Ein Gutachten verspricht weniger Stau in Buchholz, die Stadt widerspricht

Die Ampel-Kreuzung an der Bendstorfer Straße / Hamburger Straße in Buchholz.
"Eine Verlängerung der Freigabezeiten für eine Zufahrt geht jedoch zwangsläufig zulasten einer anderen", sagt die Verkehrsbehörde. Foto: Hamann
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Buchholz in der Nordheide. Es gibt eine einfache Möglichkeit, dass es in Buchholz weniger Stau gibt. Das hatten Verkehrsgutachter vor kurzem in Aussicht gestellt, als die Pläne für die Bebauung der Rütgersfläche der Politik vorgestellt wurden.

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Die Investoren sprachen von Ampelschaltungen, die ganze 10 Prozent verbesserungsfähig seien. Und das schon heute. Die Mitarbeiter der Buchholzer Verkehrsbehörde haben das Gutachten geprüft und sagen auf Nachfrage von buchholz-aktuell.de: So einfach ist das leider nicht. 

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Der Hintergrund: Die brachliegende Rütgersfläche südlich des Bahnhofs soll bebaut werden, deswegen gaben die Investoren ein Verkehrsgutachten in Auftrag. Das Gutachterbüro Argus hatte sich dafür elf Verkehrsknotenpunkte in Buchholz angeschaut.

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Unter anderem an diesen drei Kreuzungen sehen die Gutachter Verbesserungspotenzial bei der Ampelschaltung: Soltauer Straße/Lüneburger Straße, Soltauer Straße/Adolfstraße und Bendestorfer Straße/Hamburger Straße. Die Idee: Ampelphasen anpassen, damit der Verkehr besser fließt. An der Kreuzung Soltauer Straße/Lüneburger Straße zum Beispiel soll die Umlaufzeit von 75 auf 90 Sekunden erhöht werden.

Ampeln sind bereits so schlau, wie möglich

Die Stadt sagt: So einfach geht das nicht. Wer einer Richtung mehr Grünzeit gibt, nimmt sie zwangsläufig woanders weg. „Eine Verlängerung der Freigabezeiten für eine Zufahrt geht jedoch zwangsläufig zulasten einer anderen”, sagt die Verkehrsbehörde. Im Zweifel bei Fußgängern und Radfahrenden. Das will die Stadt nicht.

Die Ampeln reagieren auch jetzt bereits auf den Verkehr: Stehen weniger Autos auf einer Seite, bekommen die anderen schneller Grün. Technisch ist da kaum noch Luft nach oben. Im Feierabendverkehr bringt das sowieso wenig, weil auf allen Seiten Fahrzeuge warten.

Anpassung der Ampelschaltung nicht umsetzbar

Ihr Fazit: „Eine isolierte Anpassung der Ampelschaltung ist unter diesen Rahmenbedingungen nicht umsetzbar.” Ob sich das nach der Bebauung der Rütgersfläche ändert, ist offen. Wenn auf dem jahrzehntelang brachliegenden Gelände gebaut wird und mehr Verkehr auf den betroffenen Strecken entsteht, könnte eine Anpassung neu bewertet werden. 

Das bedeutet dann aber, dass vor allem der Verkehr zur und von der Rütgergsfläche besser fließen soll. Die Seitenstraßen würden dann weniger Grün-Zeit bekommen. Jetzt bleibt es bei den Ampeln erst einmal alles, wie es ist. (JOTO)

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