Endlich: Planungen für Gleis-11-Verlängerung am Bahnhof Buchholz laufen an

Der Metronom fährt am Gleis 11 am Bahnhof Bucholz vorbei. Foto: JOTO
Der Metronom fährt bei Umleitungen noch am Gleis 11 am Bahnhof Bucholz vorbei. Foto: JOTO

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Buchholz in der Nordheide. Es ist eine Nachricht, auf die Fahrgäste, Lokalpolitiker und Verkehrsplaner seit Jahren gewartet haben: Der Bahnsteig an Gleis 11 im Bahnhof Buchholz wird verlängert. Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) hat die Planung dafür bei der DB InfraGO in Auftrag gegeben. Das bestätigt LNVG-Pressesprecher Dirk Altwig auf Anfrage von buchholz-aktuell.de.

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Warum das für Pendler so wichtig ist? Gleis 11 liegt an der Umleitungsstrecke über Jesteburg Richtung Hamburg-Harburg. Immer wenn die Hauptstrecke Bremen-Hamburg zwischen Buchholz und Harburg wegen Bauarbeiten oder Störungen gesperrt ist, fahren die Metronom-Züge über diesen Weg. Der Bahnsteig an Gleis 11 ist jedoch nur 125 Meter lang. Die langen Metronom-Züge sind länger als der Bahnsteig, deshalb dürfen sie dort aus Sicherheitsgründen nicht halten. 

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Das bestätigt eine Bahnsprecherin auf Anfrage. Fahrgäste in Buchholz müssen bei jeder Umleitung auf ihren Halt verzichten. Der Metronom versucht dann einen Halt in Sprötze einzubauen und alle Buchholzer mit dem Bus zum ursprünglichen Bahnhof zu fahren. Das klappt nur manchmal. Regulär halten nur die kürzeren Züge der Linie Start Mitte, die zwischen Hannover, Soltau und Buchholz pendeln, am Bahnsteig 11.

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Buchholz Stadtbaurat Manuel Reichel kennt das Problem aus eigener Erfahrung. „Ich habe es fast am ersten Arbeitstag bemerkt, als der Metronom eine Umleitung fuhr und in Buchholz nicht hielt”, sagt er. Seitdem setzt sich Reichel für den Ausbau ein, unter anderem in einem Gespräch mit Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) bei dessen Besuch in Buchholz. Gespräche mit der Bahn liefen, aber wechselnde Ansprechpartner erschwerten die Sache.

Warum es bis 2031 dauert

Mit der möglichen Verlängerung auf 220 Meter wäre das Problem dauerhaft gelöst. Dann könnten Züge mit bis zu acht Wagen halten, statt wie bisher nur mit bis zu fünf. Den Zeitplan gibt die Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg-Bremen vor, die DB InfraGO für das zweite Halbjahr 2031 geplant hat. 

Eine frühere Verlängerung sei nicht mehr möglich, sagt Altwig von der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen: „Die Zeit ist dafür zu kurz und es gibt nicht genug Planer”. Dazu komme: Die Strecke wird in den nächsten Jahren selbst als Umleitungsroute für andere Sanierungsmaßnahmen im Netz benötigt.

Das Gleis 11 am Buchholzer Bahnhof endet. Foto: JOTO
Das Gleis 11 am Buchholzer Bahnhof endet. Foto: JOTO

Die Generalsanierung funktioniert dabei nach dem Prinzip des Pilotprojekts Riedbahn zwischen Frankfurt am Main und Mannheim. Die DB InfraGO bündelt dabei alle notwendigen Arbeiten auf einem Streckenabschnitt innerhalb weniger Monate. Gleise, Weichen, Bahnhöfe: Alles wird auf einmal erneuert.

Der lange Weg zu einem längeren Gleis

Die Verlängerung des Bahnsteigs soll in diesem Rahmen mitgebaut werden. „Mit der Übernahme der Planungskosten geben wir als Landesgesellschaft einen wichtigen Anstoß, dass die Verlängerung kommt”, sagt Altwig. Wie hoch diese Planungskosten ausfallen, könne die LNVG noch nicht beziffern. Eigentümerin der Anlagen ist die DB, die die Maßnahme dann auch umsetzen muss.

