren”, sagte Krohn.
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Führungskräfte spielen zentrale Rolle
Die Arbeitgeberberaterin betonte die Rolle der Führungskräfte auf die Gesundheit der Beschäftigten. „Vorgesetzte sind eine Arbeitsbedingung: Führungskräfte können krank machen oder die Gesundheit stärken”, sagte Krohn. Entsprechend groß sei die Bedeutung der zwischenmenschlichen Gesundheitsförderung. Für eine gesunde Personalführung dürften die Bedeutung von Wertschätzung, Anerkennung und Lob ebenso wenig unterschätzt werden wie Transparenz und Kommunikation. Eine wichtige Maßnahme, um die Abwesenheitsquote zu senken, könnten auch Krankengespräche sein.
Krohn gab zudem Tipps zum Umgang mit verschiedenen Krankheiten, wie Hygienekonzepte, um Erkältungskrankheiten vorzubeugen oder dem Erkennen von mentaler Überlastung, um die psychische Gesundheit zu stärken. „Eine regelmäßige Analyse der Fehlzeiten hilft, krankheitsbedingte Ausfälle effektiv zu reduzieren und Muster zu erkennen”, sagte die Referentin. Anhand der Daten könnten Unternehmen dann entsprechende Präventionsmaßnahmen planen und so ein lernendes System für ein langfristiges Gesundheitsmanagement schaffen.
Die Teilnehmer steuerten in der konstruktiven, angeregten Diskussion viele eigene Erfahrungen bei. Es blieb genügend Zeit für Fragen und zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch. Ferner gab es Informationen über die verschiedenen Unterstützungsangebote und Fördermöglichkeiten rund um das Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement. „Wirtschaftsförderung vor Ort” ist eine Veranstaltungsreihe des Landkreises Harburg in Kooperation mit den kreisangehörigen Städten und Gemeinden für Unternehmer sowie Interessierte im Landkreis Harburg. (dh)













