
Buchholz in der Nordheide. Mehr als 200 Bürgerinnen und Bürger kamen am Donnerstag, 13. August, zur Podiumsdiskussion mit den Bürgermeisterkandidatinnen und ‑kandidaten in die Rathauskantine. Das Klimaforum der Stadt Buchholz hatte knapp vier Wochen vor der Kommunalwahl zur Debatte über Klimaschutz, Klimawandel und Klimaanpassung eingeladen. Das Interesse an den Positionen der Kandidaten war besonders groß.
Auf dem Podium stellten sich sechs Bewerber den Fragen: Dirk Hirsch (parteilos, unterstützt von CDU und FDP), Max Ostermeier (AfD), Michael Riedel (Volt, unterstützt von Grünen und Buchholzer Liste), Bernhard Unger (parteilos, unterstützt von Freien Bürgern Buchholz), Grit Weiland (Wir für Buchholz) und Heike Werner (SPD). Prof. Dr. Christian Berg, Präsidiumsmitglied des Club of Rome, leitete die Diskussion professionell durch den Abend.
Zunächst beantwortete das Podium verschiedene Ja-Nein-Fragen. Manchmal waren sich alle Kandidatinnen und Kandidaten einig, etwa beim Verbot von Schottergärten und der Ahndung von Verstößen. Bei anderen Themen wie der Ausweitung der Fußgängerzone gingen die Positionen auseinander. Anschließend stellte Berg Fragen zum jeweiligen Wahlprogramm. Aus dem Publikum kamen Fragen zur Nachverdichtung und zur Finanzierung der Klimaschutzmaßnahmen.
Was die Kandidaten erreichen wollen
In der Abschlussfrage sollten die Kandidaten darlegen, was sie innerhalb eines Jahres nach einer möglichen Wahl erreicht haben wollen. Hirsch nannte weitere Photovoltaik-Anlagen auf städtischen Gebäuden, einen konkreten Fahrplan für die Maßnahmen des Klimaaktionsplans und die Anpassung des Fahrplans des Buchholz Bus. Ostermeier will Flächen entsiegeln und durch den Klimaschutz nicht die wirtschaftliche Grundlage zerstören. Riedel plant die Ausweitung des Buchholz-Bus-Fahrplans, 15 Euro pro Einwohner in den Haushalt für Maßnahmen zur Stärkung des Fuß- und Radfahrverkehrs einzustellen und die Stadtwerke zum Motor der Wärmewende zu machen.
+++ Melde dich jetzt für unseren WhatsApp-Newsticker an und erhalte die wichtigsten Nachrichten direkt auf dein Handy! – Hier klicken und abonnieren +++
Unger möchte die Innenstadt begrünen, On-Demand-Busse nach dem Vorbild anderer Kommunen einführen und Wasserspender installieren. Weiland kündigte an, aufgrund der ernsten Haushaltslage jede Investition genau unter die Lupe zu nehmen und einen Klimafolgencheck für alle Projekte einzuführen. Werner will mehr Bänke in der Innenstadt und an den Bushaltestellen schaffen sowie klimaresistente Bäume pflanzen.
Erneuerbare Energien als alternativlos
Zu Beginn der Veranstaltung hatte Jana Kapfer von HIC Consulting einen Impulsvortrag zum Thema Klimawandel und Klimaanpassung gehalten. Der Umstieg auf Erneuerbare Energien sei alternativlos, betonte sie. Als Hoffnungsschimmer bezeichnete sie, dass im vergangenen Jahr weltweit bereits ein Drittel des Stroms aus Erneuerbaren Energien erzeugt wurde. Die Anstrengungen dürften nicht nachlassen. „In Klimaschutz zu investieren ist immer noch günstiger als nichts zu tun”, sagte Kapfer. Sie ermutigte die Stadt Buchholz, verstärkt die Maßnahmen aus dem Klimaaktionsplan anzugehen, die im eigenen Zuständigkeitsbereich liegen. Seit 2022 wurden 16 von 62 Maßnahmen umgesetzt. Als Beispiele nannte Kapfer die Umsetzung des Radverkehrskonzepts und die Ernährungsstrategie in den städtischen Schulen. (tj)














