Hohe Eigentumsquote im Landkreis Harburg – Junge Generation bleibt beim Hauskauf auf der Strecke

Wohnhaus mit Grundstück. Foto: Symbolbild
Wohnhaus mit Grundstück. Foto: Symbolbild
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Buchholz in der Nordheide/Landkreis Harburg. Im Landkreis Harburg gibt es rund 72.800 Wohnungen, deren Eigentümer keine Miete zahlen müssen. Sie nutzen ihre Immobilie selbst. Das entspricht einer Wohneigentumsquote von 57 Prozent. Das geht aus einer regionalen Wohnungsmarkt-Analyse hervor, die das Pestel-Institut im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel erstellt hat. 

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Bundesweit liegt die Quote nur bei 43,5 Prozent. Deutschland sei ein Mieter-Land und lande beim Ranking zum Wohneigentum im Europa-Vergleich nur auf dem vorletzten Platz, sagt Matthias Günther vom Pestel-Institut. Besonders schwer haben es junge Menschen. Die eigenen vier Wände rangieren bei den Menschen zwar immer noch ganz oben auf der Wunschliste, sagt Günther. Aber gerade die 25 bis 40 Jahre alten Menschen könnten sich immer seltener ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung leisten. 

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Rund 48.300 Menschen dieser Altersgruppe leben nach Angaben des Pestel-Instituts aktuell im Landkreis Harburg. Dabei gehörten gerade Jobstarter und Familiengründer zur typischen Klientel für Wohnungskauf und Hausbau, sagt Günther. Aber die Nestbauer-Generation sei längst zur Verlierer-Generation beim Wohneigentum geworden.

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Zuschüsse und Niedrigzinsprogramm gefordert

Der Bund habe zuletzt die Eigenheimzulage und dann das Baukindergeld abgeschafft, kritisiert Katharina Metzger, Verbandspräsidentin des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel. Damit habe er die effektive Förderung von Wohneigentum faktisch eingestellt. Metzger fordert die Bundesregierung auf, schnell ein Programm für Wohneigentum in die Wege zu leiten. Notwendig seien direkte Zuschüsse. Geld vom Bund also, das auch Durchschnittsverdiener im Kreis Harburg in die Lage versetze, endlich eine Chance auf die eigenen vier Wände zu haben. Außerdem sei ein Niedrigzinsprogramm notwendig.

Hannes Zapf, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau, fordert, der Bund müsse seine Unterstützung für Wohneigentum langfristig garantieren. Es müsse eine Marathon und dürfe keine Sprint-Förderung geben, sagt Zapf. Wer sich heute entscheide, Geld für ein Haus oder eine Eigentumswohnung zu sparen, müsse sich auch in drei, fünf oder sieben Jahren noch darauf verlassen können, dass die Förderung als feste Zusage des Staates stehe. Im Koalitionsvertrag stehe klipp und klar, dass Wohneigentum gefördert werden solle, sagt Metzger. Aber wann, wenn nicht jetzt. Solange keine Unterstützung vom Bund komme, liege der Traum von den eigenen vier Wänden weiterhin auf Eis. Wohneigentum sei auch fürs Alter wichtig, als bewohnbare Rente, als ein Stück Rente in Stein, sagt Zapf. (dh)

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