Buchholz in der Nordheide. Anlässlich des Darmkrebsmonats März laden drei Mediziner des Darmkrebszentrums zu einem kostenlosen Informationsabend ins Krankenhaus Buchholz ein. Am Donnerstag, 12. März, um 18 Uhr referieren Dr. Michael Scheruhn, Dr. Henning Kempelmann und Dr. Murwan Ayoub über Früherkennung und Behandlung von Darmkrebs.
In Deutschland erkranken jährlich etwa 55.000 Menschen an Darmkrebs, zunehmend auch jüngere Patienten. Ein prominentes Beispiel ist James van der Beek. Der US-Serienstar aus der Serie Dawson’s Creek starb kürzlich im Alter von 48 Jahren nach zweijährigem Kampf gegen die Krankheit. Starkes Übergewicht und ein ungesunder Lebensstil können mögliche Gründe für die Zunahme bei jüngeren Patienten sein.
„Jeder kann an Darmkrebs erkranken, deswegen ist es wichtig, dass Vorsorgeprogramme rechtzeitig wahrgenommen werden und auch junge Menschen Beschwerden im Magen-Darm-Trakt ärztlich abklären lassen”, sagt Dr. Scheruhn, Chefarzt der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie.Das Gesundheitsgespräch trägt den Titel „Darmkrebs: Früh erkennen, erfolgreich behandeln – was Sie unbedingt wissen müssen”. Dr. Kempelmann, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, informiert über Vorsorgemaßnahmen.
Dr. Ayoub, Oberarzt der Internistischen Onkologie, berichtet über Chemotherapie-Möglichkeiten. Im Anschluss beantworten die Referenten Fragen aus dem Publikum. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
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Warnzeichen ernst nehmen
Darmkrebs entwickelt sich oft über viele Jahre und zeigt in frühen Stadien meist keine spezifischen Symptome. Erste Warnzeichen können Verdauungsbeschwerden wie Darmgeräusche oder Blähungen, häufiger Stuhldrang oder vermehrte Verstopfungen sein. Auch ein wiederholter Wechsel von Verstopfung zu Durchfall sollte ärztlich abgeklärt werden. Schmerzen beim Stuhlgang, krampfartige Bauchschmerzen, übelriechender oder bleistiftdünner Stuhl sowie Blut im Stuhl sind bereits deutliche Warnzeichen.
Ab dem 50. Lebensjahr haben Frauen und Männer Anspruch auf ein Vorsorgescreening, entweder durch einen Stuhltest oder eine Darmspiegelung. Seit 2025 wird gesetzlich Versicherten die Vorsorgedarmspiegelung alle zehn Jahre angeboten. Bei familiärem Darmkrebsrisiko wird Verwandten ersten Grades schon zehn Jahre vor dem frühesten Erkrankungsalter in der Familie eine Darmspiegelung empfohlen.
„Die Mehrzahl der Erkrankungen kann durch Vorsorge vermieden werden. Je früher Veränderungen erkannt werden, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten. Wir empfehlen, die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig wahrzunehmen, auch wenn keine Beschwerden bestehen”, betont Dr. Scheruhn. Neben der Früherkennung könne ein gesunder Lebensstil mit ausreichend körperlicher Aktivität, ausgewogener und ballaststoffreicher Ernährung sowie der Verzicht auf Tabak und Alkohol das Risiko mindern.
Im Darmkrebszentrum des Krankenhauses Buchholz werden jährlich etwa 170 Dickdarmoperationen durchgeführt. Mit den Krankenhäusern Buchholz und Winsen gibt es im Landkreis Harburg zwei zertifizierte Darmkrebszentren. Interdisziplinäre Teams aus Chirurgen, Internisten, Strahlentherapeuten, Onkologen und Pathologen entwickeln für jeden Patienten eine individuelle Therapie. (dh)














