
Buchholz in der Nordheide. Mit fünf Personen ist die Freiwillige Feuerwehr Buchholz am Mittwochabend aufgebrochen, um sich dem siebten großen Hilfskonvoi des Landkreises Stade in die Ukraine anzuschließen. Mit dabei: Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse (CDU) und Stadtbrandmeister Christian Matzat, die die rund 1.200 Kilometer lange Fahrt bis zur polnisch-ukrainischen Grenze persönlich begleiten.
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Im Mittelpunkt steht ein ausgemustertes Löschfahrzeug, das die Buchholzer ihrer Partnerfeuerwehr in der westukrainischen Stadt Brody übergeben. Das Fahrzeug, ein LF 8 der Feuerwehr Holm, war seit Mai 2025 außer Dienst gestellt und durch ein neues Fahrzeug ersetzt worden.
Nun bekommt es eine neue Aufgabe. „Unsere Partnerstädte in der Ukraine brauchen das händeringend”, sagt Röhse. Die Entscheidung zur Übergabe statt zum Verkauf sei für ihn klar: „Es ist viel besser investiert, wenn wir das unseren Partnern geben, statt dafür vielleicht noch 10.000 Euro zu bekommen.”
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Einen Lastwagen unter anderem mit ausgemusterter Schutzausrüstung, die die Buchholzer Feuerwehren gesammelt haben, hatte die Delegation bereits vorab auf den Weg geschickt. Röhse selbst freut sich auf das persönliche Wiedersehen mit dem Kollegen aus Brody, der zur Übergabe an die Grenze kommen wird. Auch der Bürgermeister der polnischen Partnerstadt Wohlau kommt zum Treffen.
Bürokratie brachte Buchholz zu Stade
Dass Buchholz sich dem Stader Konvoi angeschlossen hat, hat einen praktischen Grund. „Bei unseren ersten Transporten war der Papierkrieg viel einfacher. Das ist leider kompliziert geworden”, erklärt Röhse. Heute brauche es Ausfuhrbescheinigungen und umfangreiche Papierdokumente. Der Stader Transport war durch Europaabgeordneten David McAllister (CDU) in Polen angemeldet worden, was den Grenzübertritt deutlich erleichtert.

Der gesamte Konvoi ist der bisher umfangreichste aus dem Landkreis Stade: 19 Fahrzeuge sind insgesamt unterwegs, neun davon bleiben in der Ukraine. Rund 40 Ehrenamtliche aus Feuerwehr, DLRG, Deutschem Roten Kreuz und Johanniter Unfallhilfe nehmen an dem Transport teil.
Größter Konvoi, den Stade je geschickt hat
Einsatzleiter Wilfried Sprekels, ehemaliger Leiter der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle des Landkreises, koordiniert den Konvoi. „Es ist uns ein Herzensanliegen, den Einsatzkräften in der Ukraine zu helfen, die seit mehr als vier Jahren unter den widrigsten Bedingungen schier Übermenschliches leisten”, sagt er.
Der Wert der transportierten Güter beläuft sich auf rund 250.000 Euro. Neben den Fahrzeugen sind Beatmungsgeräte, Verbandmaterial, Rollatoren, Rollstühle und 14 Pflegebetten dabei, die ein Altenheim gespendet hatte.

Bereits am Montag waren zwei ukrainische Sattelzüge beladen und vorab in Richtung Grenze gestartet. Die Übergabe erfolgt im polnischen Radymno, von wo ukrainische Kameraden die Güter über ein Verteilzentrum in der Nähe von Kiew weiterleiten.
Vom ersten Kriegstag bis heute: Keine Normalität
Zur Verabschiedung in Stade war Vizekonsul Borys Drogomyretskyi vom ukrainischen Generalkonsulat in Hamburg angereist. Er berichtete, dass seine Heimatstadt am selben Tag von einer Drohne getroffen worden sei, obwohl sie 800 Kilometer von der Frontlinie entfernt liege. Landrat Kai Seefried (CDU) rief in Erinnerung, dass dies der 1.540. Kriegstag sei. „Wir dürfen einen Krieg in Europa nicht zur Normalität werden lassen”, sagt er.

Wer zukünftige Hilfsaktionen unterstützen möchte, kann unter dem Stichwort „Ukraine-Hilfe Landkreis Stade” auf die Spendenkonten des DRK-Kreisverbands Stade (IBAN: DE91 2419 1015 1009 3346 00) und der Johanniter Unfallhilfe (IBAN: DE16 3702 0500 0004 3107 18) einzahlen. (JOTO)
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