
Buchholz in der Nordheide/Handeloh. Über die Bedeutung des Wandertourismus für den ländlichen Raum tauschten sich Dr. Christoph Ploß, Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft und Tourismus, Vertreter des Deutschen Wanderverbands, des Landkreises Harburg und der Gemeinde Handeloh bei einer gemeinsamen Wanderung auf dem Heidschnuckenweg aus. Im Mittelpunkt standen die zukünftige Unterstützung erfolgreicher touristischer Angebote und die wirtschaftliche Bedeutung des Wanderns.
Wandern ist nicht nur eine beliebte Freizeitaktivität, sondern auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. „Gerade für unseren Landkreis mit den beliebten touristischen Regionen Heide und Elbe hat das Wandern eine große Bedeutung: als wichtiger Wirtschaftsfaktor, als nachhaltige Form des Tourismus und als niedrigschwellige Möglichkeit der Naherholung für jedermann”, sagt Josef Nießen, Erster Kreisrat. Wandergäste nutzten Gastronomie, Übernachtungsmöglichkeiten und weitere Angebote vor Ort, sagt er. Das schaffe Wertschöpfung und stärke die heimische Wirtschaft.
Eine wichtige Rolle für die touristische Entwicklung spielen Fördermittel des Bundes und der Europäischen Union. So wurde das vom Deutschen Wanderverband vorgestellte Projekt „Klimaangepasstes Qualitätsmonitoring” durch das LIFT-Programm des Bundes ermöglicht. Auch europäische Förderprogramme wie Landschaftswerte und LEADER leisten wichtige Beiträge zur Entwicklung der Region.
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Verlässliche Förderung gefordert
„Gerade ländliche Räume sind auf solche Fördermöglichkeiten angewiesen. Deshalb ist es wichtig, dass Bund und Europäische Union hierfür auch künftig verlässlich Mittel bereitstellen”, sagt Nießen. Wie erfolgreich Investitionen in hochwertige Wanderangebote sein können, zeigt der Heidschnuckenweg. Der Qualitätswanderweg hat sich längst zu einem touristischen Leuchtturm entwickelt.
Mit den Heideschleifen wurde an diesen Erfolg angeknüpft und das qualitätsgeprüfte regionale Wanderangebot weiter ausgebaut. „Der Erfolg des Heidschnuckenwegs zeigt, was wir gemeinsam mit unseren Partnern erreichen können”, sagt Christiane Vogt, Koordinatorin des Heidschnuckenwegs beim Landkreis Harburg. Entscheidend sei, die Qualität dauerhaft zu sichern und das Angebot weiterzuentwickeln.
Die Heideschleifen zeigten, wie an den Erfolg des Heidschnuckenwegs angeknüpft und gleichzeitig weitere Orte und Betriebe in der Region vom Wandertourismus profitieren lassen werden könnten, sagt Vogt. Dazu gehöre auch das Thema Besucherlenkung, das gerade an stark frequentierten Ausflugszielen künftig stärker in den Blick genommen werden müsse. Dabei gelte es, die Interessen der Gäste ebenso wie die Belange der Anwohner und den Schutz der Natur zu berücksichtigen.
Digitale Lösungen für Qualitätssicherung
Neben der Bedeutung des Wandertourismus für die ländliche Wertschöpfung standen die Qualitätssicherung von Wanderwegen und die Digitalisierung im Qualitätsmanagement im Mittelpunkt des Austauschs. An verschiedenen Wegpunkten zeigte der Deutsche Wanderverband beispielhaft, wie digitale Lösungen künftig die Erfassung und Bewertung der Wegeinfrastruktur unterstützen können.
Der Heidschnuckenweg zieht Wanderbegeisterte aus ganz Deutschland an und wurde mehrfach ausgezeichnet, zuletzt als Qualitätswanderweg und beim Wettbewerb Deutschlands schönster Wanderweg. 2012 eröffnet, führt er auf 223 Kilometern von Hamburg aus durch die drei Landkreise Harburg, Heidekreis und Celle und durch mehr als 30 große und kleine Heideflächen der Nord- und Südheide.
Auf 13 Etappen von unterschiedlicher Länge bietet der Heidschnuckenweg ein Wandererlebnis durch die Lüneburger Heide. Noch mehr zu entdecken gibt es durch die zwölf Heideschleifen. Die Rundwanderwege umfassen zwischen 1,4 und 20,9 Kilometern. Informationen zum Heidschnuckenweg gibt es unter www.heidschnuckenweg.de. (dh)
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