Buchholz in der Nordheide. Ein bis zwei Mal pro Jahr kracht ein Transporter gegen den Mühlentunnel am Seppenser Mühlenweg. Der Tunnel ist mit 2,30 Meter für heutige Fahrzeuge zu niedrig, die Fahrer übersehen die Warnschilder. Jetzt soll die Stadtverwaltung prüfen, ob Höhenschranken wie an Parkhauseinfahrten helfen können.
Keine elf Kilometer entfernt stehen in Seevetal seit zwei Jahren genau solche Schranken ungenutzt herum. Sie haben 7.500 Euro gekostet. Eine Kommunikation zwischen der Stadt Buchholz und der Gemeinde Seevetal gab es zu dem Thema bisher nicht.
Die Kollisionen am Mühlentunnel sind ein Problem, wenn auch bisher kein allzu Großes. Das bestätigte Matthias Krohn, Leiter der Verkehrsbehörde, in der Sitzung des Ausschusses für Bauen, Ordnung, Feuerschutz und Kommunalbetrieb. Bei einer Kollision im Oktober blieb ein Mercedes Sprinter mit Kofferaufbau im Tunnel stecken – buchholz-aktuell.de berichtete.
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Der Aufbau wurde nach oben gedrückt und riss. Der Beifahrer verletzte sich leicht. Einen Monat zuvor musste die Straße nach einem ähnlichen Vorfall für 90 Minuten gesperrt werden. Und auch einen Tag nach der Sitzung fuhr wieder ein Lastwagen gegen den Tunnel.
Grüne wollen Schranke
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat beantragt, eine Höhenschranke zu prüfen. Der Ausschuss stimmte dem Vorschlag zu. Krohn erklärte die rechtlichen Grenzen. „Wir sind an unsere Grenzen gebunden, wir dürfen nicht alles beschildern wie wir wollen”, sagt er. Und beschildert sei der Tunnel bereits umfangreich.

Die Straßenverkehrsordnung sehe bestimmte Maßnahmen nicht vor. Man dürfe zum Beispiel keine Verkehrszeichen aufstellen, die Verkehrsschilder erklärten. Schäden oder Kosten seien bisher für die Stadt nicht entstanden. Die Bahn rechne Reparaturkosten mit den Verursachern ab. Schranken hätten Kosten zur Folge, wenn jemand dagegen fahre. Möglicherweise müsse sogar die Statik bei einer Absperrung geprüft werden.
Problem gesucht, Lösung gefunden
In Seevetal brauchten die Schranken weder eine Statikprüfung, noch eine Baugenehmigung. Aber auch dort zeigt sich, wie es andersherum schiefgehen kann. In Emmelndorf ließ die Gemeinde Seevetal im April 2023 vier Höhenbegrenzungen am Natenbergweg installieren. Die auf 2,75 Meter eingestellten Metallkonstruktionen sollten Schulkinder vor Lastwagen an der Bahnunterführung schützen. Nach nur zwei Wochen musste die Gemeinde die Anlagen wieder außer Betrieb setzen.
Der Grund: Die Schranken blockierten in dem deutlich größeren Tunnel nicht nur unerwünschte Lastwagen, sondern auch Rettungsfahrzeuge.
Schranken schon Grün angelaufen
Seitdem stehen die mittlerweile grün angelaufenen Sperren ungenutzt am Straßenrand. Das ursprüngliche Versprechen, die Anlagen stattdessen an den Seevetaler Seen gegen Wildcamper einzusetzen, wurde bisher nicht umgesetzt.

Der Mühlentunnel in Buchholz ist dagegen ein kleiner Unfallschwerpunkt. Der im 19. Jahrhundert gebaute Tunnel hat eine Durchfahrtshöhe von nur 2,3 Metern. Trotz mehrerer Warnschilder an den letzten Kreuzungen vor dem Tunnel und direkt an den Eingangsportalen übersehen Fahrer regelmäßig die Begrenzung.
Grünes Licht für Prüfung in Buchholz
Die Buchholzer Stadtverwaltung soll nun prüfen, ob Vorwarneinrichtungen wie an Parkhauseinfahrten technisch und rechtlich möglich sind. Auch die voraussichtlichen Kosten sollen dargestellt werden. In Seevetal warten derweil die 7.500 Euro teuren Metallkonstruktionen weiter auf einen Einsatzort. 2026 sollen sie endlich versetzt werden. Wohin? Das sagt die Gemeinde nicht. (JOTO)











