Generalleutnant Bodemann stellte Operationsplan Deutschland vor

Generalleutnant André Bodemann stellte im Landkreis Harburg den Operationsplan Deutschland vor und warnte vor hybriden Bedrohungen. Von links: Norbert Böttcher (Präsident DRK-Kreisverband Harburg-Land), Rainer Rempe (Landrat Landkreis Harburg), Jan Bauer MdL, Generalleutnant André Bodemann, Thomas Grambow (Kreisgeschäftsführer DRK-Kreisverband Harburg-Land), Dr. Cornell Babendererde MdB, André Bock MdL) Foto: Niklas Hintze
Generalleutnant André Bodemann stellte im Landkreis Harburg den Operationsplan Deutschland vor und warnte vor hybriden Bedrohungen. Von links: Norbert Böttcher (Präsident DRK-Kreisverband Harburg-Land), Rainer Rempe (Landrat Landkreis Harburg), Jan Bauer MdL, Generalleutnant André Bodemann, Thomas Grambow (Kreisgeschäftsführer DRK-Kreisverband Harburg-Land), Dr. Cornell Babendererde MdB, André Bock MdL) Foto: Niklas Hintze

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Buchholz in der Nordheide/Landkreis Harburg. Ein hochrangiger Gast der Bundeswehr hat Einblicke in die veränderte Sicherheitslage Deutschlands gegeben. Generalleutnant André Bodemann, Stellvertreter des Befehlshabers Operatives Führungskommando der Bundeswehr und Kommandeur Territoriale Aufgaben, war auf Einladung der CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Cornell Babendererde sowie der Landtagsabgeordneten André Bock und Jan Bauer im DRK Schulungs- und Logistikzentrum in Winsen zu Gast. 

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Rund 80 Vertreter aus Verwaltung, Hilfsorganisationen, Wirtschaft und IHK informierten sich über den Operationsplan Deutschland. Der Plan definiert den militärischen Anteil zur deutschen Gesamtverteidigung und bündelt erstmals alle wesentlichen Maßnahmen der Landes- und Bündnisverteidigung sowie die erforderliche zivile Unterstützung. 

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Babendererde betonte, dass Sicherheit heute nicht mehr ausschließlich militärisch gedacht werden könne. Sicherheit ist kein Zustand, sondern eine dauerhafte Aufgabe, sagte die Bundestagsabgeordnete. Ein zentraler Baustein sei dabei die Stärkung der Resilienz von staatlichen Strukturen und der Gesellschaft insgesamt. Eigenvorsorge und Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung müssten künftig stärker in den Fokus rücken. Es geht um ganz praktische Fragen: Bin ich im Notfall vorbereitet? Kann ich mich und meine Familie für einige Tage selbst versorgen? Sicherheit ist eine Aufgabe, die uns alle betrifft, so Babendererde.

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Bodemann machte gleich zu Beginn seines Vortrages deutlich, dass sich Deutschland bereits heute in einer Phase hybrider Bedrohungen befindet. Dazu zählen Cyberangriffe, Drohnenüberflüge, Sabotageakte an kritischer Infrastruktur wie Energieversorgung und Bahnstrecken sowie verstärkte Spionage und Desinformationskampagnen. Diese Aktivitäten nehmen sowohl in ihrer Quantität als auch in ihrer Qualität zu, sagte Bodemann. Darauf müssen wir vorbereitet sein mit belastbaren Strukturen und einem funktionierenden Zusammenspiel aller Beteiligten.

Wir wollen so glaubhaft abschrecken, dass ein Kriegsfall gar nicht erst eintritt, erklärte der Generalleutnant. Mit dem Operationsplan Deutschland verzahnt die Bundeswehr den militärischen Auftrag erstmals eng mit allen zivilen Schlüsselakteuren. Neben der engen Abstimmung mit den Bundesländern in Fragen der Inneren Sicherheit und Infrastruktur bildet die Kooperation mit der Wirtschaft und den Blaulichtorganisationen das Rückgrat der nationalen Resilienz. Während Industrie und Unternehmen die lebensnotwendige Versorgung und Logistik sicherstellen, garantieren Katastrophenschutz, Feuerwehren und Rettungskräfte den Schutz der Bevölkerung sowie die Handlungsfähigkeit des Staates im Krisenfall.

Deutschland als Drehscheibe der NATO

Aufgrund seiner zentralen geografischen Lage fungiert Deutschland als unverzichtbare Drehscheibe innerhalb der NATO. Eine wesentliche Aufgabe des Operationsplanes ist es, den reibungslosen Aufmarsch sowie die durchgehende Versorgung sowohl der Verbündeten als auch der eigenen Streitkräfte sicherzustellen. Damit verbunden ist eine erhebliche Belastung der Infrastruktur, etwa von Autobahnen und Bahnstrecken.

Die Bundeswehr arbeitet intensiv daran, unsere Verteidigungsfähigkeit zu stärken. Allerdings macht die militärische Verteidigung nur etwa ein Drittel der Gesamtverteidigung aus, zwei Drittel entfallen auf den zivilen Bereich, erklärte Bock. Wir sind zwar im Bereich des Katastrophenschutzes gut aufgestellt, aber darüber hinaus gibt es viel aufzuarbeiten. In Niedersachsen hat die CDU-Landtagsfraktion längst erste Vorschläge erarbeitet, nun muss die Innenministerin endlich ins Machen kommen, sagte der Landtagsabgeordnete.

Auch strukturelle Herausforderungen im Bevölkerungsschutz wurden thematisiert. So sei bislang nicht ausreichend erfasst, wie viele Menschen sich in mehreren Hilfsorganisationen gleichzeitig engagieren. Im Ernstfall könne dies zu Engpässen führen, wenn ehrenamtliche Kräfte parallel eingeplant werden. Wir brauchen hier mehr Transparenz und eine bessere Koordinierung, erklärte Bodemann.

Das große Interesse der Gäste aus der Blaulichtfamilie, dem Gesundheitswesen, aus Politik und Verwaltung verdeutlichte die hohe Relevanz der Thematik. Die Herausforderungen sind komplex. Die Veranstaltung hat eindrucksvoll gezeigt, dass Krisenvorsorge nur dann gelingen kann, wenn Bundeswehr, Politik und die verantwortlichen Akteure vor Ort eng zusammenarbeiten und im Dialog bleiben, sagte Bauer abschließend. (dh)

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