
Buchholz in der Nordheide. Überraschung im Wahlkampf: Bündnis 90/Die Grünen, die Buchholzer Liste und Volt haben Dr. Michael Riedel als gemeinsamen Kandidaten für das Bürgermeisteramt nominiert. Der 57-Jährige ist promovierter Chemiker und war zuletzt im Vorstand eines börsennotierten Industriekonzerns tätig.
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Aktuell arbeitet er als Gesundheitscoach und Heilpraktiker. Die drei Parteien setzen nach eigenen Angaben auf seine Managementerfahrung und seinen Blick von außen auf die Stadtverwaltung.
Riedel ist seit 2024 Parteimitglied bei Volt. Das bleibt er auch für die Bürgermeisterkandidatur. „Es wäre für mich komisch gewesen, aus Volt auszutreten”, erklärt Riedel seine Entscheidung im Gespräch mit buchholz-aktuell.de.
Lebenswerte Stadt im Fokus
„Wir brauchen eine lebenswerte Stadt mit bezahlbarem Wohnraum. Bei der Mobilität müssen Rad, Fuß und ÖPNV klar im Fokus stehen”, betont Riedel. Klimaschutz sei im Moment leider ein bisschen aus dem öffentlichen Fokus gerückt.
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Er will eine moderne, digital führende Verwaltung aufbauen und die Stadtwerke zu einem regionalen Energie-Champion entwickeln. Auch eine Bürgerstiftung für das Ehrenamt und kulturelle Angebote wolle er gründen.
Unterschiedliche Meinungen sind okay
Die drei Parteien hätten seit Monaten Gespräche geführt und wollten „gemeinsam eine linke Mitte, grüne, progressive Kraft für Buchholz bilden”, so Riedel. „Es gibt natürlich auch Themen, wo wir unterschiedlicher Meinung sind. Das ist okay”, sagt der Kandidat. Der Bürgermeister sei übergeordnet, man müsse nicht immer deckungsgleich sein mit den Parteiprogrammen.
Er verstehe sich als Brückenbauer, um gemeinsam über Fraktionsgrenzen hinweg die Herausforderungen in Buchholz zu adressieren. Die Parteiprogramme könnten die Buchholzer bei der Wahl für den Stadtrat unterstützen.
Aus fünf wurden drei Parteien
Ursprünglich waren auch SPD und Die Linke an den Gesprächen für einen gemeinsamen Kandidaten beteiligt. Die SPD zog sich jedoch zurück und nominierte überraschend Heike Werner als eigene Kandidatin. Die Linke hat bisher noch keinen Kandidaten bekannt gegeben.
Riedel räumt ein, politisch bisher nicht wirklich sehr erfahren zu sein. Er war bisher noch in keinem Stadt- oder Kreisrat. Er bringe aber viel Führungserfahrung und Kompetenz aus seiner Arbeit mit. „Außerdem kann eine Außenperspektive auf die öffentliche Verwaltung sehr helfen”, ist er überzeugt. Als Kandidat für die Bundestagswahl holte er 2025 für Volt 1,5 Prozent (2.625) der Erststimmen.
Mehr als 80 Prozent Zustimmung
Die Nominierung fand Unterstützung bei Volt, den Grünen und der Buchholzer Liste. Bei der Versammlung der Grünen stimmten mehr als 80 Prozent für die gemeinsame Kandidatur. Offizelle Gegenkandidaten gab es nicht. Es gibt kritische Stimmen, keinen eigenen Kandidaten aufzustellen. Das taten die Grünen zuletzt 2014.
Dr. Christa Nöbl, Vorstandssprecherin von Bündnis 90/Die Grünen im Ortsverband Buchholz, sagt, Riedel überzeuge durch seine „klare Zielsetzung hin zu einem klimaneutralen Buchholz”. Dabei habe er die Machbarkeit und Bezahlbarkeit im Fokus.
Dr. Martin Dieckmann, Vorstandssprecher der Buchholzer Liste, sieht in Riedel einen „unabhängigen Kopf mit klarem Blick von außen”, der die Herausforderungen im Bereich Klimawandel, Mobiltätswende angehe. Sebastian Speetzen von Volt freut sich, dass die Vision eines „modernen, europäisch denkenden Buchholz mit Riedel ein Gesicht” bekomme.
„Meine Motivation ist, Buchholz gemeinsam voranzubringen, im Dienst des Gemeinwohls”, sagt Riedel. Das Bündnis sei ein Signal der Einigkeit für Buchholz. Man wolle den Wählerinnen und Wählern eine „kompetente Alternative jenseits des Weiter-so” bieten. (JOTO)
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