
Buchholz in der Nordheide. Im Buchholzer Kommunalwahlkampf gibt es die nächste Überraschung: Astrid Albers-Pestke hat heute die CDU verlassen. Die 57-Jährige, die seit 2019 Mitglied der Partei war, tritt stattdessen der Wählergemeinschaft Freie Bürger Buchholz (FBB) bei. Ihr Statement dazu: „Politik braucht Charakter.”
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Den Schritt begründet die Kommunalpolitikerin mit dem Wunsch, Interessenkonflikte zu vermeiden. Sie wolle die Freien Bürger Buchholz mitentwickeln, aufbauen und wachsen sehen, sagt sie gegenüber buchholz-aktuell.de. „Diese Gruppe aus vorwiegend junger Buchholzerinnen und Buchholzer, die sich ehrenamtlich für unsere Stadt und unsere Gemeinschaft engagieren möchten”, habe sie begeistert, sagt Albers-Pestke.
Schule, Soziales und Inklusion nennt sie als ihre Kernanliegen. Beim Thema Verkehr setzt sie sich für eine Umgehung von Buchholz ein. Ob diese am Ende Ost‑, West‑, Süd- oder Nordring heiße, sei zweitrangig: „Wichtig ist, dass es endlich zu einer spürbaren Entlastung kommt.”
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Denn seit ihrem Zuzug im Jahr 1998 beobachtet sie, wie die Stadt gewachsen ist, sich die Infrastruktur aber nicht in gleichem Maße mitentwickelt habe. Eine Alkoholverbotszone lehnt sie ab. Sie plädiert stattdessen für „Maßnahmen mit Augenmaß, gegenseitigem Verständnis und vernünftigen Kontrollen.”
Damit ist sie nicht immer einer Meinung mit ihren Mitstreitern. Insbesondere der von den Freien Bürger Buchholz unterstützte parteilose Bürgermeisterkandidat Bernhard Unger positioniert sich klar für eine Verbotszone.
Keine Unbekannte in der Buchholzer Politik
Astrid Albers-Pestke ist in Buchholz keine Unbekannte. Die verheiratete Mutter von drei Kindern engagiert sich seit Jahren ehrenamtlich in der Stadt. Seit fünf Jahren ist sie stellvertretende Ortsbürgermeisterin für Trelde, außerdem stellvertretende Vorsitzende im Verein der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Buchholz e.V. Bekannt ist sie vielen Eltern durch ihre jährliche Warnwestenaktion für Erstklässler an Buchholzer Schulen. „Wer mich und uns kennen lernen möchte, kann uns gerne an unserem Informationsstand auf dem Marktplatz besuchen”, sagt die Trelderin.
Die Freien Bürger Buchholz gründeten sich Anfang Januar 2026. Die drei Gründer Niklas Sahr, Carsten Schröder und Jonas Matura waren zuvor Mitglieder der FDP. Die Wählergemeinschaft versteht sich als parteiunabhängig und will kommunale Probleme pragmatisch lösen. Bei der Kommunalwahl im September 2026 tritt die Gruppe an und unterstützt Bernhard Unger als Bürgermeisterkandidaten. Für den Kreistag arbeitet die Wählergemeinschaft mit den Freien Wählern zusammen.
Bei den Freien Bürgern Buchholz stößt ihr Beitritt auf Begeisterung. Carsten Schröder von der Wählergemeinschaft sagt gegenüber buchholz-aktuell.de: „Astrid passt perfekt zu uns, insbesondere mit ihrem sozialen Aspekt und ihrer Erfahrung.” Schröder betont zudem das grundsätzliche Selbstverständnis der Gruppe: „Wir wollen etwas für die Buchholzer Bürger bewegen, ohne Parteidruck aus dem Bund. Deswegen haben auf kommunaler Ebene Wählergemeinschaften auch immer mehr Erfolg.”
Ein Neustart
Für die Kommunalwahl im September 2026 tritt Albers-Pestke gleich auf mehreren Ebenen an. Für den Stadtrat kandidiert sie auf Listenplatz zwei der Freien Bürger Buchholz, für den Ortsrat in Trelde ebenfalls. Darüber hinaus steht sie auf Listenplatz eins für den Kreistag, dort unter dem Label der Freien Wähler, die von den Freien Bürgern Buchholz unterstützt werden.
Inwiefern die CDU Albers-Pestkes Listenplatz 9 neu besetzt, ist unklar. Der Countdown läuft: Die Frist zur Einreichung der Kandidatenliste endet in fünf Tagen, am 20. Juli 2026. (JOTO)
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