Jahrelange setzten sie sich für eine Verlängerung ein: Frerk Meyer, Michael Riedel, Sonja Hesse und Stephan Christ von den Grünen am Gleis 11. Foto: JOTO
Frerk Meyer, Sonja Hesse und Stephan Christ von den Grünen sowie Bürgermeisterkandidat Michael Riedel (2.v.l) am Gleis 11. Foto: JOTO

Am Dienstag informierten sich Stephan Christ (Grüne), Abgeordneter im Niedersächsischen Landtag und Sprecher für Mobilität und Verkehr, sowie Bürgermeisterkandidat Michael Riedel, Sonja Hesse (Grüne) und Frerk Meyer (Grüne) vor Ort am Gleis 11 und sprachen mit Reisenden. Christ bewertet den Zeitplan kritisch: „2031 ist von heute aus noch fünf Jahre hin. Das ist eigentlich zu lang, aber allerspätestens dann muss diese Verlängerung passieren.” Riedel sieht das ähnlich: „2031 ist besser als 2038. Ich würde mir wünschen, dass man so eine Gleisverlängerung auch schneller hinbekommen könnte.”

Ein jahrelanger Kampf um den Bahnsteig

Dass es so weit kam, war kein schneller Prozess. Bereits im März 2005 wandte sich der damalige Buchholzer Baudezernent Joachim Wahlbrink schriftlich an DB Station und Service und wiederholte Bedenken zur Kürzung des Bahnsteigs. Wann genau der Bahnsteig verkürzt wurde, kann die Bahn auf Anfrage nicht mehr sagen: Es liegen keine Unterlagen dazu vor.

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Im November 2022 beschloss der Verwaltungsausschuss der Stadt Buchholz dann einstimmig, sich bei der Deutschen Bahn und der niedersächsischen Landesregierung für die Verlängerung einzusetzen. Die Grünen-Fraktion hatte den Antrag gestellt. Co-Fraktionsvorsitzender Frerk Meyer fragte detailliert nach dem Stand der Dinge. Die Antwort der Verwaltung zeigt: Die Stadt hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Briefe geschrieben und Gespräche geführt, lange Zeit ohne nennenswerte Fortschritte zu erzielen.

Problem gibt es niedersachsenweit

Auch der Fahrgastverband PRO BAHN hatte sich im Dezember 2022 zu Wort gemeldet und eine Verlängerung auf 225 Meter Nutzlänge gefordert. Nun plant die LNVG eine Verlängerung auf etwa 220 Meter, was ausreicht um die längsten Metronom-Züge abzufertigen. Abstimmungsgespräche zwischen DB InfraGO und LNVG laufen nach Angaben der Bahn noch. Erst danach lässt sich der genaue Umfang der Maßnahme festlegen. 

Vorne an Gleis 11 hält nur Start Mitte, hinten an Gleis 1 der Metronom. Foto: JOTO
Vorne an Gleis 11 hält nur Start Mitte, hinten an Gleis 1 der Metronom. Foto: JOTO

Landtagsabgeordneter Christ sieht das Problem nicht nur in Buchholz: „Wir haben in ganz Niedersachsen an vielen Stellen Züge verstärkt und verlängert. Die Infrastruktur wächst aber nicht in dem Maße mit, wie wir mehr Verkehr bestellt haben.” Bürgermeisterkandidat für Volt, die Grünen und die Buchholzer Liste Michael Riedel fordert deshalb, bei der Generalsanierung 2031 auch andere Gleise in Buchholz zu verlängern: „Nur dann könnten auch Züge mit acht Wagen halten und die Kapazität für Pendler spürbar steigen.”

Pendler dürften aber aufatmen: Eine Streckensperrung zwischen Hamburg-Harburg und Buchholz kann die Nordheidestadt dann nicht mehr vom Regionalverkehr abschneiden. (JOTO)

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